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TEMPLE BASIN | NEUSEELAND


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Ende Juli 2015 machte ich mich auf den Weg, um für zwei Monate meine Freunde in Neuseeland, mit welchen ich die letzten beiden Winter in Europa verbrachte, zu besuchen. Im August stießen dann noch meine Innsbrucker Freunde Lukas Zögernitz und Christian Unger hinzu und wir verbrachten einen tollen Monat rund um Wanaka und Queenstown. Die beiden Orte liegen in der Southern Lakes Gegend der Südinsel Neuseelands und bieten mit den legendären Skigebieten Treble Cone in Wanaka und den Remarkables in Queenstown alles was das freeride Herz begehrt. Nicht umsonst nennen einige der besten Freeskier Neuseelands, wie zum Beispiel Sam Smoothy, Fraser McDougall oder die Familie Wells, Wanaka ihr zu Hause. Den ganzen August durch verspurten wir Tag für Tag die Hänge rund um Wanaka und Queenstown, das absolute Highlight der Reise war allerdings ein Trip in ein Skigebiet der besonderen Art.

Ein kleiner Ausflug in die Clubfields steht auf unserem Programm. Clubfields fragt man sich? Ja! Das ist so gut wie es klingt! Clubfields sind von einem Skiclub geführte, nicht kommerzielle Skigebiete in der Arthurs Pass Region Neuseelands, in denen alle Einnahmen der Erhaltung des Skigebietes dienen und meist eine dazuge - hörige Lodge beinhalten, die eine kuschelige Übernachtungsmöglichkeit für Gäste darstellt. Fotograf Dan Power übernahm motiviert die Planung und schlug sich mit den Vorbereitungen herum. Freitagnachmittag kam die ersehnte Bestätigung: wir würden ein Wochenende in Temple Basin verbringen! Meine ganze Reise über war ich die meiste Zeit per Autostopp oder mit Freunden unterwegs, allerdings hätte ich vielleicht etwas früher sichergehen sollen, ob mein Freund Pete Oswald auch wirklich mitkommt. Denn als ich ihn anrief um zu fragen, wann wir loswollen meinte er nur, er kann nicht, hätte das mit Dan aber abgeklärt. So kam es, dass ich, ohne eigenen fahrbaren Untersatz oder Mitfahrgelegenheit, nahezu panisch mein Handy greife und etwas tue, was ich gut kann: telefonieren. Nach zwei gestressten Stunden kann ich mich entspannen, denn ich bekomme das Auto eines Freundes aus Innsbruck, der sich leider verletzt hatte und seine Heimreise antreten muss.

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Nach diesem Warm-Up liegen nun nur noch 6 Stunden Fahrt vor mir. Von Wanaka aus mache ich mich auf den Weg Richtung Arthurs Pass. Manchmal ist auf Frau Holle Verlass, denn kurz vor meinem Ziel beginnt sie, es schneien zu lassen, was die Vorfreude steigen lässt und mich für die letzte Zeit im Auto nochmal richtig motiviert. Meine Ankunft um circa 23:30 am Parkplatz, geht schnell zur Übernachtung im Auto über, denn Temple Basin hat keine Zufahrtsstraße, sondern vom Parkplatz aus wird zum Skigebiet gewandert.

Nach diesem Warm-Up liegen nun nur noch 6 Stunden Fahrt vor mir. Von Wanaka aus mache ich mich auf den Weg Richtung Arthurs Pass. Manchmal ist auf Frau Holle Verlass, denn kurz vor meinem Ziel beginnt sie, es schneien zu lassen, was die Vorfreude steigen lässt und mich für die letzte Zeit im Auto nochmal richtig motiviert. Meine Ankunft um circa 23:30 am Parkplatz, geht schnell zur Übernachtung im Auto über, denn Temple Basin hat keine Zufahrtsstraße, sondern vom Parkplatz aus wird zum Skigebiet gewandert.

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Am nächsten Morgen schicke ich mein Zeug mit dem Goodslift, einer verrosteten, wenig vertrauenerweckenden Holzkiste an einem dünnen, auch stark von Rost befallenen Drahtseil nach oben zur Lodge und beginne mit der Wanderung hinauf in das Skigebiet. Fröhliche 45 Minuten später erreiche ich die Lodge und treffe dort auf Dan. Das Skigebiet besteht aus einer Lodge und aus drei, für Neuseelands Clubfields typische, Nutcracker Liften, welche nicht zusammenhängen, sodass keine Langeweile aufkommt, da man zwischen den Liften wechselt, in dem man zu Fuß geht. Nutcracker, auch genannt Rope Tows, sind Lifte, die von einer Handvoll Eisenrollen in die Höhe gehalten werden und an einem einzelnen, durchgehenden Seil von einem Motor angetrieben werden, der schon viel "Erfahrung" hat. Damit man diese Einrichtung auch nutzen kann, benötigt man einen Hüftgurt, an welchem eine etwa 20cm lange Schnur und dann der Namensgeber, der Nutcracker, befestigt wird. Ein Nutcracker ist ein Stück Eisen, das auf der einen Seite flach und am Ende nach unten hin gewölbt ist und auf der anderen Seite genau andersherum. Das Seil wird genau dort dazwischen wie die Nuss in einem Nussknacker geklemmt, daher auch der Spitzname Nutcracker. Netterweise bekommt man außerdem einen Lederschutz für die Hände, bzw. für die Handschuhe, da sich ihre Lebensdauer sonst wahrscheinlich maximal verkürzen würde und man nach geschätzten drei Fahrten möglicherweise auch gar keine mehr hätte. Den Hüftgurt sowie den Lederschutz für die Handschuhe bekommt man für eine kleine Pfandgebühr beim Kauf der Liftkarte. Denn obwohl es das Gebiet eines Skiclubs ist, kann man auch als nicht Mitglied nach Temple Basin zum Skifahren kommen und auch in der Lodge übernachten, als würde man bei uns in Europa auf Skiurlaub fahren.

