Bergstolz Issue No. 02 - page 12

Seite 12 | BERGSTOLZ Ski Magazin 02/2005
GAP 1328 SommerCamp
Mike Gutt von K2 beschloss dieses Jahr Chris Benchetler und Michelle Parker nach Garmisch ins Gap 1328 Sommercamp zu schicken.Die Entscheidung unseres Team-
Managers war sehr zu meinem Gefallen,da ich meinen “Bruder”eh schon lang nicht mehr gesehen hab.Lustiger Weise wird Chris als m ein Bruder angesehen.Das hat ange-
fangen,als eine junge Dame in Mammoth letztes Jahr beschlossen hat,nachdem sie uns beide im Hot Tub gesehen hatte,dass wir Brüd er sind.Das erstaunliche daran ist,
dass wir seit dem immer wieder als Brüder abgestempelt werden.
Michelle ist mir zum ersten Mal begegnet,als es in Mammoth super windig war und ich am Freeriden war.Plötzlich fand ich mich in dieser Gruppe Skifahrer wieder,der
Michelle angehörte.Nach wenigen Runs war nur noch sie und ich am shredden,wobei mir auffiel welch unglaubliches Talent dieses kleine zierliche Mädel hat.Nachdem
der Lift wegen des starken Windes schließlich schloss,hat mir Michelle angeboten mich nach Hause zu bringen,was ich dankend ann ahm.Hätte ich jedoch gewusst,welch
rasante Autofahrt mir auf verschneiter Straße bevor stand,hätte ich den Bus wahrscheinlich vorgezogen.
Letztendlich war es so weit,dass die beiden es nach Deutschland zum Sommercamp geschafft haben.Nachdem Michelle ihr Jet-Lag übe rwunden hatte,Chris konnte sich bis
zum letzten Tag nicht an die Eurozeit anpassen,konnten wir shredden gehen.
Nach wenigen Tagen auf dem Berg hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir entschieden einen „Kultur -und Geschichtstrip“ zu machen.Unser
Ziel war mein Zuhause (damit die Ami´s auch mal die schwäbische Küche probierten).Auf dem Weg ins Schwabenland machten wir einen Stop am Schloss Neuschwanstein.
Erstaunlicherweise haben sich die beiden 18-jährigen Kalifornier sehr interessiert und begeistert.Für jemandem aus einem Land,i n dem man kaum Bezug zur Geschichte
und Vergangenheit hat,ist es definitiv ein Erlebnis,Schlösser und Gebäude zu sehen,die mehrere hundert Jahre alt sind.Eben so b egeistert sah ich Chris und Michelle in Ulm
am Münster und in Marbach in der Altstadt,sie sahen sogar das Geburtshaus des berühmten Friedrich Schiller,auch wenn sie beide keine Ahnung hatten wer er war,so kön-
nen sie jetzt behaupten sie waren da.
Die Tatsache,dass Michelle mehr als ein Viertel des aufgetischten Essens gegessen hat,dies in Bennigen bei meiner Mutter war un d sie dann auch noch nach mehr bat,
spricht doch eindeutig für die schwäbische Küche! Auf dem Rückweg fuhren wir über München.Das erfreute Michelle denn es war nic ht zufällig,dass Alex Rieger (wohl
bekannt in Garmisch) dort unser Reiseführer war.In dieser Nacht endeten wir in der Milchbar,komischerweise gilt dieser Ort als schlechte Alternative,nichts desto trotz tra-
fen wir dort die halbe deutsche Skiszene.Ein weiterer erstaunlicher kultureller Unterschied,den unsere Amis bemerkten,war wie l ocker der Umgang in Deutschland mit
Alkohol und der Genehmigung 18-jähriger in Bars ist.Diese Erfahrung hat allerdings nur Michelle gemacht,da Chris sich einfach n icht an die deutsche Zeit anpassen woll-
te und schon schlief bevor wir überhaupt in die Innenstadt fuhren.Auch wenn von Michelle und unserem deutschen Reiseführer auf der Party nicht viel zu sehen war,da sie
es vorzogen,sich zusammen in der Ecke zu vergnügen,nehme ich an,dass es ihnen gefallen hat.Auf der Rückfahrt um 5:30 kam das er ste Mal Sorge auf,wie der folgende
Tag werden würde,da wir vier verschiedene Pressetermine hatten,die Michelle auf jeden Fall in nicht ganz klarem Zustand erleben durfte.Als wir ins Haus eintraten,erwar-
tete uns Chris bereits.Die Arschkarte habe ich gezogen,da ich mein Zimmer mit Chris teilte und der offensichtlich der Meinung w ar ich müsse jetzt,da er eh schon wach ist
auch nicht mehr schlafen.
Wir haben tatsächlich alle vier Pressetermine eingehalten,freu mich schon auf die Veröffentlichungen der Bilder von Michelle.Zw ei Tage später hieß es dann leider Abschied
nehmen,was vor allem Michelle und Alex nicht leichtfiel.Nach ihrer Rückkehr haben sie mir erzählt,wie sie das grün der europäis chen Weiden und Wälder vermissen! Sie
hoffen beide sehr im nächsten Jahr wieder bei uns zu sein! Take care you guys!!!
Kultur-flash für die Amis
Skier: Chris Benchetler
Skier: Michelle Parker
Chris
- Michelle -
Sven
Text:Sven Küenle
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