Seite 19 - BergstolzIssue35

Basic HTML-Version

SINGLETRAILS
BERGSTOLZ Bike Magazin Juni 2012 | Seite 19
Für den perfekten Trail Ride.
Alles abgestimmt auf maximale Kontrolle.
Grippy TrailStar Triple Compound.
SnakeSkin. Tubeless ready. 26 x 2.35
Enjoy the Flow.
Schochenspitze hochführt, unser erstes Etappenziel. Nach
einer knappen Stunde haben wir den Gipfel erreicht und
genießen bei einer Brotzeit die grandiose Aussicht. Ganz
links drüben sind die Ammergauer Alpen, gefolgt vom
Karwendel, demWettersteingebirge mit der Zugspitze an sei-
nem westlichen Ende, die Mieminger, im Süden die Lechtaler
und weit imWesten die Vorarlberger Berge. Unter uns liegen,
wie blaue Augen, der Traualp- und Vilsalpsee. Wie bei Herrn
Frodo im Auenland liegt die Landsberger Hütte eingebettet
von goldgelben Bergwiesen vor uns und die Trails lassen
unser Herz lachen. Wo die Straße endet, beginnt das
Abenteuer.
Es ist nun später Nachmittag, die letzten Wanderer haben
den Berg verlassen, nur vereinzelt sieht man welche zur
Landsberger Hütte gehen, an der auch unser Weg vorbei
führt. Jedoch um dort hinzugelangen, müssen wir erst den
vor uns liegenden Trail meistern. Die ersten Höhenmeter
erweisen sich als sehr technisch mit Spitzkehren und höhe-
ren Stufen. Als wir das Jöchel erreichen, ändert sich die
Charakteristik des Trails und man kann die Bremsen offen
lassen. Wie immer ist auch dieser Run mal wieder viel zu
kurz. Vorbei an der Hütte geht es weiter aufwärts zur
Steinkarspitze. Mit den letzten Sonnenstrahlen passieren wir
den nördlichen Sattel der Steinkarspitze und begeben uns
auf den westlichen Ausläufer des Gipfelgrads. Hier finden wir
ideale Bedingungen, um unser Lager aufzuschlagen. Nach
ein paar Handgriffen ist alles für die Nacht vorbereitet. Wir
sammeln das umliegende verdorrte Holz um uns am Feuer
zu wärmen.
Nach einer angenehmen Nacht wecken uns recht früh die
ersten Sonnenstrahlen und das Gebrüll der Hirschen, die sich
unterhalb unseres Nachtlagers in den Senken um die
Steinkarspitze herum versammelt haben. Der Espresso tut
den Rest um uns für die anstehende Abfahrt fit zu machen.
In der Zwischenzeit trocknet der Tau vom Zelt und wir studie-
ren die Karte auf die bevorstehende Tour. Nach zweieinhalb
Stunden haben wir Tannheim erreicht, auf dem Weg dorthin
treffen wir nur Ziegen an, die sich nicht an uns stören, ganz
im Gegenteil, beim Platten flicken* leisteten sie uns
Gesellschaft. Mit ein wenig Gespür und dem nötigen Respekt
der Natur gegenüber hat man den Schlüssel zum Singletrail
fahren in der Hand.
Text & Bilder Anton Brey
*Jeder Platten ist ein Fahrfehler!