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Was wäre wenn? Türkei – Kappadokien


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Wir befinden uns im Herzen der Türkei, einem – nüchtern gesehen - flächenmäßig im Verhältnis sehr kleinem Gebiet. „Echt jetzt? Es fühlt sich unendlich groß und weit an, jetzt wo wir mittendrin sitzen!“ Und wir können beide nur mehr ein einziges, kleines Wort denken und aussprechen: „Wow!“

Wir trauen unseren Augen nicht, es ist kaum zu fassen, dass es so etwas wirklich gibt: Was für eine atemberaubende Landschaft. Der Blick schweift über tausende und abertausende, von Mutter Natur über Jahrmillionen geformte natürliche Sandsteingebilde und Felsformationen. Die Stimmung ist unfassbar schön und es scheint schier unmöglich, alle Eindrücke in sich aufzusaugen.

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Sollte unser Traum wirklich Realität werden? Sollte es in dieser surreal anmutenden Landschaft auch noch Freeride Lines geben? Ja! Sollte es! Und sogar noch viel besser, als wir uns es vorstellen hätten können. Einfach traumhaft! Die ersten Lines, die wir entdecken, sind klassische, super spaßige und extrem flowige natürliche Bobbahn-artige Trails mitten durch diese pompös emporragenden, einzigartigen Felsgebilde. Ein unglaubliches Gefühl, hier durchzuheizen!

Phallusförmige Sandsteinspitzen ragen in einer unglaublichen Zahl aus diesem Teil der Region hervor. Entstanden sind sie durch den Einfluss vieler Faktoren: Wetter, Wind, Nässe, Trockenheit und Temperaturunterschiede haben über viele tausende Jahre diese einzigartige, wahrlich fabelhafte Welt geformt. Zwischen den Spitzen liegt Wüste, graue Sandwüste, um genau zu sein. Das Paradies eines Freeriders. Freiheit pur. Tag für Tag und immer wieder aufs Neue sind wir überrascht und begeistert, was wir Neues und Unglaubliches entdecken. Wir stehen praktisch nonstop mit offenem Mund und staunend wie Kinder da.

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Und trotzdem: Das wars noch nicht. Immer wieder ändern sich Landschaft und Vegetation unerwartet und kleinräumig, sodass man immer wieder von Neuem das Gefühl hat, Neuland zu betreten. Diese charakteristischen Gebiete stehen sich gegenseitig in Schönheit um nichts nach, immer wieder zaubern sie ihre ganz eigene Stimmung in die Landschaft. Mit jedem Schritt tiefer in diese Landschaft steigt die Verwunderung über dieses atemberaubende Bild direkt vor einem. Ungefähr so muss man sich fühlen, wenn man die ersten Schritte auf dem Mond macht. Hallo, Neil Armstrong! Hier in Kappadokien allerdings kann man nicht nur ein paar aufregende Schritte zu Fuß gehen und die Aussicht genießen. Nein, man kann auch biken. Und wie! Größter Spaß: Richtig Gas geben und den Dreck ins Licht des Sonnenuntergangs schießen!

Während es woanders nach actionreichen Tagen am Bike oft schwer ist, abends abzuschalten und runterzukommen, passiert das hier in dieser märchenhaften Kulisse fast von alleine – und nicht nur nach Feierabend: Immer wieder mal nehmen wir uns die Zeit, um die letzte Line Revue passieren zu lassen, die Zeit um all diese Eindrücke sacken zu lassen, die Zeit um das Panorama aufzusaugen und kurz darüber nachzudenken was da grad eigentlich alles passiert. Diese Momente der Stille, des Staunens, des Genießens und der Wertschätzung lösen in uns ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit aus. Klingt ziemlich stoked, ist es auch: Wir gehen ganz im Moment auf und sind erfüllt von dem was wir gerade tun.

