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Seite 24 | BERGSTOLZ Ski Magazin November 2015

64° NORTH

war es dann soweit und so dropte Flo als erster in die Rinne hinein und machte seine

Turns in dem 50° steilen Couloir – kurz danach folgte Chris! Mehr als froh, dass alles gut

gegangen ist, kamen sie bei Benni und Sebi auf dem Safety-Spot an, die von dort aus die

zwei Freeride Worldtourfahrern und Snowboardschulbesitzern gespottet hatten und im

Ernstfall zur Stelle gewesen wären.

Nach getaner Mission ging es ab in den Süden! Sechs Stunden aufregende Autofahrt

trennten uns von einer neuen Unterkunft in Hveragerdi.

Wir hausten in einem ländlichen Hostel inmitten von Nichts, dabei entdeckten wir beim

Wettercheck, dass der Surfforecast perfekten Swell für den darauffolgenden Tag vorher-

sagte. Wie so oft auf diesem Trip, nützten wir unsere Connections und als Ingo von Arctic

Surfing erfuhr, dass wir einen Film drehten, war gleich Equipement und ein Spot Guiding

der lokalen Surfszene organisiert! Ingo scherzte: „I never surf above 4° Celsius water

temperature!“ Am nächsten Tag kassierten Chris und Flo O. nicht nur perfekte double

over head waves, sondern auch ein wohlverdientes Bad in einem heißen Fluss, nach der

super Session bei mehr als harten Bedingungen! „Feuer, Wasser, Wind und Erde, nur in

dem Land der Trolle findet man diese vier Elemente in ihrer reinsten Form!“

Direkt im Hintergrund der Surfsession sah man auch schon den Mount Hekla, Islands

zweitaktivsten Vulkan, auf den wir am Folgetag mit zwei Einheimischen unsere letzte

Splitboardtour machten!

Dazu mussten wir mit einem Superjeep ein weites Stück ins Nichts fahren, bevor wir end-

gültig auf dem ewigen Eis des sich darauf befindlichen Gletschers angekommen waren.

Straßen dorthin gab es keine. „Wir waren an einem Punkt angekommen, von dem es auf

allen Seiten nur noch bergab ging, das musste einfach der Gipfel sein!“ erklärte Chris

mit einem Grinsen bis über beide Ohren!

Der Tag hatte sich mit starkemWind und wechselhaften Bedingungen präsentiert, die uns

nach knapp 3 stündigemAufstieg auf dem nebelverhangenen Gipfel zur Abfahrt zwangen.

Windgepresster Schnee, wie man ihn bei uns oft auf der Wildspitze findet, machte diese

Tour allerdings mehr zum Erlebnis als zum Genuss!

Sichtlich erschöpft von unserem bis in die letzte Minute voll ausgenützten Trip, ging es

nur noch zurück nach Reykjavik, wo wir uns, bei einem deftigen Abendessen mit all un-

seren neugewonnenen Freunden, für eine letzte gemeinsame Nacht stärkten.

„Das Partyleben auf der Insel ist einsame Spitze!“ schwärmt Sebi noch heute, der leider

samstags früh schon abreisen musste. Die restliche Crew traf sich am letzten Tag noch

mit Islands Frau des Jahres 2015, Anita Margrét Aradóttir.

Sie ließ uns in einem Stall, den sie betreut, einige Aufnahmen mit Ihren Pferden machen

und wir ließen den Zügeln freien Lauf! Natürlich durfte bei diesem Trip ein ordentlicher

Abgang nicht fehlen!

„Unser Abenteuer Island war geprägt von Intensität durch und durch. Es fing beimWetter

an und hörte damit auf, dass wir uns Hals über Kopf in das Land und die Leute verliebten.“

Benni, der Initiator des Trips, blieb noch zwei Wochen länger auf dieser mystischen und

sagenumwobenen Insel. Unter anderem fuhr er mit dem Snowboard vomVulkan Eyjafjall-

ajökull ab, sah Buckelwale, war bei den Geysiren und fühlte sich ganz klein, neben Europas

größtem Gletscher, der brachial ins Meer kalbt.