Telemark - Paganella
BERGSTOLZ Ski Magazin 02/2005 | Seite 21
Wir befinden uns nicht in einer Skihütte,
sondern mitten auf einem öffentlichen
Parkplatz in dem italienischen Ort
Paganella. Und zwar im ausgebauten
Mercedes Bus von Tom. Baujahr 70, 60
PS, 2,2 Liter. Standheizung? Klar! Ein
alter Kanonenoffen. Holz wird draußen
vor der Türe gemacht. Zur Not hat der
„Hüttenwirt“ noch eine Motorsäge
dabei. Wenn mal die Nächte länger und
kälter werden und somit mehr Holz
benötigt wird.
Es ist Januar und das Skigebiet
Paganella hat wieder drei Tage geladen:
Zur „Festa del Telemark“. Der Ort befin-
det sich in Italien. Genauer im Trentino.
Nahe Trient geht es aufwärts in
Richtung Brenta Dolomiten. Skiorte
sind: Fai della Paganella und Andalo. Die
höchsten Gipfel gehen dort bis 2125 m
und bieten dem Skifahrer gut 50 km
Abfahrtsvergnügen im mittleren
Schwierigkeitsbereich. Da die Einheim-
ischen aber nicht ganz so versessen auf
Freeride Abfahrten sind, findet man
immer noch gute Runs abseits gewalz-
ter Pisten.
Nach einem durcheinander von Kaffe,
Bier, Glühwein stapfen wir los Richtung
Ortszentrum. Es geht in die Dorfdisco.
Zur Telemark Party. Es ist ungewohnt
kalt. Hier, wo der Gardasee schon in
Sichtweite ist, ist man doch andere
Temperaturen gewöhnt. Endlich sitzen
wir in den warmen Plüschsofas in oran-
gefarbenen 70er Jahre Design und kön-
nen uns bei einigen Tänzen und Drinks
aufwärmen.
70er Stil sind auch die Aufstiegshilfen
am nächsten Morgen. Nach kurzem
Anstehen sitzen wir in den offenen,
parkbankähnlichen Sitzen aus Holz und
frösteln. Nichts mit warmduscher
Abdeckhauben. Gemächlich zuckeln wir
aufwärts in blaues Firmament.
Immerhin! Erst am Gipfel des Belvedere
entlässt uns die Bahn und es offenbart
uns ein herrlicher Ausblick. Dort das
Etschtal, da die Gipfel der Paganella. Im
Süden erahnen wir unter Wolken-
schleiern den Gardasee.
Unweit der Bergstation befindet sich ein
Restaurant. Einige Italiener pausieren
dort bereits bei einem Roten oder einem
Capuccino. Dies können wir uns gerade