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RIDERPROFILE

BERGSTOLZ Ski Magazin Dezember 2015 | Seite 53

Alter:

27

Homespot:

Lech am Arlberg

Sponsoren:

Mammut, Völkl, Marker, Dalbello, Leki,

Sport Frey Buchenberg, Berg Werk

Erfolge:

1. Platz Pitztal Wild Face

2013 | 2015

1. Platz Nebelhorn Classics

2008 | 2010 | 2012 | 2013

1. Platz KIng of the Mountain Andermatt

2009 | 2010 | 2011

2. Platz Der weiße Rausch

2012

RIDER PROFILE

TOBIAS

HEINLE

Er mags gerne steil. Und schnell. Und abseits. Und je weiter

abseits, desto besser. Bei Fußballern wird das ein Kopfschüt-

teln hervorrufen, für ihn ist das seine Welt. 200 Tage im Jahr

verbringt er auf Skiern.

Er war nicht immer Offpiste unterwegs. Der gebürtige All-

gäuer landete dort erst nach einem kurzen, aber erfolglosen

Gastspiel imblauroten Rennzirkus. „Die Kurven waren zu eng,

die Pisten zu hart und außerdem hatte ich noch nicht ausge-

schlafen. Ausreden? Nein, nur falsch gewaxt!“ Was Neues

musste her. „Freeriden, Parkfahren, Telemarken, Skitouren

und viel Blödsinn imKopf zeigtenmir, dass man amBerg sehr

vielseitig Spaß haben kann“.

Heute wohnt er in Lech am Arlberg und ist dort als Skiführer

selbstständig. Außerdem ist er Ski Alpin Ausbilder beimDSLV

und damit auch wieder viel auf der Piste unterwegs. „Meine

Base ist seit fünf Jahren in Lech, wo ich fast meinen ganzen

Winter verbringe. Hier habe ichmeine große Leidenschaft zum

Beruf gemacht - und anders als bei meinem erlernten Beruf

als Schreiner freue ich mich jeden Morgen auf die Arbeit.“

Vor zwei Jahren wäre der Traum fast vorbei gewesen. Nach

einem Autounfall mit mehrfach gebrochenem Rücken auf der

Alp, wo Tobi seine Sommer mit 160 jungen Ladies verbringt,

schien es im ersten Moment, dass die wilden Zeiten vorbei

sind. Zu dieser Zeit verbrachte er viel Zeit im geschmolzenen

Schnee - Schwimmen wurde seine neue Leidenschaft, seinem

Rücken zuliebe. Ein Jahr später war er wieder am Arlberg.

„Hier bin ichmit meinen Gästen hauptsächlich abseits der Pis-

ten unterwegs. Der Arlberg bietet zum Führen mit die besten

Rahmenbedingungen. Rings um Lech, Zürs, Warth und St.

Anton findet man immer ein paar unverspurte Hänge, um sei-

nen Gästen einen schönen Urlaub zu bescheren.“ Undmanch-

mal ist Tobi sein eigener Gast. In jeder freien Minute ist er,

meist mit Kollegen, am Berg. „Dann versuche ich Abfahrten

nachzugehen, die nicht immer im Pistenplan eingezeichnet

sind. Doch gerade da liegt der Reiz für mich, unbekannte, neue

Abfahrten zu befahren.“ Ein Projekt für die Saison 15/16 ist

eine Nordwand gegenüber seiner Alp, die er imSommer wäh-

rend der Brotzeit stundenlang gescannt hat.

Auch in den Dolomiten und in Chamonix wird er zu sehen

sein - wo genau, will er noch nicht verraten. Im Herbst, um

Skilehrer auszubilden und auch öfter während der Saison

verschlägt es ihn ins Pitztal. Hier konnte er 2013 und 2015

das legendäre Pitztal Wild Face gewinnen, das vomMittags-

kogel startet. 1510 Höhenmeter auf 4,6 Kilometer in verfah-

renen Offpiste-Gelände - bei Zeiten um die sechs Minuten.

Aber nicht nur ein erster Platz zählt, sondern vielmehr das

Drumrum. „Hier trifft man jedes Jahr die gleichen Verrück-

ten, die sich in Abfahrtshocke die Buckel hinunterschmeißen

und es am Abend im Hexenkessel gscheit krachen lassen.

And that´s what it´s all about.

Portrait: Michael Mayer | Action: oben: Daniel Zangerl

„I bi zfrieda!“