SINGLETRAILS
Seite 16 | BERGSTOLZ Bike Magazin Juni 2012
Es ist Freitag und wie jedes Wochenende zieht es mich in die
Berge auf der Suche nach neuen Trails. Mein Credo: „Keinen
Trail in dieser Saison zwei mal fahren“. Mit diesem Vorsatz
wird das Revier ums Haus herum schnell mal zu klein und
man muss den Aktionsradius ausweiten. Ortsfremd unter-
wegs zu sein macht doppelt Spaß. Denn schon in der
Vorbereitung kommt die erste Vorfreude auf und letztlich
bleibt die Tour ein Abenteuer bis sie abgeschlossen ist. Das
fängt bei der Planung mit Hilfe von Satellitenaufnahmen am
Computer an und endet, fürs erste, im Buchladen beim Kauf
einer Landkarte.
An diesem Wochenende treibt es uns ins Tannheimer Tal, mit
von der Partie sind Alex und Andreas. Das Gebiet um
Tannheim ist mit Bergseen gespickt und ein Eldorado für
Wanderer. Politisch sind wir hier in Österreich, die Berge
gehören jedoch zum Teil zu den Allgäuer Alpen. Um nicht in
Konflikt mit den Wanderern zu kommen, haben wir uns ent-
schlossen schon am Freitagnachmittag zu Starten und die
Nacht auf dem Berg zu verbringen. Dementsprechend haben
wir unsere Rucksäcke gepackt. Als Proviant dient Speck,
Salami, Käse und Brot, Nussschokolade zur
Wiederherstellung des Zuckerhaushaltes und einen
Flachmann mit Obstler als Garant für einen tiefen Schlaf. Das
Zelt wird auf zwei Rucksäcke verteilt, ich bevorzuge die
weniger sperrige Variante und entscheide mich nur einen
kleinen Notbiwaksack und Schlafsack einzupacken. So habe
ich noch genügend Platz für einen Kocher, samt
Espressomaschine und den dazugehörigen Zutaten.
Unser Ausgangspunkt ist der Haldensee, vorbei an der
Strindenalpe, führt uns eine Forststraße hinauf zum
Strindenscharte. Es ist ein Traumtag, an der Scharte ange-
kommen eröffnet sich uns ein grandioser Anblick. Wie ein
Amphitheater ist das Gappenfelder Notland von der
Lachenspitze im Westen und der Leilachspitze im Osten ein-
gerahmt. Jetzt kann man auch schon den Trail sehen der zur