Seite 50 | BERGSTOLZ Ski Magazin NOVEMBER 2016
TRAUMJOB
Der Filmproduzent
JOHANNES HOFFMANN
Filmemacher & Freeride Pro aus Innsbruck
Inhaber von Whiteroom Productions
www.whiteroom-productions.comWas ist wichtig für einen Skifilm?
Sollte man auf die Idee kommen einen eigenen Skifilm machen zu wollen, muss man
sich doch so einiges an Gedanken machen, bevor man das erste Mal mit der Kamera im
Schnee steht.
Grundsätzlich gilt es sich zu überlegen: Für wen mache ich diesen Film? Wer ist mein
Zielpublikum? Was möchte ich mit diesem Film aussagen? Möchte ich eine Dokumenta-
tion über eine Skireise machen, soll das sportliche im Vordergrund stehen oder möchte
ich eine (fiktive) Geschichte erzählen?
Diese Punkte und die ungefähre Länge des Films sollten schon vor Drehbeginn klar stehen,
da diese den Filmstil sehr prägen und die ungefähren Kosten bzw. den Filmaufwand errech-
nen lassen.
Steht man dann das erste Mal mit einem Kameramann im Gelände wird man gleich mal
feststellen, dass ein Filmtag etwas ganz anderes ist als ein normaler Skitag. Man sollte so
einiges an Geduld mit einpacken und dem Kameramann Zeit lassen, um sich eine geeig-
nete Position zu suchen.
Ebenso gilt es sich aus fahrerischer Seite seine Line sehr gut einzuprägen und diese mit
dem Kameramann genau abzusprechen. Auf dem fertigen Film sieht man nämlich jeden
auch noch so kleinen Fehler, sei es vom Skifahrer sowie vom Kameramann.
Des Weiteren empfiehlt es sich, nach ein paar Filmtagen das aufgenommene Footage ge-
meinsam durch zu schauen um zu sehen, wo man noch etwas besser machen kann – so-
wohl filmerisch als auch Skifahrerisch - bzw. welche Aufnahmen für den perfekten Skifilm
noch fehlen.
Der Coach
THOMAS HLAWITSCHKA
Profi-Freeskier seit 2007
Freeski Network
Bundestrainer Freeski Germany
www.freeski-network.comTipps von Freeskier zu Freeskier
Ich habe auch schon Fotografen und Werbefilmer erlebt, die keine Ahnung hatten was
ein „Landing“ ist… also sicher gehen, dass ihr mit den richtigen Leuten am Berg seid.
Wenn dem so ist: „Hör auf den Fotografen/ Filmer“ denn NUR gemeinsam kommt eine
gute Aufnahme raus! Gute Kommunikation ist das A und O - am besten auch gleich
Funkgeräte einpacken (Funkgeräte gibt’s entweder für 500
€
bei Motorola, oder für 30
€
ausm Aldi…).
Wenn ihr Fotos machen wollt, sind es selten die „Epic“ Bedingungen um die "Aufnahme
des Jahres" zu machen, in der Tat passieren die besten Fotos oft an Tagen, an welchen
man am wenigsten damit rechnet.
Als Freeskier solltet ihr ein Sortiment an Sprüngen haben, die aus verschiedenen Blick-
richtungen einen guten „Fotomoment“ haben. Das ist überraschender Weise nicht, wenn
der Hintern in die Kamera schaut… deshalb überlegt euch „Wo steht der Fotograf?
Wann hat er mich im Bild?“ und dann locker/ stylisch in der Luft hängen! Wenn ihr euch
bei dem Sprung nicht „wohl fühlt", dann sieht man es dem Foto auch an!
Leider sind Backcountry Kicker auch selten der „perfekte Roller“… zumal es besser aus-
sieht, wenn man möglichst hoch über dem Boden durch die Luft segelt. Deshalb sind die
meisten BC Kicker ziemlich Furcht einflößende „Step- downs“… (d.h. großer Höhenun-
terschied zwischen Absprung und Landing und damit viiiieeeeel Speed bei der Landung).
Meistens ist bei BC Jumps auch nicht die Landung schwer zu finden, achtet viel mehr
auf den Anlauf und dass man den Kicker gut „hiken“ (ergehen) kann.
Und zuletzt: man muss nicht am Arlberg sein um die besten Fotos zu machen! Oft sind
die Homespots genau die richtigen, wo man sich gut organisieren kann und dem Trubel
etwas aus dem Weg gehen kann. Ein guter Ablauf ist in der Früh „Lines“ und „Cliffs“
Fotos machen, Mittags Kicker bauen, Brotzeit und gegen Sonnenuntergang Kicker Ses-
sion bis das Licht weg ist - das letzte Bild ist immer der Shot! Es sei denn, ihr habt nicht
gewartet, bis Filmer und Fotograf „Ready“ sind! ;)
Viel Spaß und eine gute Session am selbst gebauten Kicker - einfach nur der Hammer!
Foto: Jakob Schweighofer




