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KING

BERGSTOLZ Bike Magazin JUNI 2016 | Seite 17

jährigen Freund aufrief – will er doch das Backcountry hinter den gebauten Strecken von

Saalbach Hinterglemm vor dem Wintereinbruch noch einmal mit einem guten Freund in

Angriff nehmen.

Natürlich konnte Timo das Angebot nicht ausschlagen, zumal auch noch ein Funken

Hoffnung in ihm schlummerte, seinen fast vergessenen, 4-beinigen Freund vielleicht doch

noch einmal wiederzusehen. Zudem wäre das auch der perfekte Anlass um das All-

Mountain-Bike seines neuen Sponsors ausgiebig zu testen und mit seinem Kumpel eine

lässige Zeit zu verbringen. Jeglicher Zweifel an der Reise ins österreichische Saalbach

Hinterglemm war verflogen – Die Zusage fiel ihm somit leicht von den Lippen. Die

Freundschaft der Beiden geht übrigens sehr weit zurück – genau genommen ganze 26

Jahre. Tibor war nicht nur als Judge bei den damaligen Contests aktiv, als muskelbepack-

ter Vorzeigeathlet der BMX Szene mit einigen Champions-Titeln und Vorbildfunktion für

viel Nachwuchsbiker, war er auch für den jungen Timo Inspiration, um sich intensiver mit

dem Thema Mountainbike auseinander zu setzen.

„Mit 18 traf ich Timo auf einem Schulausflug nach Berlin, als ich mir bei einer Raststation

etwas zu Essen holte. Der kleine Kerl kam auf mich zu und fragte, ob ich der Tibor sei, der

BMXer, und wir unterhielten uns eine Weile über Bikes und Rennen. Dieser kleine Junge

war Timo. Ich denke es war 1989! Danach trafen wir uns öfters auf BMX-Veranstaltungen,

traten sogar gegeneinander an. Es ist großartig, dass sich der Kontakt, trotz unterschied-

licher Karrieren und Plätze, festigte!“ – Tibor Simai. Einige Tage und einige Anrufe später

fanden sich Timo und Tibor oberhalb der Baumgrenze im hintersten Eck von Saalbach

Hinterglemm wieder. Es war frühmorgens, als sie an ihrem geplanten Ziel angekommen

sind. Neben den beiden tummelte sich ein Rudel Gämsen, die auf die beiden Biker auf-

merksam geworden sind. Nach kurzer Musterung, tranken sie genüsslich aus einem glas-

klaren Bergsee und verließen im Anschluss im verspielten Zick-Zack-Lauf das majestätische

Hochplateau, wo sie sich gerade allesamt befanden.

Die Sonne bahnte sich ihren Weg immer mehr durch die beeindruckenden Erhebungen der

Alpen und flutete das Tal mit einem intensiven Farbspiel, das sie erstaunen ließ. Das

Spektakel war leider nur von kurzer Dauer, doch die beiden Profis wussten es wahrlich zu

nutzen. Diese Seite der Bergwelt ist den wenigsten Bikern bekannt. Dazu bedarf es einen

eisernen Willen frühmorgens aus den Federn zu kriechen. „Early bird“ eben. Diese öster-

reichische Wildnis, die man hier vor Augen bekommt, ist es aber allemal wert. Die Wege

wurden per Fuß geschaffen, seien es im Sommer die zahlreichen Wanderer, oder seit

Ewigkeiten die Schafe auf den Almen. Dieser Kontrast zu den perfekt geshapten Park-Trails

ist einzigartig und Balsam für die Seele zugleich nach einem Sommer in den vielen

Bikeparks, die Europa mittlerweile zu bieten hat. Neo-Local Tibor zeigte auf Anhieb seine

Affinität zu diesem Untergrund. Geschmeidig und kraftvoll spielte er mit der Strecke.