Bergstolz Issue No. 99½
PRODUKTE / / TEST 19 Bergstolz Ski & Bike Magazin • 08 | 2021 LITEVILLE | 301CE Limited Edition Litevilles allererster Karbonrahmen ist da! Und das gleich als E-Bike, denn das 301CE ist die mit Shimano motorisierte Version des 301, in der „limited edition“, der Rahmen zudem eben aus Karbon gefertigt – wobei der Hinterbau wie gehabt in Alu bleibt - und mit erlesenen Komponenten von Fox X2 Luftdämpfer bis zu Maxxis Reifen ausstaffiert. Das Mullet- Bike macht jedenfalls mächtig Eindruck, so wie es dasteht. Zuerst einmal hängen wir das Bike an die Waage. Mit nur 21,9 kg in Größe M für ein Enduro-E-Bike mit 170 mm Federweg vorne und 160 mm hinten schlägt die nicht wirklich weit aus – Spitzenklasse. Erreicht wird das niedrige Gewicht unter anderem durch einen leichten Karbonhauptrahmen, den ebenso leichten Shimano EP8 Motor und die exklusiven Syntace C33i Kar- bonlaufräder. Auch die weitere Ausstattung kann sich sehen lassen: Fox 38 Gabel und FX2 Dämpfer, jeweils in der Factory-Ausführung, SRAM AXS Schaltung und Magura MT7 Bremsen, Syntace Karbonlenker und Karbon- sattel von SQlab, Eightpin Sattelstütze mit 220 mm Hub – hier bleiben keine Wünsche offen. Nun zu den Fahreigenschaften: Der Reach ist mit 447 mm angenehm ge- streckt, das Hinterrad hat sehr viel Traktion und der Shimano EP8 Motor mit 85 Nm Drehmoment schiebt kräftig an. Das Bike ist gut ausbalanciert und steigt auch bei steileren Anstiegen nicht. Die Fahrstufen sind über die Shi- mano App einstellbar, so kann der Verbrauch des 630Wh Akku sehr gut ge- steuert werden – an die 2.000 hm sind drin. Bergab ist das Liteville 301CE eine Wucht. Wir sind das Bike sowohl mit Stahlfederbein als auch in der LTD Version mit Luftdämpfer gefahren – beide überzeugen voll. Der 64,5 Grad Lenkwinkel, die mit 442 mm relativ kurzen Kettenstreben und der tiefe Schwerpunkt machen einen gefühlt eine Klasse besser am Bike und man beginnt sich wie Tom Öhler zu fühlen. Die Sattelstütze lässt sich komplett versenken, was zusätzliche Sicherheit gibt und das Bike ist in engen Spitzkehren extrem handlich. Durch die aus- gewogene Geometrie bringt man viel Druck aufs Vorderrad. Auch auf verblockten, schnellen Trails zeigt das 301CE keine Schwächen. Das Fahrwerk schluckt alles und mit dem 2.8“ breiten Maxxis Hinterreifen driftet man richtig lässig in Anlieger rein. Mit dem Stahlfederbein setzt man nochmal einen obendrauf. Das Bike klebt am Boden und produziert Grip ohne Ende. So ballern wir die Trails hinunter und sind begeistert. Der einzige Wermutstropfen ist, wie so oft aktuell, der Preis des Bikes. Da arbeitet Otto Normalverdiener ziemlich lange, bis er sich ein solches Schmuckstück leisten kann. Davon abgesehen, gehört das Liteville 301CE zu den besten E-Bikes, die momentan am Markt sind. Wer es sich leisten kann und will: Kaufempfehlung! www.syntace.com Fotos: Patrick Valorzi ROTWILD | R.X375 Das neue leichte E-Bike von Rotwild kommt mit einem Top-Karbonrah- men, mit dem neuen Shimano EP8 Motor und einem 375 Wh Akku der neuesten Generation. Es sind Fox Komponenten für das Fahrwerk ver- baut und bei Schaltung sowie Bremsanlage vertraut man auf solide Shi- mano XT Ausstattung. So bleibt das R.X375 vom Gewicht unter 20 kg. Wir konnten das Bike ausgiebig testen und wollen Euch hier unsere Fahr- eindrücke schildern. Es stellt sich die Frage, für wen ist das Bike konzipiert? Eigentlich eher für fitte Biker, die mit nicht ganz so starker Unterstützung längere Touren ma- chen, aber bergab sportlich die Trails rocken wollen. Die Reichweite des R.X375 ist begrenzt, sie ist nicht mit einem normalen E-Bike vergleichbar. Wir sind 1.200 Höhenmeter mit einem 8 km langen, sehr steilen Anstieg hochgefahren und nach 28 km Gesamtstrecke hatten wir noch zwei Balken an der Akkuanzeige. Das kann sich absolut sehen lassen! Das heißt, im Eco Modus sollten ca. 1.700 Höhenmeter machbar sein. Damit liegt es im Mit- telfeld der Leicht-E-Bikes. Es sind zwei Modi für die Motorleistung wählbar, wobei beide in Eco/Trail/Boost unterteilt sind. Modus 1 gibt die vollen 85 Nm Leistung ab. Da wird der Akku zwar nicht lange halten, aber für die schnelle Feierabend- runde macht das durchaus Sinn. Modus 2 ist auf 60 Nm reduziert, in diesem Modus waren wir unterwegs. Was ebenfalls erwähnenswert ist: Das R.X375 lässt sich sogar ohne Motorunterstützung gut treten. Wenn also der Akku mal leer sein sollte und es nicht allzu steil bergauf geht, kommt man mit dem Rotwild immer noch nach Hause. Die angenehm gestreckte Sitzposition lässt auch steile Anstiege problemlos bewältigen. Der sehr steife Rahmen (auffällig im Vergleich zur Leicht-E-Bike Konkurrenz) gibt die Kraft sehr gut in Vortrieb weiter. Für längere Touren empfiehlt es sich, einen Ersatzakku dabei zu haben. Der ist beim R.X375 auch blitzschnell per Knopfdruck gewechselt. Bergab ist das R.X375 eine Macht, wendig und verspielt. Der Hinterbau ist das Beste, was in diesem Bereich zurzeit zu haben ist. Hier kommt dem R.X375 seine enorme Steifigkeit zugute, was aber etwas zu Lasten des Ge- wichts geht, denn mit 19,7 kg ist es nicht gerade das leichteste Light-E- Bike. Größere und schwerere Fahrer werden jedoch dankbar sein. Das R.X375 ist Dein idealer Begleiter für anspruchsvolle Trailtouren mit tech- nisch schweren Abschnitten, hier spielt es sein volles Potenzial aus. Wenn man das Gewicht noch ein wenig abspeckt, dann steht hier das perfekte Gefährt. Wer nur noch ein Bike haben will und die nötige Fitness mitbringt wird mit dem Rotwild R.X375 viel Freude haben. www.rotwild.de Fotos: Patrick Valorzi
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