EXPERIENCE
BERGSTOLZ Ski Magazin NOVEMBER 2016 | Seite 41
Der Rätikon liegt im Dreiländereck zwischen Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Bekannt ist er für
seine vielseitigen und zahlreichen Klettertouren. Dass man auch auf Skiern den Gebirgszug durchqueren
kann ist auf den ersten Blick kaum zu glauben. Drei Flüsse und ihre Täler begrenzen den Rätikon: imWesten
verläuft das Rheintal von der Illmündung flussaufwärts bis Landquart. Im Süden bildet das Prättigau mit
der Landquart die Grenze und im Norden das Montafon und das Walgau mit der Ill, die dann bei Feldkirch
in den Rhein mündet. Im Osten verbindet das Schlappiner Joch den Rätikon mit dem Silvretta Gebirge.
Früher wurde der Rätikon einzig durch die alten Hohlwege und Bergpfade erschlossen, die nicht nur von
Bauern und Älplern, sondern – irgendwie naheliegend – wegen der nahen Landesgrenzen auch häufig von
Schmugglern genutzt wurden.
Ich sollte also mit den vier Gewinnern des Bergzeit Alpincamps zu einem traumhaften Skitourenwochenende
dorthin. Das Programm, das Guide Simon in seiner „Rätikon Experience“ anbietet, könnte nicht mehr Lust
aufs Touren machen: zwischen den schroffen Kalkfelsen des Rätikon durch, geht es auf einige der schönsten
Skitourengipfel Vorarlbergs. Ich bin sowas von dabei!
Ende Februar treffen wir uns dann endlich am Parkplatz der Zamang-Bahn in Schruns, im Montafon. Alle sind
pünktlich auf die Minute, daher vergeuden wir keine Zeit. Während uns unser Guide Simon die Tour und das
zur Verfügung gestellte Material erklärt, verschlingen wir genüsslich unsere Croissants.
Dann geht es endlich los! Zuerst aber nur mit einer Busfahrt nach Gargellen. Dort setzen wir uns in den Lift,
um ins Skigebiet zu kommen. Bei strahlendem Sonnenschein beginnen wir unsere Dreitagestour mit dem
Aufstieg aufs St. Antönier Joch, das sich direkt an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz befindet.
Die atemberaubende Kulisse des Rätikons verzaubert uns, und während wir eine Kleinigkeit trinken erklärt
uns Simon die Geografie des Gebirges. Und er nennt uns auch wirklich jeden Gipfel mit Namen!
Als erste Abfahrt breitet sich ein fast unverspurter Hang unter uns aus, er bettelt förmlich darum, von uns
zerpflügt zu werden. Simon erklärt uns, wo der Treffpunkt ist und wünscht uns viel Spaß: „Das ist das Aller-
wichtigste!“ Auf dieses Stichwort haben wir gewartet, unser Grinsen wird noch breiter. Einer nach dem an-
deren fahren wir in das Face und am genannten Treffpunkt wird klar, dass wir ein Rudel sind: Big Lines und
fette Sprays schweißen uns zusammen!
Wir entscheiden uns für einen weiteren Aufstieg – diesem Powder können wir nicht widerstehen. Der Schnee
ist fantastisch und pünktlich zum Sonnenuntergang kommen wir an der Hütte Alpenrösli im schönen Partnun
in der Schweiz an. Die Wirtin fragt uns in Schweizer Hochdeutsch, ob wir in den “Pot” wollen. Was denn der
“Pot” sei, fragen wir. „So ähnlich wie ein Whirlpool, mit dem Unterschied, dass er mit Holz geheizt wird.“
Was für eine Frage… Klar! Natürlich wollen wir in den Pot.
Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen und trinken gemütlich unser Radler, während wir dem Zwilling von




