bergstolz

Trailerfun im Vinschgau


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Ballern was das Zeug hält
Das Vinschgau reicht vom Reschenpass bis fast nach Meran und bietet zahlreiche Möglichkeiten für Mountainbiker. Durch das ganze Tal ziehen sich die Mountainbiketrails, links und rechts die Berge hinunter.

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Die teilweise sehr steilen Auffahrten können durch gut ausgebaute Wege erklommen werden, was natürlich die Cross-Country und Marathonfahrer freuen wird. In Latsch und Umgebung hingegen kommen die Endurofahrer voll auf ihre Kosten. Mit Shuttleunternehmen oder der St. Martin Bahn geht es hoch, diese erschließen die teilweise sehr anspruchsvollen Trails. Wer eine Woche oder länger im Vinschgau ist sollte auf jeden Fall einen Abstecher nach Reschen machen, denn hier warten auch noch mal sehr abwechslungsreiche Trails auf Euch. Sehr interessant sind auch einige Seitentäler wie das Martelltal oder das Stilfsertal, das auf das 2.757 Meter hohe Stilfser Joch führt – immerhin der zweithöchste Pass der Alpen! Bekannt aus diversen Alpenüberquerungstoure

Unser dreitägiger Trailcheck führt uns durch die Regionen von Latsch Schlanders und Reschen. Unseren Stützpunkt hatten wir in Prat, von hier aus starteten wir in der Früh nach Schlanders, wo der Michi Schöntaler am Bahnhof ein Caffè und Shuttleunternehmen betreibt. Wir steigen in das Shuttle und fahren auf der Nordseite des Vinschgaus Richtung St. Martin hoch – unser Ziel ist der Einstieg in den Panoramatrail. Ohne Shuttle ginge es auch, da nimmt man dann am besten die St. Martin Bahn und quert rüber. Die sportlich hochambitionierten treten natürlich einfach rauf…

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Nach nicht gerade dem schönsten Sommer - denn es hat auch hier im Vinschgau viel geregnet - haben wir einen super sonnigen Tag erwischt und starten in den Panoramatrail. Der Trail ist technisch und bis auf ein paar S3 Stellen gut zu fahren. Die eigentliche Herausforderung ist die Anlage des Trails: Teilweise verläuft er an einem sehr steilen Abhang, hier sind keine Fehler erlaubt – ein Absturz ginge wohl eher nicht glimpflich aus. Dafür sind wir so gleich am Morgen hellwach.

Landschaftlich ist der Trail ein Traum, hoch über dem Vinschgau zieht er sich am Hang entlang. Nach der Hälfte des Trails wird gerade an eine neue Hängebrücke gebaut, die bis Ende dieser Saison fertiggestellt werden soll. Noch nimmt man hier aber die Um-fahrung. Nach 2,5 Kilometern ist der Trail auch schon wieder zu Ende und wir cruisen weiter zum Propain Trail. Der Propain Trail ist ein Flowtrail mit einigen engeren Anliegerturns und coolen Sprüngen. Hier lassen wir es laufen, eine gute Abwechslung und regelrecht entspannend zum Panoramatrail. Der Propain Trail zieht sich durch einen lichten Kiefernwald 3,9 km und 830 Tiefenmeter bis nach Schlanders hinunter. Und übrigens: Er lässt sich von Schlanders direkt aus hochtreten.

Lorenz hat schon diesen ersten Vormittag für ein paar coole Fotos genutzt und so rollen wir entspannt – wir haben heute schließlich schon ordentlich gearbeitet! – zur Goldenen Rose, wo das Mittagessen auf uns wartet. Gestärkt gehen wir auf der anderen Bergseite den Holy Hansen Trail an. Am Haslhof nehmen wir noch einen Espresso zu uns und steigen dann in den super schnellen, coolen Holy Hansen Trail ein. Holy grail, ist der geil, verblockt und wurzelig! Schnell geht es zur Sache, etwas Federweg am Bike gereicht hier nur zum Vorteil. Schnelle, flowige Abschnitte wechseln sich mit steilen Stufen ab, und das auf 6 km und über 900 Tiefenmetern. Das ist großes Kino! Unten angekommen geht es wieder zurück nach Schlanders, wo wir uns am Bahnhof, beim Bikertreff bei Mich treffen und den ersten Tag bei einem Bierchen ausklingen lassen.