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Obwohl immer einige Mitglieder des Skiclubs vor Ort sind und auch die Lodge jeden Wochentag geöffnet hat, gibt es bei den Nutcrackern kein Liftpersonal oder sonstige Fachleute, sodass der Abstand zwischen meinen Händen und den Eisenrollen, über die das Seil läuft, mich fast ein bisschen nervös macht. Da man den Nutcracker die ganze Liftfahrt über selbst halten muss, sind das immerhin bloß 10 cm. Aber, zu meiner und eurer Beruhigung: es gibt über die gesamte Liftlänge ein Sicherheitsseil, das, wenn man daran zieht, sofort den Lift zum Halten bringt. Und, nicht zu unterschätzen, eine Tafel mit dem elementar wichtigen Hinweis, dass es nicht zu empfehlen sei, den Lift mit langen und offenen Haaren zu benutzen. Sicherheit geht nun mal vor.

Nach ein paar Tipps zur Benutzung der Rope Tows durch die anwesenden Locals, machen wir uns endlich auf, das Gebiet zu erkunden. Schnell fällt uns das große Potenzial des Gebiets auf: von kurzen steilen Rinnen bis hin zu atemberaubenden Big Mountain Lines und offeneren Hängen gibt es alles, was das Freeride Herz begehrt. Mein Herz hüpft bei dem Anblick jedenfalls. Leider kamen Frau Holles Grüße nicht bis Temple Basin durch, weshalb der Schnee überall noch hart wie Stein war. Allerdings sind es die Neuseeländer gewohnt, mit weniger und manchmal schlechterem Schnee als in Europa auszukommen und deshalb wussten wir alle, sobald der Schnee etwas weicher wird, können wir uns hier richtig austoben.

Wir fuhren, ein wenig wehmütig, zurück zur Lodge und tauschten uns mit den Teilnehmern des Split N 2 Splitboardcamps, welches zufällig zeitgleich mit unserem Besuch stattfand, über die Möglichkeiten aus. Durch das Splitboardcamp mit etwa 40 Teilnehmern und einigen Tagesgästen war das Gebiet verhältnismäßig voll und das bei zirka 60 Leuten am Berg. Jedoch stellten wir auch schnell fest, dass es eigentlich relativ egal ist, ob 100 oder 10 Leute unterwegs sind, da es genug Gelände für alle gibt. Das Gebiet ist mit einer Höhendifferenz von zirka 600 Metern, ca 1300m – ca 1900m, zwar nicht sehr hoch, aber dafür sehr breit und vielfältig, weshalb wirklich für jeden etwas dabei ist.

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Am Nachmittag rettete uns dann die Sonne unseren Tag, der Schnee erweichte sich und wir genossen bei gefühltem Frühlingswetter noch ein paar gute runs. Am Abend stieß dann auch Kenji Boekholt zu uns, der am Sonntag mit uns fahren wollte. Da wir aus den Bedingungen gelernt hatten war die Einstellung aller, sich in der Lodge aufhaltenden Personen relativ klar, denn die einzig sinnvolle Konsequenz lautete ungefähr so: Let’s have a good party because earlier than 11am skiing makes no sense. Gesagt, getan. Nach einer feinen Sause ging es dann am "Tag danach" etwas verkatert und verknautscht zurück auf die Bretter die die Welt bedeuten. Zusammen mit Kenji fuhren wir noch ein paar kleine Lines bevor wir beschlossen, aus einem Stein neben einem der Rope Tows einen Absprung zu bauen und eine kleine Trick Session über den Lift zu starten. Nach ein paar Jumps fuhren wir zurück zur Lodge und genossen noch ein kleines Bierchen, ehe wir uns wieder auf den Weg zu unseren Autos machten und die Heimreise in Angriff nahmen. Ein herzlicher Dank geht an Temple Basin Ski Area für ihre Gastfreundschaft und an Dan Power für die traumhaften Fotos und die Organisation des Trips. Temple Basin ist Skifahren pur, ohne Zufahrtsstraße, zusammenhängender Lifte oder Pisten, nur eine kleine Lodge inmitten einer wunderschönen Kulisse und super gutem Gelände. Hoffentlich ist bei meinem nächsten Besuch Frau Holle dann ein wenig motivierter... und ich ein bisschen organisierter. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon darauf!

Foto: Dan Power | Text: Christoph Schöfegger

Infobox:

Flüge:
Am besten nach Christchurch oder Queenstown Kosten zirka 1100€ – 1500€

Fortbewegung:
Kurze Strecken per Autostopp kein Problem, auch mit Skigepäck Für längere Strecken Mitfahrgelegenheiten, Relocator Cars oder Mietauto Zug und Bus ist nicht wirklich verbreitet und sind verhältnismäßig teuer.

Unterkunft:
Zimmer/ Wohnungen können wöchentlich gemietet werden, für längeren Aufenthalt sehr empfehlenswert in den "Sporthauptstädten" Queenstown und Wanaka Wenn man mehr reisen will definitiv einen Campervan mieten!

  • Treble Cone / Localgebiet von Sam Smoothy
  • The Remarkables / Austragungsort der legendären New Zealand Freeski Open
  • Clubfields in der Arthur's Pass Region Mt.Olympus, Temple Basin, Craigieburn
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