Bergstolz Issue No. 79
20 DURCHATMEN Bergstolz Ski & Bike Magazin • 11 | 2018 Caja kommt ursprünglich aus Ohlstadt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und kennt die Strecke Ohlstadt – Garmisch nur zu gut. Vor allem am Wo- chenende schwärmt sie ironisch von dem Stau, der sich meist am Autobahnende bildet und ihr somit prinzipiell die First Line im Powder verwehrt. Jetzt wohnt sie in München und die Anfahrt nach Gar- misch-Partenkirchen wurde zum einen noch länger und zum anderen steht sie nicht nur am Hinweg im Stau, sondern am Rückweg gleich noch zweimal. Um das zu umgehen, hat Caja, die es gewöhnt ist alles flexibel und spontan mit demAuto zu machen, gewagt, die Zugfahrt mit der deutschen Bahn von München direkt an den Zugspitzbahnhof zu testen. Zugegebenermaßen fahre ich fast alles mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Fahrrad und meide eher öffentli- che Verkehrsmittel. Das liegt wohl an einer Mischung aus Gewohnheit, einer kleinen Prise Platzangst und meiner leichten Menschenüberflut Phobie. Aber ge- nauso sehr störe ich mich fast jedes Mal an den stres- sigen, frühmorgendlichen Fahrten von München nach Garmisch–Partenkirchen, wenn man doch eigentlich nur eines will – früh morgens aufstehen, einen Café to go mit Butterbreze, eine schnelle und entspannte Anreise in die Berge, um dort einen entspannten Skitag mit Freunden zu verbringen. Diese Tage beginnen aber meist eher so: kompliziertes Treffen irgendwo in Mün- chen, der Café to go geht meistens auf das frische Shirt, die Butterbreze bröselt alles voll, man trödelt mit etlichen anderen die A95 nach Garmisch und steht dann am Autobahnende im Stau und bekommt zuletzt keinen Parkplatz mehr an der Bergbahn, da natürlich die meisten Locals schon gut eine Stunde früher da sind. So sieht jedenfalls kein entspannter Start in ein Wochenende aus und mit Entschleunigung hat das auch nichts zu tun. Und nicht zu vergessen, ich muss
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