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Aber hey, keine Zeit um zu schwelgen! Weiter geht’s! In Gedanken noch auf dem Mond taucht inmitten dieser leeren oder auch eben gar nicht leeren Wüstenlandschaft auf einmal Vegetation auf. „Sag mal, sind wir nun im Auenland?“ Sogar Hobbit-Höhlen gibt es zur Genüge. Fehlt nur noch, dass uns Gandalf der Graue über den Weg läuft und uns eine schicksalsträchtige Aufgabe erteilt… Ich fühle mich wie Hannes im Wunderland und Christoph läuft zur Hochform auf, um aus dem extravaganten Ausblick auch wirklich alles fotografisch rauszuholen. Wir können uns nur wiederholen: Wo nur sind wir hier?

Tiefgrüne Pflanzen und schönste Blumen, die ein ganz neues Bild erschaffen und mit ihrer Pracht erfüllen und schmücken. Nochmal schöner? Oder doch nur anders schön? Für welche Sichtweise man sich auch entscheidet, sicher ist jedenfalls, dass diese Gegend Kappadokien eine weitere, unerwartete Seite hinzufügt. Wo sonst kann man an einem einzigen Tag zwischen ausgetrocknetem, grauen Wüstensand und allerfeinsten Singletrails durch tiefgelbe Blumenfelder wählen? Und dann sind diese Trails auch noch spaßig und schnell. Zeit ein bisschen Gas zu geben!

Was für ein intensiver Ort! Was für eine Schönheit! Was für ein Fleck auf dieser Welt! Und dem Ganzen nicht genug, steigen auf einmal hunderte Heißluftballons empor. Kann denn das jetzt wirklich passieren? Ganz echt? Ja, denn Kappadokien ist nicht nur traumhaft zum Biken, sondern auch eine weltbekannte Ballonfahrer-Gegend. Der Sonnenaufgang im Heißluftballon über Kappadokien soll der schönste der Welt sein, hört man. Wir hatten schon viele schöne Momente hier erlebt, unzählige unwirkliche Landschaften und Gegenden gesehen. Dieses Spektakel aber übertrifft alles nochmal, auch wenn wir nicht gedacht hätten, dass das überhaupt möglich ist.

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Eine komplett surreale Fantasiewelt wurde hier vor unseren Augen sozusagen zum Leben erweckt und Realität. Der ohnehin schon paradiesische Hike bekam mit der aufsteigenden Ballon-Armada am Himmel die Krone aufgesetzt. Einfach nur WOW! Und für uns definitiv ein unvergesslicher Bikeride, der für immer auf unserer Best-of-Liste verewigt sein wird.

Und dann, als i-Tüpfelchen, dann kommt sogar noch ein Gewitter. Dunkle bedrohlich wirkende Wolken ziehen über eine ohnehin schon unwirklich erscheinende Gegend. Ein Anblick, der einen denken lässt, man ist im Niemandsland angekommen. Gleichermaßen furchteinflößend und wunderschön. Unfassbar. Atemberaubend.

Stillstehen und genießen. Wegfahren und erleben. In so einem Moment will man alles gleichzeitig tun, auf jeden Fall aber will man es in all seiner Pracht in sich aufsaugen: Die epische Wetterstimmung am Horizont, eine Landschaft, die ihresgleichen sucht und flowige Trails mitten durchs Paradies. Einfach alles, was das (Biker-)Herz begehrt! Ein nicht endendes Aufbauen an immer wieder neuen Spannungselementen. Eine Geschichte wie in einem Krimiroman. Eine Reise durch eine Welt die eigentlich, so dachten wir zumindest, nur in unseren Träumen existiert. Umso schöner und spannender aber im echten Leben.

