kommen endlich auf einen verblockten Trail der uns nach kurzer Abfahrt zur schönen Hütte „Capanna dei Celti“ führt. Hier bekommen wir wieder sensationelle Pasta serviert und alleine aus diesem Grund lohnt sich die lange Auffahrt. Frisch gestärkt erzählt uns Harry, von den Stray Dogs, einer lokalen Crew, die den Trail Namens Poggio Perduto DH pflegen und Instand halten. Natürlich wollen wir den Trail unbedingt fahren. Also geht es noch einmal bergauf, vorbei an den Skipisten bis zum Einstieg. Vor Ort sind wir dann etwas enttäuscht, weil er technisch viel einfacher war als erwartet. Wir genießen aber trotzdem die wilde Natur! Zurück in Montecreto, erzählt uns Harry von Fanano, welches als Enduro Epizentrum bezeichnet wird. Dort kümmern sich die Jungs vom Cimone Enduro District um die Trails und organisieren jedes Jahr ein Endurorennen. Für uns ist sofort klar: Genau dort führt uns die Reise als Nächstes hin. Etwas außerhalb von Fanano checken wir im Ecoday Camping ein. Der Campingplatz liegt mitten im Grünen, ist sehr ruhig und chillig. Für den nächsten Tag holt uns Harry ab. Auf dem Programm stehen 46 Kilometer und fast 2.000 Höhenmeter. Harry sitzt diesmal selbst auf einem E-Bike, denn die Auffahrt hat es in sich. Wir vertrauen auf unsere Santa Cruz Bullit E-Bikes, sind aber etwas besorgt, ob der 600W/h Akku auch ausreicht. Also heißt es: Eco-Modus einschalten und möglichst sparsam fahren. Auf der Hälfte der Strecke kehren wir zur Mittagszeit in die Capanna Tassoni Hütte ein. Und werden mit Tagliatelle Lepre (Hase) belohnt. Die Gaumenfreuden auf den Hütten der Region sind phänomenal und mein Kumpel Roland und ich sind uns einig das wir hier nicht zum letzten Mal waren. Mit vollem Bauch geht es nun weiter hoch zum Duca degli Abruzzi. Oberhalb der Baumgrenze geht es auf einem Pfad technisch fordernd berghoch, bis wir an den kleinen Lago Scafaiolo kommen. Am gleichnamigen Refugio gönnen wir uns noch einen Espresso und Kuchen. Vor uns liegt schließlich eine lange Abfahrt. Die sanften Hügel hier oben sind übersät mit Heidelbeersträuchern. Soweit das Auge reicht, wachsen hier die berühmten Mirtilli, mit denen ein Großteil Italiens versorgt wird. Kurz darauf erreichen wir den Wald und es wird etwas ruppiger. Der endlose Trail ist nicht allzu schwierig hat aber viele schnelle Passagen und lässt uns Herz höherschlagen. Am völlig zugewachsenen Lago Partignano, kommen wir bald auf den nächsten Trail. Mit der War Line haben die Jungs von Cimone Enduro District einen super Trail in die Landschaft gezimmert. Wir lassen es richtig laufen, ein sehr cooler Trail. Nach 2,7 Kilometern ist der Spaß zwar schon wieder vorbei, doch das Trail Abenteuer noch lange nicht. Über einen weiteren Anstieg erreichen wir den Ca Fuochi Trail, der ebenfalls Teil des alljährlichen Endurorennen ist. Verblockt und steinig trotzdem schnell müssen wir uns nochmal voll zusammennehmen und nach 3 Kilometern erreichen wir wieder Fanano. Was für eine traumhafte Tour! Harry verabschiedet sich von uns, denn die nächsten beiden Tage übernimmt Michele von Cimone Enduro District. Den Abend lassen wir bei Pasta, Tagliata und Mirtilli mit Mascarpone in Fanano ausklingen. Michele steht pünktlich um acht Uhr mit seinem Santa Cruz Vala auf unserem Campingplatz. Eines muss man noch erwähnen: Wer hier mehrere Tage am Stück unterwegs sein möchte, profitiert eindeutig von einem E-Bike. Die täglichen 2.000 Höhenmeter wären sonst eine echte Ansage. Michele kennt jeden Trail der Region und zeigt uns, was der Cimone Enduro District in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Durch das Enduro Rennen ist Fanano in Italien keine Geheimtipp mehr, aber bei uns ist die Region noch nicht sehr bekannt. Die Trails zeichnen sich vor allem durch flowige und verblockte Abschnitte mit teils ausgesetzten Passagen aus. Wer über eine solide Fahrtechnik verfügt, kommt hier voll auf seine Kosten. Am Ende stehen erneut 42,7 Kilometer und 1.864 Höhenmeter auf dem Tacho. Natürlich führt uns die Tour wieder an der Capanna Tassoni vorbei, wo wir natürlich einkehren. Obwohl Wochenende ist, begegnen wir erstaunlich wenigen Bikern und genießen die Ruhe. Lediglich am Campingplatz wird es voller. Kein Wunder: Die Städte Modena und Bologna sind nicht so weit entfernt und locken viele Leute in die wundervolle Bergwelt. Am Ecoday Campingplatz ist auch ein ausgezeichnetes Speiselokal und so lassen wir den Abend mit einem fantastischen Abendessen ausklingen. Für den letzten Tag kündigt Michele noch eine besondere Tour an. Nur eins verrät er vorab: Mit unserer Akkuleistung werden wir die Tour nicht schaffen. Also laden wir unsere Bikes während einer kurzen Pause an der Capanna Tassoni nach und fahren weiter zum Passo Croce Arcana, hier sehen wir auf der anderen Bergseite in 25 MONTE CIMONE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026
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