Bergstolz Issue No. 91
26 TÜRKEI Bergstolz Ski & Bike Magazin • 06 | 2020 ren oder auch eben gar nicht leeren Wüstenlandschaft auf einmal Vegetation auf. „Sag mal, sind wir nun im Auen- land?“ Sogar Hobbit-Höhlen gibt es zur Genüge. Fehlt nur noch, dass uns Gandalf der Graue über den Weg läuft und uns eine schicksalsträchtige Aufgabe erteilt… Ich fühle mich wie Hannes im Wunderland und Christoph läuft zur Hochform auf, um aus dem extravaganten Ausblick auch wirklich alles fotografisch rauszuholen. Wir können uns nur wiederholen: Wo nur sind wir hier? Tiefgrüne Pflanzen und schönste Blumen, die ein ganz neues Bild erschaffen und mit ihrer Pracht erfüllen und schmücken. Nochmal schöner? Oder doch nur anders schön? Für welche Sichtweise man sich auch entscheidet, sicher ist jedenfalls, dass diese Gegend Kappadokien eine weitere, unerwartete Seite hinzufügt. Wo sonst kann man an einem einzigen Tag zwischen ausgetrocknetem, grauen Wüstensand und allerfeinsten Singletrails durch tiefgelbe Blumenfelder wählen? Und dann sind diese Trails auch noch spaßig und schnell. Zeit ein bisschen Gas zu geben! Was für ein intensiver Ort! Was für eine Schönheit! Was für ein Fleck auf dieser Welt! Und dem Ganzen nicht genug, steigen auf einmal hunderte Heißluftballons empor. Kann denn das jetzt wirklich passieren? Ganz echt? Ja, denn Kappadokien ist nicht nur traumhaft zum Biken, son- dern auch eine weltbekannte Ballonfahrer-Gegend. Der Sonnenaufgang im Heißluftballon über Kappadokien soll der schönste der Welt sein, hört man. Wir hatten schon viele schöne Momente hier erlebt, unzählige unwirkliche Landschaften und Gegenden gesehen. Dieses Spektakel aber übertrifft alles nochmal, auch wenn wir nicht gedacht hätten, dass das überhaupt möglich ist. Eine komplett surreale Fantasiewelt wurde hier vor unse- ren Augen sozusagen zum Leben erweckt und Realität. Der ohnehin schon paradiesische Hike bekam mit der auf- steigenden Ballon-Armada am Himmel die Krone aufge- setzt. Einfach nur WOW! Und für uns definitiv ein unvergesslicher Bikeride, der für immer auf unserer Best- of-Liste verewigt sein wird. Und dann, als i-Tüpfelchen, dann kommt sogar noch ein Gewitter. Dunkle bedrohlich wirkende Wolken ziehen über eine ohnehin schon unwirklich erscheinende Gegend. Ein Anblick, der einen denken lässt, man ist im Niemandsland angekommen. Gleichermaßen furchteinflößend und wun- derschön. Unfassbar. Atemberaubend. Stillstehen und genießen. Wegfahren und erleben. In so einem Moment will man alles gleichzeitig tun, auf jeden Fall aber will man es in all seiner Pracht in sich aufsaugen: Die epische Wetterstimmung am Horizont, eine Land- schaft, die ihresgleichen sucht und flowige Trails mitten durchs Paradies. Einfach alles, was das (Biker-)Herz be- gehrt! Ein nicht endendes Aufbauen an immer wieder neuen Spannungselementen. Eine Geschichte wie in einem Krimiroman. Eine Reise durch eine Welt die eigentlich, so dachten wir zumindest, nur in unseren Träumen existiert. Umso schöner und spannender aber im echten Leben. Das einzige was noch fehlt,…Was? Da fehlt noch was? „Fehlen“ ist in diesem Fall wohl wirklich das falsche Wort. Trotzdem wäre gegen ein bisschen Adrenalin als Punkt auf dem “i“ von Fantasie nichts einzuwenden. Ein letzter be- drohlich wirkender Blick in die Tiefe, ein letzter actionge- ladener Trick am Abgrund und eine letzte direkt anschließende steile Abfahrt ins Nichts – ein atemberau- bender Canyon als Abschluss einer unglaublichen aber realen Fantasiereise? Warum nicht? Ja genau, warum nicht! Rein in die Steilfahrt, ein letzter, adrenalingeladener Ride vor dem Aufwachen… Moment. Vor dem Aufwa- chen? Was für eine Erfahrung. Was für ein Erlebnis. DANKE Planet Erde. DANKE Kappadokien.
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