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Das einzige was noch fehlt,… Was? Da fehlt noch was? „Fehlen“ ist in diesem Fall wohl wirklich das falsche Wort. Trotzdem wäre gegen ein bisschen Adrenalin als Punkt auf dem “i“ von Fantasie nichts einzuwenden. Ein letzter bedrohlich wirkender Blick in die Tiefe, ein letzter actiongeladener Trick am Abgrund und eine letzte direkt anschließende steile Abfahrt ins Nichts – ein atemberaubender Canyon als Abschluss einer unglaublichen aber realen Fantasiereise? Warum nicht? Ja genau, warum nicht! Rein in die Steilfahrt, ein letzter, adrenalingeladener Ride vor dem Aufwachen… Moment. Vor dem Aufwachen?

Was für eine Erfahrung. Was für ein Erlebnis. DANKE Planet Erde. DANKE Kappadokien.

Infobox

Kappadokien.

Kappadokien liegt in Zentralanatolien in der Türkei. Einer der bekanntesten Orte und das Zentrum Kappadokiens ist Göreme mit seiner aus dem weichen Tuff herausgehauenen Höhlenarchitektur. Die einzigartigen Felsformationen wurden 1985 von der UNESCO als „Nationalpark Göreme und die Felsbauten von Kappadokien“ in die Liste des UNESCO-Weltkultur- und -Naturerbes aufgenommen. Eine weitere Besonderheit sind die zahlreichen unterirdischen Städte, die seit den 1960er Jahren freigelegt wurden

Entstanden sind die spektakulären Felsformationen durch intensive vulkanische Tätigkeit. Durch die Erhebung des Taurusgebirges im Süden wurden im inneren Anatoliens große Mengen Lava langsam an die Erdoberfläche gedrückt, was schließlich zur Bildung der Vulkanlandschaft Kappadokien führte.

Anreise.

Flüge von Deutschland in die Türkei (zB nach Kayseri ASR oder Nevşehir NAV) gibt’s schon ab ca. 150 Euro (ohne Biketransport). Von dort geht’s am einfachsten per Leihwagen weiter.

Unterkunft.

Am besten von zuhause aus buchen. Auf den diversen Plattformen werden Unterkünfte aller Luxus- und Preiskategorien angeboten.

Bikeguiding.

Mittlerweile bieten etliche Reisedienstleiter Bikeguidings durch die Felsformationen an. Am besten ebenfalls schon von zuhause aus Kontakt aufnehmen um ein Gefühl dafür zu kriegen, ob das passt. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, bucht bei den einschlägigen europäischen Anbietern den Kappadokien-All-Inclusive-Biketrip, wer’s abenteuerlich mag plant selbst und lässt sich von der atemberaubenden Landschaft und ihren unendlichen Bike-Möglichkeiten überraschen.

Hannes Klausner ist seit mehr als 15 Jahren Vollblut-Mountainbiker. Der Salzburger ist ein klassischer Freerider der alten Schule und gilt als einer der Gründerväter der europäischen Freeride-Szene: Nachdem er ein paar ausgewählte Downhill-Bewerbe gefahren war, entwickelte er sich bald zum klassischen Freerider und MTB-Abenteurer. „Freeriden bedeutet für mich Freiheit. Ich liebe Natural Spots und versuche immer, sie bestmöglich in Szene zu setzen – bzw. sie mit meinem besten können zu fahren.“

https://www.instagram.com/hannes_klausner/ | https://www.facebook.com/hannes.klausner.50

Der Linzer Christoph Breiner kündigte seinen Job als Konstrukteur, um Vollzeit-Fotograf zu werden. „Eigentlich hatte ich nie vor, Fotograf zu werden. Ich wollte nur ein paar Bilder von meinen Freunden beim Mountainbiken machen. Aufgrund des schlechten Lichts im Wald wurden diese aber alle unscharf.“ Er beschäftigte sich intensiv mit Sportfotografie, hatte drei Monate später seine erste Doppelseite in einem Magazin, studiert im Master Fotografie an der Kunst-Uni und überzeugt mit seinen künstlerischen, ästhetischen Bildern.

https://www.instagram.com/christoph_breiner/ | https://www.facebook.com/christoph_breiner




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