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Seite 46 | BERGSTOLZ Ski Magazin NOVEMBER 2016

FREERIDEMAP

HOHE TAUERN SELECT

In Kooperation mit

www.freeride-map.com

Foto: Jürg Buschor

Auch wenn viele der Prunkbauten in Bad Gastein schon bessere

Zeiten gesehen haben, die Architektur des Ortes lässt die feudalen

Zeiten des k. u. k. Kurortes wieder aufleben.Wie ein kleines Man-

hattan aus dem vorigen Jahrhundert schmiegen sich die hoch auf-

ragenden Gebäude an die Felsen, über welche die Gasteiner Ache

341 Meter tief hinabstürzt.Wer elf Kilometer und 500 Höhenmeter

weiter in Sportgastein ähnlich mondäne Unterkünfte erwartet,

wird jäh enttäuscht. Sportgastein besteht einzig aus einem Park-

platz und einer Gondelbahn. Mit ein bisschen gutemWillen lassen

sich noch die aus dem Schnee ragenden Dächer einiger verspreng-

ter Almgebäude dazuzählen. Mehr gibt es hier oben nicht.

Verwöhnte Kurgäste mag das irritieren, Freerider lässt es jubeln.

Die Talstation der Goldbergbahn liegt inmitten eines einsamen,

hochalpinen, von imposanten Gipfeln umgebenen Talkessels.

Sportgastein ist eine Art geplatzter Traum von einer Skistation á

la Frankreich, von einem Resort der Superlative, das in den 70er

Jahren hier entstehen sollte, aber nie Wirklichkeit wurde. Was

geblieben ist, sind der Name Sportgastein und der Lift auf den

Kreuzkogel.Welches Potenzial das Gebiet gehabt hätte, spürt man

spätestens, wenn man auf dem Gipfel aus der Gondel steigt und

die vergletscherten Dreitausender am Schareck vor Augen hat.

1000 Höhenmeter tiefer und unzählige Schwünge im Pulverschnee

später läuft der Film eines fantastischen Naturerlebnisses noch-

mals als Zeitraffer im Kopf ab. Man denkt nur eines: Gut, dass es

nicht zum Resort gekommen ist.

Text: Christian Penning

SPORTGASTEIN – Weißenbachtal