ROHRMOSER
keine Ahnung wieso... Als wir an der Bergstation die Alpspitzgondel aus-
stiegen und zum Einstieg der Alpspitz-Nordwand hinauf schauten, dachte
ich mir nur, dass ist eigentlich nicht wirklich das, was ich bei 40cm Neu-
schnee jetzt machen will und vor allem Spuren! Da hätten wir sicher zwi-
schen zwei bis drei Stunden gebraucht, um den Gipfel zu erreichen. Anton
meinte: „Nicht der Aufstieg macht mir Sorgen, das ist Sicher, sondern die
Zeit, die beim Spuren drauf geht.“ Es ist schwer zu sagen, wie der Schnee
in drei Stunden im Osthang sein wird. Der Hang ist viel befahren, es ist
Anfang Februar und es ist kalt. „Schauen wir mal zum Einstieg und dann
entscheiden wir uns, es gibt ja noch zwei weitere Varianten vom Gipfel
abzufahren.“
Als wir zum Einstieg rüber querten, sahen wir drei Kollegen von Anton,
die das gleiche vor hatten und schon zu Spuren begannen. Wir hatten sie
kurz beobachtet und beschlossen, schnell zwei Fotos neben dem Einstieg
zu machen. Erstens, um etwas Gefühl für den Schnee und Stabilität zu be-
kommen und zweitens um zu warten bis die Jungs etwas gespurt haben.
Nach ca. 30 Minuten hatten die drei Locals nur sehr mühsam wenige
Meter geschafft, das war für uns das Zeichen, unsere Unternehmung ein
weiteres Mal zu überdenken. Schließlich entschieden wir uns gegen den
Gipfel und entschlossen uns, das perfekte Foto-Licht zu nutzen.
Bis Mittag hatten wir einige gute Bilder zusammen und das Nebelmeer über
Garmisch und den deutschen Voralpen Raum begann sich zu lichten. Die
Kollegen von Anton hatten wir immer im Auge, man passt halt gegenseitig
auf sich auf. Als diese nach guten drei Stunden am Ausstieg waren und wir
unsere Photospots abgegrast hatten, beschlossen wir, übern Bernadainhang
abzufahren und mit den Fellen zur Stuiben Hütte aufzusteigen!
Nach etwa 20 Minuten Aufstieg saßen wir an der Hütte und beobachteten
die drei vom Klettersteig, wie sie sich mit einem Zwischenstopp am Grat
über den Osthang ihre Spuren ins Oberkar zogen.