Am zweiten Tag fahren wir gleich in der Früh nach Reschen und steigen in die Schö-nebenbahn. Hier entstand in der Coronazeit ein neuer Flowtrail für die ganze Familie. Schwungvoll und flowig verläuft der Trail durch den lichten Kiefernwald. Anfänger und Fortgeschrittene haben hier Spaß. Die Fortgeschrittenen können nach jeder Fahrt schauen, ob sie noch schneller durch die Anlieger gepfiffen sind. Der Trail geht bis zur Teerstraße und soll noch bis ganz unten zur Talstation weitergebaut werden, aber daswird dann wahrscheinlich nächstes Jahr werden. Das Reschengebiet will nun verstärkt nicht nur die Endurofahrer ansprechen, sondern auch Familien. Wir können schon jetzt verraten, dass Ihr dazu im Aprilheft 2022 in unserer Kidsstory aus Nauders/Reschen mehr erfahren werdet. Der Flowtrail verläuft neben dem Schönebentrail, der ja nicht ganz so flowig ist. Hier geht es besonders bei nassen Verhältnissen schon zur Sache. Wurzelig und steil, so wie man die Trails in Reschen und Nauders kennt, es ist ein ge-lungener Mix an dem wir uns den ganzen Vormittag gespielt haben. Mal Flowtrail dann wieder Schönebentrail - Endurofeeling.

Bis wir uns umschauen ist es dann auch schon wieder Zeit zum Mittagessen. Wir fahren noch mal den Flowtrail und dann links die Teerstraße hoch, wo wir nach kurzer Zeit auf die Forststraße zur Reschenalm abbiegen. Nach zirka 20 Minuten kommen wir an der Reschenalm an und genießen den wunderbaren Ausblick auf den Reschensee und die umliegenden Berge. Knödeltris ist hier die Spezialität. Drei verschiedene Knödel mit drei verschiedenen Soßen. Mmmh, ein Gedicht! Und als Nachspeise noch ein Tiramisu und Espresso. Was will man mehr?

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So gestärkt geht es weiter zum 3 Länder Trail. Gigantische Almwiesen führen auf den Trail nach Nauders hinüber. Wir kommen an die Passstraße und fahren kurz zur Bergkastelbahn hoch. Hier wartet der nächste Flowtrail auf uns, der Zirmtrail der auf über 2.500 Metern Höhe beginnt und 3,7 km lang ist. Wir fahren nun weiter an der Stieralm vorbei auf die Plamorthochebene mit ihrem Bunker und den Panzersperren. Mussolini ließ hier 1938 die Wehranlagen errichten, um sich vor den deutschen Invasoren verteidigen zu können. Leider hat das nicht viel genützt. Sie kommen auch heute noch in Scharen, insbesondere auf ihren Carbonrössern…

Wir fahren nach dem Grenzübergang links, den leicht ansteigenden Hügel hoch und haben noch mal einen wunderbaren Blick auf den Reschensee, bevor es dann weiter geht. Zuerst ein Stück auf der Forststraße und dann links steilabfallend in den Plamort Trail und weiter in den Bunkertrail. Mein Lieblingsteil in der Region. Hier kommt richtiges Downhillfeeling auf. Schnell und verblockt geht es hier zur Sache. Leider hat der Spaß ein schnelles Ende, da die Kollegen jeweils einen Platten haben. Und wir erst mal flicken müssen. Danach lassen wir es weiter rumpeln und scheppern, bis wir wieder unten im Ort Reschen ankommen und zur Schönebenbahn rüber rollen, wo unser Auto parkt. Eine sehr schöne Runde, die wir hier genießen konnten! Sehr abwechslungsreiche Trails und mit gigantischer Natur und super Essen eine unschlagbare Kombination. So geht es wieder zurück nach Prat in unsere Unterkunft im Hotel Zentral.

