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Seite 62 | BERGSTOLZ Ski Magazin Dezember 2015

FREERIDEMAP

SAMNAUAN

ISCHGL

Kooperation mit

www.freeride-map.com

Die Tiroler werden es uns verzeihen, wenn wir auf der Suche nach

den schönsten Freerides ausnahmsweise auch mal Spuren in den

Pulverschnee jenseits der Grenze ziehen. Ist der Paulinerkopf noch

Grenzberg, so käme es einer Annektion gleich, die Abfahrt zur Gam-

penalpe der Schweiz zuzuschlagen. Da die grenzüberschreitende

Zusammenarbeit im Skigebiet Samnaun-Ischgl aber perfekt funk-

tioniert, die Grenzsteine im Winter ohnehin unter einer dicken

Schneedecke liegen und 1000 der insgesamt 1950 Abfahrtsmeter

auf Schweizer Seite liegen, wollen wir ein Auge zu drücken.

Die schönere Abfahrt liegt – und das geben wir unumwunden zu

– auf österreichischem Territorium. In der Westflanke des Pauliner-

kopfs führen zahlreiche Rinnen und Rücken hinunter zur Gampen-

alpe im Fimbatal. Der Sechser-Sessellift bringt einen in wenigen

Minuten zurück auf den Gipfel, sodass an einem Neuschneetag und

mit einem straffen Zeitplan die 10’000-Höhenmeter-Marke locker

geknackt werden kann. Sind die Schneehänge der Tiroler erst ein-

mal zerpflügt, so kann man den geordneten Rückzug über die

Grenze antreten. Auf Schweizer Seite warten noch einmal 1000

Höhenmeter über Zeblas und Pischa nach Samnaun zurück – zuerst

abseits der Piste, später auf der «Pistenautobahn». Manch einer

schliesst den Tag danach mit einem kühlen Bierchen bei Hangls

Après-Ski-Bar ab, die direkt an die Piste liegt. Hier – genauso wie

im Après-Ski-Mekka Ischgl – legen die DJs schon am Nachmittag

auf und animieren die Gäste zu Tänzchen und Spielchen, die sie

wohl in nüchternem Zustand und zu Hause eher bleiben liessen

(und auch bleiben lassen sollten). Auch das wirkt offenbar Völker

verbindend.

Text: Jürg Buschor

Paulinerkopf

Foto: Simon Starkl