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Rachel Atherton

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Rachel Atherton Olaf Pignataro / Red Bull Content Pool Rachel Atherton

Am kommenden Wochenende startet der UCI Mountain Bike World Cup DH in Lourdes (FRA) und sie hat gute Chancen, wieder einmal im Mittelpunkt zu stehen: die amtierende Weltmeisterin und Weltcupsiegerin Rachel Atherton. Ihre Leistungen sind beachtlich: 13 Siege in Folge, eine Perfect Season 2016 (was vor ihr noch niemandem gelungen war), Gewinnerin des Laureus World Action Sportsperson of the Year-Awards und die Wahl zur BT Sports Action Woman of the Year. Wie sie dorthin gekommen ist, wo sie heute steht, erzählt sie in ihren eigenen Worten...

20170424 RA3 OlafPignataro„Mit acht Jahren, als ich begann, BMX-Rennen zu bestreiten, konnte ich kein einziges davon gewinnen. Ein Mädchen namens Charlie Philipps, die Schwester des ehemaligen Weltmeisters Liam Philipps, hat mich jedes einzelne Mal geschlagen. So hab ich immer am Weg zu den rennen den irischen Folksong ‚To Win Just Once‘ gesungen. Ich wünschte mir diesen Sieg so sehr!

Der kam dann auch, aber ich hab nicht geplant, dass ich irgendwann so viel gewinnen würde, obwohl mich das Gewinnen schon als kleines Kind motiviert hat. Das ist vermutlich auch wichtig, um diesen Antrieb zu entwickeln. Ich habe bis zu dem Zeitpunkt, als es soweit war, überhaupt nicht realisiert, dass ich Anne-Caroline Chaussons Rekord von Siegen in Folge brechen würde. Mein Team hat das von mir fern gehalten. Es ist schon surreal, ich habe ja wirklich “Anne-Caro” in meinem Kopf gesungen, wenn ich gefahren bin, sie war meine totale Heldin und ich werde immer noch ein bisschen nervös, wenn ich mit ihr rede.

20170424 RA4 OlafPignataroDer größte Einfluss auf meine Karriere liegt aber sicher näher an Zuhause – ich verdanke so ziemlich mein gesamtes Leben, wie es heute ist, meinen beiden Brüdern Dan und Gee. Ich hätte niemals mit Mountainbike begonnen, wenn sie es nicht getan hätten. Am Beginn hat Dan vor den Rennen immer zu mir gesagt: „Wenn du die Beste sein willst, dann musst du auch ohne Rennen Radfahren und mehr üben.“ Aber ich wollte immer nur in den rennen starten und dann zurück zum Schulsport. Irgendwann haben Dan und Gee dann plötzlich Rennen gewonnen und ich dacht nur „Das will ich auch!“ Das war mein persönliches Schlüsselerlebnis.

Mit den beiden aufzuwachsen war verrückt. Ich wollte immer bei ihnen sein und tun, was sie taten. Ich hatte nicht die geringste Idee, wie man ein Mädchen war. Ich hab ihre alten Klamotten getragen und bin ihre alten Bikes gefahren. Mein tiefster Wunsch war es, den Berg runter zu kommen – es führte einfach kein Weg daran vorbei, als zu fahren. Als die beiden dann mehr und mehr im Ausland bei Rennen waren, vermisste ich sie so schrecklich und es war klar, dass es nur eine Möglichkeit gab, den ganzen Sommer über mit ihnen zusammen zu sein: ich musste ebenfalls Rennen fahren!

Dan war ein richtiger großer Bruder, er hat einfach alles für mich getan: alte Bikes besorgt, mit mir geübt. Und er hat gesagt, dass an Goggles kein Weg vorbei führen wird, wenn ich Weltcup fahren möchte. „No way! – zumindest zu Beginn...

20170424 RA5 OlafPignataroIch denke es bringt das Beste in jedem Athleten zum Vorschein, wenn du jemandem hinterher jagen musst, der ein klein wenig schneller als du selbst ist – egal, ob das ein Mann oder eine Frau ist. Damals waren meine Brüder stärker, geübter und technisch besser als ich, also musste ich mich jedes Mal höllisch anstrengen um dran zu bleiben.

Männer sind oft aggressiver, rücksichtsloser und stärker, so sind Menschen eben gemacht, aber wenn es ums Mountainbiken geht dann agieren Frauen oft cleverer: exakter in der Ausführung, kalkulierter, analytischer. Wir sind einfach körperlich nicht so stark. Männer und Frauen können viel voneinander lernen! Männer haben mich gelehrt, mir selbst zu vertrauen und auf mich zu hören, durch meine weibliche Seite habe ich gelernt, clevere Entscheidungen zu treffen, auf meinen Körper zu hören. Um ein grpßartiger Athlet zu sein, braucht man beides, denke ich. Ich glaube aber auch, dass die Rachel, die sich eine Weltcup Strecke runterhaut, so schnell und aggressiv es nur geht, nicht dieselbe sein kann, die zuhause ihr Baby hält...

Um zu meinen Brüdern zurück zu kehren: dass sie immer für mich da waren, mich unterstützt und mit mir gelacht haben, hat mich entspannt und mir sicher geholfen, der „Natural Racer“ zu werden, der ich bin. Ich werde niemals das Gefühl in Andorra 2008 vergessen, als wir alle drei unsere Disziplinen gewonnen haben. Das war total verrückt und ich hätte vor Stolz platzen können. Viele Male hätte ich meinen eigenen Sieg sofort gegen einen für Gee eingetauscht. Es ist hart, wenn bei dir selbst alles toll läuft, aber deine Geschwister kämpfen oder sind verletzt.

20170424 RA BartekWolinskiMittlerweile sind wir alle erwachsen geworden, wir wohnen nicht mehr zusammen, Dan fährt keine Downhillrennen mehr und ich trainiere alleine. Jeder verbringt mehr Zeit für sich und ich folge meinen Brüdern nicht mehr überallhin. Ich weiß, wie ich trainieren muss und kann selbst ein Bike fahren, und ich will, dass Frauen überall die Anerkennung und den Respekt bekommen, dass wir das selbst können.

Was die kommende Saison für mich bringen wird, weiß ich nicht. Werde ich das Regenbogentrikot der Weltmeisterin behalten können? Kein Ahnung, es ist ein einziges Rennen, und in dem muss alles passen. Ein Tag, ein Rennen, da gibt es keinerlei Garantien."

 

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