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Seite 30 | BERGSTOLZ Ski Magazin Dezember 2011
ARGENTINIEN
und ich eine der wenigen Wildcards ergattern können. Ehrlich gesagt waren wir beide etwas aufgeregt. Dort
angekommen versuchten wir mit allen Mitteln Leo ebenfalls einen Startplatz zu ergattern. Erst sah es nicht wirk-
lich gut aus, doch zwei der Rider mussten verletzungsbedingt absagen, und so bekamen wir alle die Chance zu
riden. Die Freeskiing World Tour unterliegt einem anderen System wie die FWT Europe. So müssen alle Athleten
am ersten Tag versuchen sich für den darauffolgenden zu qualifizieren. Es gibt keine gesetzten Fahrer. Desweiteren
arbeitet die Freeskiing World Tour nicht mit einer Overallimpression, sondern mit einem klar definierten
Punktesystem. Deutlichster Unterschied war der Facecheck. So ist es bei der Freeskiing World Tour gestattet, das
Face mit Ski zu besichtigen und sich gegebenfalls Kicker beziehungsweise Takeoffs zu schaufeln.
Day 1: Fabi suchte sich gleich zu Anfang ein hohes Cliff aus. Bei der Landung öffnete sich leider seine Bindung,
und er stürzte praktisch aus dem Gate raus. Leo und ich hatten uns das höchste Cliff im Venue ausgesucht. Wir
beide sprangen das Cliff ohne zu stürzen und qualifizierten uns unter die Top 25 fürs Finale. Viele Rider wurden
meiner Meinung nach falsch gejudgt, aber so ist das nun mal im Freeridesport. Ich bekam auch eine Verwarnung
für mein gesprungenes Cliff, weil ich zu viel Risiko eingegangen wäre. Na ja, meiner Ansicht nach war das nicht
so, und ich habe das Cliff perfekt gestanden. Dafür Punkteabzug zu geben, fand ich unfair. Allerdings war ich
eigentlich megahappy mich für den Finalday qualifiziert zu haben. Bei mir und Leo lief es im Finale leider nicht so
rund – wir stürzten beide. Am Ende wurde Leo 23., ich 17. Was mich sehr gefreut hat, waren die Reaktionen der
Fahrer auf meinen Day 1. Viele meinten, dass es einer der besten Lines des Tages war. Die Community der nord-
amerikanischen Freerider hält wie eine große Familie zusammen, und so fühlte man sich ihr schnell zugehörig. Es
war während der ganzen Tage eine Megaparty, und ich möchte diese Erfahrung niemals missen.
Zum Abschluss unseres Trips machten wir uns gen Süden auf. Ziel: San Carlos de Bariloche in Argentinien. Dort
hatte es kurz nach unserer Ankunft in Südamerika angefangen zu schneien und nicht mehr aufgehört. San Carlos
de Bariloche liegt direkt an einem großen See, dem Nahuel Huapi. Von dort aus ging es in den folgenden zwei
Wochen Tag für Tag in das Skigebiet Cerro Cathedral, eines der besten Skigebiete Südamerikas, wie ich finde. An
sonnigen Tagen konnten wir gute Lines hiken, und wenn es bewölkt war, stand uns ein Terrain an Wälder zu
Verfügung, das ich in Europa noch nicht gefunden habe: Treeruns bis zu knapp 40 Grad steil! Winterwonderland!
Frau Holle war mächtig aktiv, und wir feierten eine Faceshot Party nach den anderen. Kulinarisch muss man, glau-
be ich, nicht weit ausholen. Die ganzen Storys, die man vom Essen hört, stimmen.
Fact Box:
Ticketpreise
:
zwischen 30 und 45 Euro je nach Skigebiet.
Gebiete:
In Ski Arpa das volle Freeride Programm mit Catskiing (www.skiar-
pa.com), Portillo ist durch seine Lage beeindruckend. Bariloche ist der
Freeride-Geheimtipp. www.catedralaltapatagonia.com
Tipp:
Hostel 1004 in Bariloche bietet schon für knapp 10 Euro die Nacht
einen super Service mit Frühstück und Panormablick über ganz
Bariloche