Bergstolz Issue No. 79

22 DURCHATMEN Bergstolz Ski & Bike Magazin • 11 | 2018 Staffelsee, das Murnauer Moos und dann in Richtung Wettersteingebirge und die Zugspitze einzigartig und phänomenal. Der Zug war mäßig voll und man sah be- reits die Vorfreude auf einen fantastischen Skitag in den „entspannten“ Gesichtern. Ja, es war auffällig, dass eine ganz andere „entspannte“ Atmosphäre herrschte, von der ich mich sofort anstecken ließ – Zu- rücklehnen und Genießen. Das passiert dir auf der A95 nicht und schon gar nicht, wenn du im ersten Stau stehst. Ich nippte genussvoll an meinem Kaffee, blin- zelte in die aufgehende Sonne, las in meiner Zeitung und aß gemütlich mein Frühstück. Fast wie ein gemüt- licher Samstags-Brunch in einem Münchner Café mit dem Unterschied, dass ich auf dem Weg in meine ge- liebten Berge war und einen wunderbaren Skitag mit meiner Freundin Anna vor mir hatte. Die gesamte Fahrt dauert ca. 1:30h und man muss ein- mal am Hauptbahnhof Garmisch-Partenkirchen in die Zugspitzbahn umsteigen. Wer in das Classic Gebiet möchte, dem empfehle ich den Zug um 7:08 Uhr, die- jenigen, die auf die Zugspitze, die Top of Germany wol- len, sollten vielleicht den früheren Zug um 6:25 Uhr nehmen. Mit dem Zug zu fahren bedeutet auch auf der Rückfahrt kein Stress, sondern gemütliches chauffieren lassen, schlafen, lesen, Musik hören oder mit Freunden den gelungenen Skitag Revue passieren lassen. Ich komme entspannt in München an und kann in der Stadt den Tag noch ausklingen lassen. Oder hab sogar noch die Energie, erholt von meinem Power Nap auf der Rückfahrt, das Münchner Nachtleben unsicher zu machen. Ich habe den Versuch gewagt und war absolut begeis- tert, wie entspannt und einfach es ist, von München mit der deutschen Bahn nach Garmisch-Partenkirchen zum Skifahren zu kommen und wieder zurück. Ohne Stress, ohne Stau, ohne Parkplatzsuche – hin und zu- rück. Man startet entschleunigt in den Tag, kommt ent- spannt in den Bergen an und kann einen wunderbaren Skitag im vielseitigen Classic Gebiet oder auf der Zug- spitze mit ihren atemberaubenden Ausblicken verbrin- gen. Anna und ich hatten genauso einen Tag im Classic Gebiet. Wir waren in der Früh noch Freeriden, cruisten dann ein bisschen die Pisten bevor es zum Mittagessen in die Drehmöser 9 Hütte ging. Dort stärkten wir uns mit einem sehr leckeren Mittagessen und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen, während wir verdau- ten. Nachmittags wagte ich mich noch für ein paar Sprünge in den perfekten Funpark am Kreuzeck, bevor der Tag sich langsam dem Ende neigte und wir die Tal- fahrt antraten. Unten an der Kreuzeckbahn gab es dann noch das wohlverdiente Après Ski Radler in der Kandahar Bar, bevor ich mich glücklich und zufrieden in den Zug zurück nach München setzte. Der Tag be- gann mit Relaxen, Grinsen im Gesicht, genießen und Entschleunigung und so endete er auch auf meiner ru- higen Fahrt im Sonnenuntergang zurück in die Stadt. Ich bin überzeugt worden und kann es jedem nur ans Herz legen – einfach ausprobieren, in den Stau stellen könnt ihr euch ja jederzeit wieder, wenn Euch mein Entschleunigungs-Tipp nicht überzeugt hat. Aber denkt dran: das Wochenende ist dazu da, Kraft und Energie zu tanken und das kann ich nur, wenn ich runter- komme, genießen kann und die Seele baumeln lasse.

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