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Issue No.62

Bergstolz Issue No.62

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Ja was geht denn heuer in der von uns so geliebten Wintersportbranche ab? Auf der einen Seite gibt ein Multi-Milliarden-Dollar Mischkonzern aus den USA ganz nebenbei in einer Pressemeldung bekannt, seine erst im Jahre 2015 gekauft Marken K2, Völkl, Marker, BCA, Line Skis, Full Tilt und Marmot wieder verkaufen zu wollen bzw. wenn sich kein Käufer findet einfach zu schließen und auf der anderen Seite bauen die Skigebiete für zig Millionen neuen Lifte, Beschneiungsanlagen und Pisten. Wie kann es denn sein, dass Skigebiete und Skiorte jedes Jahr mehr Tickets beziehungsweise Übernachtungen verkaufen, aber die Industrie scheinbar null davon profitiert? Oder noch zugespitzter gefragt - denn Bekleidung und Accessoires gehen ja scheinbar noch halbwegs, zumindest bei den Marken die in den letzten Jahren was für Ihre Markenposition und Markenimage getan haben – warum ist ein Ski heutzutage nichts mehr wert oder ist nur noch mit satten Rabatten zu verkaufen?

Wer jemals in einer Skiproduktion war, dem tränen die Augen! Ein Ski ist Handarbeit. Eine Ski ist Entwicklungsarbeit. Und ein Ski besteht aus zig Bauteilen, die viele Mitarbeiter per Hand zu dem zusammenfügen was wir uns dann unter die Schuhe schnallen. Wer einmal gesehen hat, wie viele Arbeitsschritte und verschiedene Materialen es braucht um eine Ski zu bauen wird nicht mehr über den Preis diskutieren, auch wenn der mal im vierstelligen Bereich liegt. Was? 1000 Euro für einen Ski! Da höre ich schon wieder einige schreien. Das sind dann meist die Gleichen, die im Sommer mit dem T5 am See vorfahren und ihr 1000-Euro-SUP - natürlich mit Carbonpaddel für 300 Euro –aufblasen oder am Golfplatz mit dem dicken Schlitten aufschlagen und das neue Holz für mehrere hundert Euro im Bag haben. Bitte versteht mich nicht falsch – ich liebe SUPen, fahre selbst eine fette Karre und habe auch überhaupt nichts gegen Golfer. Mich ärgert nur, dass bei anderen Hobbies das Sportgerät nicht so unter „Preisbeschuss“ ist wie beim Skifahren. Ja natürlich, Freeride und Tourenski bilden da neben Rennski noch die löbliche Ausnahme, aber um einen Konzern wie Newell zufriedenzustellen, reicht das scheinbar nicht.

Was also tun? Denn wir sind ja eigentlich die Guten. Wir Freerider und Tourengänger lieben unseren Sport, haben meist mehrere Paar Ski und kaufen beim guten Freeridehändler. Wir sind viel im Schnee und lieben die weiße Pracht und bekommen Gänsehaut wenn es um fette Powderlines geht. Was können wir also tun? Möglichst oft erzählen, wie schön verschneite Berge sind. Vom Skifahren schwärmen und sich vielleicht mal einmischen, wenn über die „extrem hohen Preise von Ski“ schwadroniert wird. Das tut ihr schon? Gut. Wir machen deswegen dieses Magazin. Und vielleicht reicht das ja, dann wird es auch zukünftig Marken wie Völkl und K2 geben!

Guten Start in eine hoffentlich sensationelle Saison! Ralf

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