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EXPERIENCE

breitet, ist die Anstrengung absolut wert. Um uns herum endlos weiße Gipfel, grüne Frühlings-

täler, sich schnell verändernde Wolkenformationen und ein Sturm, dass man fast das eigene Wort

nicht mehr versteht. Wir steigen dick vermummt die letzten Stufen zum Gipfel hinauf, bleiben

dort aber nicht allzu lange, sondern machen weiter unten, im Schutz einiger Felsen, erst Brotzeit.

Nachdem alle gegessen und die Felle abgezogen haben geht’s los. Das Rudel lechzt nach Powder

– davon sollte auf unserer Abfahrt ins Gauertal zur Lindauer Hütte, die wie eine Burg auf einem

Hügel thront, doch einiger zu finden sein.

Simon nimmt sich Zeit und erklärt uns diesmal sehr genau die Abfahrt durch den Rachen. Hört

sich gefährlich an – ist es auch, wenn man sich zu weit nach links oder rechts orientiert. Zu

beiden Seiten begrenzen senkrechte Kalkwände die Abfahrt, die bei einer Steilstufe endet, als

würde sie ins Nichts führen. Durch die Kalkwände hindurch ein atemberaubendes Panorama! Ob-

wohl von Powder über Bruchharsch bis zum blanken Eis alles dabei ist und sich der Fön alle Mühe

gibt uns zu verjagen: der Schönheit der Natur hier oben kann sich keiner entziehen. Das hier ist ein

verdammt schöner Flecken Erde!

An der Lindauer Hütte angekommen, die am Fuß des Großen Drusentors, des Drusentors und

der Geißspitze liegt, schauen wir euphorisch zurück zur Abfahrt durch den Rachen. Guide Simon

hat uns wohlweislich verschwiegen, dass es auf der linken Seite über 500 Meter ins Nichts geht.

Das eine oder andere wohlverdiente kühle Bier trinken wir auf beheizten Holzbänken, bis es Zeit

zumAbendessen wird. Nachdem auch noch der traditionelle Verdauungsschnaps denWeg in unsere

Mägen findet, steigen wir glückselig die Treppen zum Schlaflager hinauf und sind gespannt, was

der morgige Tag bietet.