Seite 38 | BERGSTOLZ Ski Magazin Dezember 2015
NAC
konnten wir beobachten, wie sich immer mehr Leute ins freie Gelände
wagten, zum Teil leider auch ohne entsprechende Ausrüstung und
Kenntnisse über alpine Gefahren. Auch im touristischen Marketing wird
immer mehr mit Pulverschnee und unberührtem Gelände geworben
und viele Gäste kommen auch gerade deswegen zu uns in die Alpen.
Was fehlte war eine Möglichkeit für den Gast, sich über die Gefahren
zu informieren und weiterzubilden, und genau aus diesem Grund
haben wir damals die Initiative ergriffen und den Verein NAC gegrün-
det, um ein solches Angebot zu schaffen.“
„Die Arbeit mit Jugendlichen ist uns immer schon sehr am Herzen ge-
legen. So war es für uns naheliegend, Vorträge und Workshops in Ju-
gendgästehäusern in Obertauern anzubieten, um den Kids, die eine
ganze Woche hier verbringen, einfach einmal ein grundlegendes Ba-
siswissen über Schnee, den Aufbau der Schneedecke und die Entste-
hung von Lawinen zu vermitteln.Wenn die Kids neugierig sind, halten
sie schon am nächsten Tag Ausschau nach Wechten und Triebschnee-
paketen und lernen ihre Umwelt mit anderen Augen wahrzunehmen.“
„Die Kinder und Jugendlichen sind wissbegierig und lernen schnell.
Seit drei Jahren fahren wir einmal dieWoche mit den Kids vom Skiclub
Obertauern durchs Skigebiet und zeigen Ihnen unsere Art und Weise
Ski zu fahren.Wir sind ja alle irgendwo in der Freeski-Szene verwurzelt
und mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es auch den jungen
Rennfahrern überhaupt nicht schadet, wenn sie ab und zu switch fah-
ren, Kicker springen oder eben auch im Tiefschnee ihre Schwünge zie-
hen können. Die Jungs und Mädels freuen sich jede Woche auf
Samstag, wenn wieder „Spass im Schnee“ am Programm steht. Für
uns ist es die perfekte Möglichkeit, unser Wissen an die nächste Ge-
neration weiterzugeben und unsere Begeisterung für den Sport und
die Natur mit ihnen zu teilen.“
„Das ist ja auch irgendwo einer der Grundgedanken unseres Kollektivs,
ein Aspekt, der gerade unter Freeridern vor lauter „no friends on
powderdays“ oftmals völlig untergeht, dass geteilte Freude eigentlich
doppelte Freude ist. Und dass man gemeinsam viel mehr erreicht, als
man alleine jemals schaffen kann. Wenn alle zusammenhelfen und
jeder seine persönlichen Fähigkeiten und Kenntnisse einbringt, dann
lässt sich einiges auf die Beine stellen. Vor 3 Jahren zum Beispiel hat
uns ein befreundeter Parkshaper aus Obertauern erzählt, dass ein paar
seiner estnischen Freunde nach Österreich kommen wollen, um einen
Ski- und Snowboardfilm zu drehen. Richtig gute Freestyler, aber keine
Erfahrung im Backcountry. Wie denn auch, in Estland gibt’s zwar ge-
nügend Schnee, richtige Berge kannten die Jungs aber nur von Bildern
und Videos. Jedenfalls haben wir sie nach Obertauern eingeladen und
ihnen unsere liebsten Spots gezeigt. Auch wenn's mal länger nicht ge-
schneit hat, konnten wir ihnen irgendwo im Backcountry noch genü-
gend Pulverschnee für ein Powderlanding zeigen. Die Jungs waren uns
unendlich dankbar und haben uns dafür gelegentlich für ein paar Lines
auch mal vor die Kamera gebeten. Ein Jahr später sind sie wieder ge-
kommen und haben den ganzen Winter bei uns verbracht. Letzten




