No. 138

16 AMER I KA Bergstolz Ski & Bike Magazin • 06/2026 Denali (6.190 m), USA Deadhorse an der Küste des Arktischen Ozeans ist der nördlichste Straßenpunkt Amerikas, am Ende des Dalton Highways. Von hier startet Tobi auf seinen 1.000 Kilometer-Anreise zum Denali: auf vereisten Straßen bei Temperaturen bis -30 Grad Celsius. An den kältesten Tagen steigt er alle zehn Minuten ab, um sich mit Hüpfen und Sprints aufzuwärmen. Er trägt die für den Denali gedachten Expeditionsschuhe bereits beim Radfahren und eine dicke Vaseline-Schicht im Gesicht. Die riesigen Öltrucks sind kein Problem: Per Funk haben sich die Trucker über den Roadtrip des Schweizers informiert. „Es war kein sanfter Start. Ich war direkt in einer anderen Welt. Man denkt vielleicht, ob -20° oder -30° ist dann eh egal – aber ich weiß jetzt, wie groß der Unterschied ist. Doch die arktische Landschaft war einfach auch unglaublich schön, am Tag wie in der Nacht mit leuchtenden Polarlichtern.“ In den zehn Gravel-Tagen gilt es allerdings, nicht zu viel Zeit zu verlieren. Es gibt zwei sehr gute Argumente, den Denali nicht zu spät zu erreichen. Wer nicht – wie üblich – mit dem Flugzeug ins Basecamp fliegt, startet tief. Der Ausgangsort Talkeetna liegt auf 106 Metern und es gilt zum einen, die riesigen Flüsse noch gefroren zu queren und zum anderen den spaltendurchzogenen Fuß des Gletschers mit ausreichender Schneedecke zu erreichen. „Nicht zu fliegen, bedeutete: Wir waren für unten fast zu spät – und für oben zu früh. Während der Saison ist es wärmer und die Bedingungen sicherer.“ Die Besteigung / Schwere Logistik, absolute Einsamkeit Auf den Denali begleiten Tobi die beiden Bergsteiger und Abenteurer Heli Hofman und Laetitia Lam. Das Trio ist nicht nur auf dem 120 Kilometer langen Zustieg allein – sie sind 2026 die Allerersten am Berg. Die Saison startet erst Wochen später. Und Alaska erlebt einen der sturm- und schneereichsten Frühjahre der letzten Jahrzehnte. Die extrem schlechten Bedingungen sind das eine – das andere ist die fordernde Logistik durch die Abgelegenheit des Berges. Es sollte sich zeigen, dass es eine gute Entscheidung war, viel Material einzupacken... „Uns fehlte es an Erfahrung und der Denali war schwer einzuschätzen. Wie viel, wie wenig Material zieht man 6.000 Meter den Berg hoch? Brauchen wir 20 oder 40 Tage? Wieviel Verpflegung nehmen wir mit? Wieviel Benzin und WC-Papier?“

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