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BERGSTOLZ Ski Magazin Dezember 2015 | Seite 73
der wir erfolgreich entflohen sind. Wir schlugen unser Lager mit Zelten und imWinterraum
auf. Wer wo schlafen wollte, war für alle eine freie Entscheidung. Wer es ausprobieren
wollte draußen zu biwakieren, hatte an diesen Tagen die Möglichkeit dazu.
Das Witzige war für alle die Stille! Wie es am Arlberg ist, muss man nicht weit weg vom
Rummel, um gleich irgendwo ganz alleine im Gelände zu stehen. Neben der Hütte hatten
wir zwei super Hänge, die gespickt mit kleinen Felsen und Rinnen waren. Ansonsten
rundum Berge, Stille und große Lines, die nur darauf warteten, von uns gefahren zu wer-
den.Was wir nach der ersten Nacht im Zelt und in der Hütte auch getan haben! Der erste
Aufstieg hat ca. 1h40min gedauert, aber die Lines waren es wert. Neben den etwas of-
feneren Hang erschlossen sich anbei zwei große, steile Rinnen. Die Fabian mit drei Jungs
für diesen Tag eröffnet hat. Nach dem der Run vorbei war mussten die TeilnehmerInnen
den Anstieg zur Hütte wieder auf sich nehmen und waren ziemlich geschafft.
Am letzten Tag veranstalten wir noch einen kleinen Contest. Ziel war aber nicht derWett-
kampf, sondern den TeilnehmerInnen zu lernen, wie wichtig und schwer es ist, das Gelände
zu lesen und seine Line zu finden. Der Hang für den Contest war direkt vor unserer Nase,
somit hatten alle genügend Zeit, sich den Hang anzusehen.Auch mit demAufstieg konn-
ten sie schräg in den Hang hineinblicken und dabei einiges herauslesen. Als alle oben
angekommen sind, schickten die Guides von der Mammut Alpine School, die uns in un-
serem Vorhaben unterstützt haben, die Teilnehmerinnen einzeln in den Hang hinein. Wir
wiederum beobachteten jeden sorgfältig von unten mit dem Fernglas und bewerteten
den Run auf Kriterien, wie Flüssigkeit, Sprünge, Linewahl und Gesamteindruck. Leider war
das Wetter nicht so gut und es war sehr schwierig zu fahren, jedoch die Teilnehmerinnen
haben ihr Bestes gegeben und uns eine tolle Show geboten. Bei den Mädels war es Jo-
hanna Bogner aus Kempten, die mit einer sehr schnellen und starken Performance über-
zeugen konnte. Bei den Jungs war es Tao Kreibich, der uns mit seiner Kreativität überzeugt
hat. Es ging aber eigentlich nie darum, einen Gewinner oder eine Gewinnerin zu küren,
sondern den Nachwuchsfahrern wichtige Tipps zu geben und ihnen aus unseren Erfah-
rungen zu erzählen.