Der dritte Tag führt uns noch mal nach Latsch, wo wir wieder mit Michi Schöntaler und unserem Guide Simon unterwegs sind. Leider ist das Wetter nicht mehr so toll und es nieselt leicht. Wir fahren nach St. Martin hoch und steigen bei Nebel in den Sunny Benny ein, ein sehr flowiger Trail, der uns gleich wieder in gute Laune versetzt. Mit dem Nebel gibt es eine besondere Stimmung auf den Bildern. So sliden wir auf dem felsigen Untergrund den sehr langen Sunny Benny Trail mit 8,8 km und über 1.300 Tie-fenmetern hinunter. Bestimmt sehr spaßig bei schönem Wetter, aber auch im feuchten hat er ziemlich viel Spaß gemacht.

Unten angekommen warten wir auf den Michi und er bringt uns auf die andere Seite des Tals. Wo wir den Sessellift zur Tarscheralm hochnehmen. Auf der Tarscheralm kehren wir zum Mittagessen ein. Das kühle Wetter hat uns hungrig gemacht, aber wir haben nicht mit so großen Portionen gerechnet. Es gibt da Riesenschnitzel, die wir kaum essen konnten. So half nur ein starker Espresso, damit wir wieder in Schwung kommen. Simon zeigt uns einen neuen Trail den keiner von uns kannte, den Barbarossa Trail, der ent-stand 2018. Den Namen hat der Trail von seinem rotbärtigen Shaper, Gabriel Tappeiner, dem Traildoktor aus Latsch. Er hat hier auf 4 km Länge ein flowiges Prachtwerk in den Berg gezaubert. Nicht sehr schwierig, im Bereich S1 und S2 sind die Anlieger in die Natur integriert und verleiten zum Schnellfahren. Bilder haben wir schon ausreichend im Kasten und so heizen wir längere Stücke den Trail hinunter. Leider fängt es an zu regnen und es braut sich ein fetter Regenschauer zusammen. Es gießt letztendlich wie aus Kübeln, sodass wir nun zum Ende unsere 3 Tagestour kommen. Es war herrlich hier im Vinschgau. Die Trails sind erste Sahne, genauso gut wie das Essen und es waren wenig Biker unterwegs. Mehr shredden und ballern kann man wirklich nicht in drei Tage packen!

Text: Günter Scholz // Foto: Lorenz Masser

Infobox

// ANREISE
» Von München über Brenner-Autobahn bis Ausfahrt Bozen, dann die Staatstraße SP38 nach Meran und weiter nach Latsch. Alternativroute über A12 Innsbruck, vor Landeck auf die 184, dann über Reschenpass nach Latsch.

// UNTERKUNFT
» Hotel Zentral, Via Principale, 39026 Prad am Stilfser Joch
   www.zentral.it
» Hotel Goldene Rose, Fussgängerzone 73, 39028 Schlanders
   www.hotel-goldenerose.it
» Hotel Etschquelle, Neudorfstrasse 43, 39027 Reschen
   www.hotel-etschquelle.com

// ESSEN
» Hotel Goldene Rose, Fussgängerzone 73, 39028 Schlanders, Tel.+390473730218
» Reschen Alm, Altdorfstrasse 53, 39027 Reschen, Tel. 00393516494644
» Tarscher Alm, Mühlenweg, 39021 Latsch, Tel. 00393281756069

//BIKE GUIDES
» Simon Alber – Bikeguides Südtirol Tel.0039335105250

// SHUTTLE SERVICEREISEZEIT
» Michis Bikeshuttle Vinschgau
   Michi Schöntaler // Tel./Whatsapp: 0039.338.507.462
   www.mobil-car.com




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