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ARGENTINIEN
BERGSTOLZ Ski Magazin Dezember 2011 | Seite 27
Nach langem Flug und gefühlten zehn Filmen später landeten wir endlich in Santiago de Chile. Nach unserer
Ankunft mussten wir uns gleich mit der südamerikanischen Mentalität anfreunden.Waren wir eigentlich gegen 8
a.m. mit unserem Autovermieter verabredet, so kam dieser gegen 11 a.m., zuckte mit den Schultern und grinste.
Das ist normal hier. Unser Plan war es, direkt ins nächstgelegene Skigebiet zu fahren. Doch im Norden hatte es
seit längerem nicht geschneit, und so machten wir uns mit unserem Minivan auf nach Las Thermas de Chillian.
Dort angekommen wollten wir unseren Augen kaum trauen: Es hatte über Nacht geschneit, und unser erster
Skitag begann mit einem Powderday. Die Sonne schien zwar nicht, aber beschweren wollte sich bestimmt nie-
mand. So genossen wir den Tag, um langsam wieder das Skigefühl zurückzuholen. Die zwei darauffolgenden Tage
verbrachten wir im Backcountry von Chillian. Ausgestattet mit Zelt und Essen für drei Tage stand die erste Tour
auf dem Plan. Nach gut fünf Stunden erreichten wir einen der hinteren Gipfel, die noch vom Skigebiet zu erken-
nen waren. Was uns hier erwartete, hatte ich nicht zu träumen gewagt: Fette Spines wohin das Auge reichte, so
dass ich kurz dachte, wir seien in Alaska. Fabi hielt es nicht mehr aus, und wir fingen an über einen Grat zu den
möglichen Einstiegen zu klettern. Wahnsinns-Abfahrten sollten uns bevorstehen. Zitat Fabi mit verschmitztem
Grinsen: „So fette Spines gibt’s bei uns aber nirgends“. Leider wurde das Wetter danach rapide schlecht, und wir
versuchten so schnell wie möglich vom Berg zu kommen. Die nächsten Tage irrten wir etwas orientierungslos
umher. Immer wieder wurde der Forecast gecheckt und schließlich entschlossen wir uns Richtung Norden zu fah-
ren, da dort etwas Schnee kommen sollte.
Portillo war das Ziel. Dort angekommen mussten wir uns erst einmal mit der Höhe zurechtfinden, befindet sich
die Talstation des Skigebiets doch auf rund 3.000 Metern. Die Tage in Portillo waren ziemlich cool. Wir fanden
gleich Anschluss an Eric Rooners Crew, die auch gerade dort war, um einen Imagefilm über das Resort zu drehen.
Skifahrtechnisch war ich sehr beeindruckt über die Größe und Steilheit der Anden. Vorher hatte ich immer
gedacht, dass nichts an die Alpen herankommen könne – aber weit gefehlt! Rund um Portillo gibt es riesige
Berge. Eric Rooner macht seinem Namen übrigens alle Ehre, als er mit kompletter Skiausrüstung in den
Outdoorpool des Hotels sprang. Wir wollten hinterher, aber leider war der Sicherheitsdienst schon zu Stelle und
verhinderte den “Badespaß”. Allerdings fanden wir später noch den Weg in den Pool. Ist ein ziemlich cooles
Gefühl auf 3.000 Meter Höhe nachts in den Sternenhimmel zu schauen.
Next Stop: Freeskiing World Tour in Ski Arpa circa zwei Autostunden von Santiago entfernt. Die Freeskiing World
Tour ist das nordamerikanische Pendant zur Freeride World Tour in Europa. Überraschenderweise hatten Fabian