Seite 22 | BERGSTOLZ Ski Magazin 02/2005
Telemark - Paganella
noch verkneifen. Wir sind ja nicht zum
Spaß hier. Frankiund Rob zweigen,
kaum 200 Meter auf der Piste gefah-
ren, ab. Mit dem Skistock ein Seil hoch-
gehoben, unten durch und weiter geh-
t’s. Ein herrliches Bild: Bei jedem
„Knicks“ staubt eine kleine Wolke hin-
ter ihnen her. Dazu die Felsen und
Abstürze des Dolomitenfels im
Hintergrund, und ganz tief unten ein
undurchdringliches Wolkenmeer. Tom
und Barbara vertrauen lieber der Piste.
„Zum warm fahren erstmal“, ruft er
noch. Ich versuche es ein kurzes Stück
„Abseits“. Um den Schnee zu testen. Es
ist zwar viel vorhanden, hat aber leider
seit längerem nicht mehr geschneit.
Bei uns zu Hause momentan ja schon.
Aber was soll`s? Man kann nicht alles
haben. Immerhin ist er immer noch
mäßig tief. Befährt man nicht gerade
die sonnenexponierten Seiten, kann
man Bruchharsch gut vermeiden. Bald
treffen wir uns alle wieder auf der Piste
und befahren diese bis zur Talstation
von Andalo. Wurde auch Zeit: ich spüre
meine Oberschenkel ganz schön.
Immer mehr werden die Backcountry
Fahrten und immer weniger der unbe-
rührte Schnee. Franki ruft noch: „I
glaub, mir san de oanzig´n, de do außa
fahrn!“ Darauf Robert: „Ja, aber do ham
ma guade Arbeit gmacht!“ Und zack
schon sind sie beide verschwunden,
hinter ein paar verschneiten Fichten.
Später nachdem sich alle reichlich aus-
getobt haben, bleibt noch ein bisschen
Zeit für ein paar Photos. Herrliche
Hintergründe freue ich mich. Nun aber
zurück zur Hütte, dem berühmten
Einkehrschwung. Doch kaum sitzen wir
dort gemütlich beisammen, will uns
der Wirt schon wieder weg schicken.
Feierabend! Dabei ist es gerade mal
vier Uhr. Er faselt irgendetwas von
Carabinieri. Tatsächlich! Als wir die
Hütte verlassen, steht dort ein
Schneemobil mit Blaulicht oben drauf.
Wahrscheinlich sind schon des öfteren
ein paar Betrunkene liegen geblieben.
„Na ja“, meint Tom, „so etwas kann uns
ja nicht passieren!“
Skier:Robert „Rob“ Meier (li), und Franki Obermaier (re.)