Seite 42 | BERGSTOLZ Ski Magazin NOVEMBER 2016
RÄTIKON
Heidis Großvater dabei zusehen, wie er den Pot anheizt. Als der dann richtig dampft, versuchen wir rein zu
kommen, was sich als nicht ganz einfach erweist: das Wasser fühlt sich kochend heiß an! Die einzig vernünftige
Lösung: ein kaltes Bier dazu. Mit dem Bier in der Hand und einem großen Schluck schaffen wir es dann doch,
uns hinzusetzen. Es wird herzhaft gelacht und gealbert, während einige von uns sich im Schnee abkühlen müssen.
„Der Pot ist gar kein Pot, sondern ein Kochtopf, in dem wir gargekocht werden und am Abendessen als Gulasch
den Tourengehern vorgesetzt werden.“ Als es dunkler wird werden auch wir ruhiger und genießen die sensa-
tionelle Aussicht auf schneebedeckte Gipfel und das entspannend warme Wasser. Vor uns liegt ein Gebiet mit
weitgehend naturbelassener, gebirgig rauer Natur, das fast unendliche Skitourenmöglichkeiten bietet.
Das Bettenlager im Alpenrösli lässt keine Wünsche offen: die ausgezeichneten Matratzen, weichen Polster
und gigantisch großen, warmen Decken garantieren tiefen erholsamen Schlaf. Den brauchen wir aber auch,
denn am folgenden Tag geht es auf die schöne 2817 Meter hohe Sulzfluh, einen der bekanntesten Gipfel
des Rätikons.
Am nächsten Tag gibt Guide Simon beim Aufstieg ein super Tempo vor, sodass ich nicht anders kann und die
ersten 300 Höhenmeter bis zur Crux, dem Gemschtobel, Bob Marley vor mich her summe. Zu Fuß durch die
Crux – richtig steil bergauf – verstumme ich aber recht schnell. Oben angekommen bläst der Fön so stark,
dass wir fast wieder rückwärts hinunterfallen.
Wir steigen dann weiter auf, die steile Kalkwand zu unserer Rechten. Der Gipfel der Sulzfluh glitzert in Son-
nenstrahlen und Schneeflocken, die der Wind vor sich hertreibt. Trotz des Fönsturms steigen wir weiter auf –
schön langsam fordert uns der Anstieg ziemlich – aber das beeindruckende Panorama, das sich vor uns aus-




