HINTERGLEMM
BERGSTOLZ Ski Magazin NOVEMBER 2016 | Seite 33
Marketingstrategisch ausgeschlachtete Superlative sind mir ehrlich gesagt ähnlich egal wie die Meinung
des Neffen eines Bekannten des Nachbarn meines Versicherungsmarklers. Der höchste oder der jüngste
Gletscher, die schnellste Gondel oder die längste Talabfahrt, die Quadratkilometer W-Lan Abdeckung oder
eben die meisten Pistenkilometer sagen nichts darüber aus, ob für das subjektive Empfinden skifahrerisch
etwas geboten ist oder nicht. Von pauschalisierten Begrifflichkeiten wie einem „weltbesten Skigebiet“ mag
ich erst gar nicht sprechen…Versuchen wir also einen anderen Ansatz aus Freerider Sicht zu finden.Wenn
in einer Region seit Jahren einer der bekanntesten Freeride Wettkämpfe ausgetragen wird und nun ein
neues Face für die Juniors das Licht der Wettkampfwelt erblickt hat, wird das Geländepotential für uns
Freerider sicherlich vielversprechend sein. Der Zusammenschluss Fieberbrunns bedeutet also nicht nur den
Gewinn von Pistenkilometern (von denen die meisten freilich eh schon existiert haben, nur eben nicht in
einem Verbund…) sondern vor allem eine riesige Schatzkiste an Freeride Hängen in der Region.
DEFINITIONEN:
Um den Leser nicht vollends zu verwirren, zu viel Lesezeit und zugegebener Maßen auch dem
Schreiber nicht zu viele Anschläge zumuten zu müssen, wird in diesem Artikel folgende Kurzform genutzt: Saal-
bach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn wird kurz als “die Region” bezeichnen.
DIE ZAHLEN:
Dieser Artikel wird nicht die neuen Dimensionen preisen, die die Region unter einem Dach zu-
sammen fast. Zahlen zu Pistenkilometern, Anzahl beheizter Sessellifte oder Schneekanonen wird der Leser ver-
geblich suchen. All die Zahlen um den ehemals größten Skiverbund Österreichs, wurden zuhauf in einschlägigen
Magazinen abgedruckt und durch die Werbung verbreitet. Wen es dennoch interessiert, sei diese Homepage
ans Herz gelegt:
www.saalbach.com.Ebenso wenig wird sich der Artikel mit Fragen den Vor- und Nachteilen
des binären, dezimalen oder hexadezimalen Zahlensystems widmen.
DAS IMAGE:
Womit identifiziert sich eine Wintersport Destination? Welches Lebensgefühl wird durch eine
Bildsprache vermittelt? Und was spiegelt sich letztendlich beim Gast wieder? Das neue Image, das die Region
mit ihren Kampagnen ausstrahlt, spricht eine deutliche Sprache. Standen bis vor kurzem noch die Familien und
Gruppenreisen im Zentrum setzt die Region nun andere Zeichen. Besonders erwähnenswert für uns Freerider
dabei, dass unter dem Titel “home of lässig” die Freunde des Tiefschnees mehr als willkommen erscheinen. Neu
ausgeschriebene Freeride Varianten auf Seiten Fieberbrunns und eine Bildsprache mit Freeridern im hüfthohen
Powder zeigen deutlich den neuen Fokus der Region. Es sind Bilder, die bislang nur mit Fieberbrunn allein ver-
bunden wurden. Bilder wie jene von Eva Walkner mit ihrem Triumph am Wildseeloder 2012, was eine ganze
Freeride Generation motivierte und bis heute geprägt hat. Dieses Bild der grenzenlosen Freiheit im weißen Gold
schwappt nun auf die gesamte Region über. Powderfreaks willkommen!
DAS FREERIDEN:
Zu erwähnen, dass ein Skiartikel sich aufs Skifahren beziehen wird ist wahrscheinlich ähnlich
trivial wie zu erwähnen, dass das Nest der Hornissen wie ein Hornissennest aussieht. Also: Nun geht’s zum Es-
sentiellen. Skiing! Das bekannter Maßen überragende Freeriden in und um Fieberbrunn herum ist das eine. Doch
die skifahrerischen Elemente wurden mit dem Zusammenschluss der Region um ein vielfaches potenziert. Zu den
altbekannten Freeride Lines um denWildseeloder haben sich nun weitere Varianten gesellt, die entlang des Reck-
moos Süd Lifts ausgeschrieben sind. Mit demVerbund wird darüber hinaus ein weitläufiges Tourengebiet mit dem




