Bergstolz Issue No. 135

TOUR DE MONT BLANC FRANKREICH ROMANIAN ROMANCE PART1 RUMÄNIEN RIDERPROFILE KIRSTEN VAN HORNE ELIAS SCHWÄRZLER FOTOFOLIO JANIK STEINER BIKETEST SPECIALIZED SHIMANO CRUSSIS SIGNATURE TRAIL SCHMUGGLER TRAIL ISCHGL TRAILS ENDURO NEWS TESTS EVENTS BIKE #135       VERLOSUNG VAL DI FASSA / WEEKEND DEUTER / ATTACK 16L ABUS / TARGON HELM MSR / ZELT

3 EDITORIAL / INHALTE IMPRESSUM COVER Location: Madeira Rider: Korbinian Engstler Fotograf: Janik Steiner INHALTE 03 Editorial | Impressum 04 News 06 News 08 Verlosung 10 Fotofolio / Janik Steiner 14 Heli-Biken / Rumänien 20 Rider Profile / Kirsten van Horne 21 Rider Profile / Elias Schwärzler 22 Tour de Mont Blanc 28 Test / Specialized 29 Test / Crussis/Shimano 31 Signature Trail / Schmuggler Trail Ischgl Liebe Bergstolz-Bike-Gemeinde, die Ski sind weggepackt, nun ist wieder Mountainbiken angesagt. Die ersten warmen Tage ließen den Schnee schmelzen und die Trails sind noch einsam und nicht stark frequentiert. Der Frühling ist mit dem Herbst eigentlich die schönste Zeit, um mit Freunden eine lässige Mountainbikeausfahrt zu machen. Viele neue interessante Geschichten warten auf euch, liebe Leser, und wir hoffen, wir können euch die Faszination und die Leidenschaft am Mountainbiken etwas näherbringen. Die nächsten drei Ausgaben sind ganz dem Biken gewidmet und werden für euch hoffentlich eine gute Lektüre sein. Ein heißes Thema, das ich noch ansprechen möchte, ist die Entwicklung im E-Bike-Bereich. Die einen sagen, die Motoren werden zu stark, man brauche nicht so viel Leistung und die Motoren sollen von der Power her begrenzt werden. Auf der anderen Seite kommt gerade aus China sehr fortschrittliche Technik mit TouchDisplay und Motoren, die sehr stark sind und ein herausragendes Motormanagement haben. Man kann im Turbomodus anfahren und das Bike fährt seidenweich los und gibt dann erst den vollen Schub ab. Manche deutsche Hersteller sind schon wesentlich länger auf dem Markt mit ihren Produkten und haben es bis heute nicht geschafft, dass man smooth im Turbomodus losfahren kann, ohne dass das Vorderrad steigt. Nun fordert man Leistungsbeschränkungen, aber ist das wirklich der wahre Grund? Anstatt die Ärmel hochzukrempeln und den chinesischen Firmen die Stirn zu bieten und zu sagen: „Das können wir auch oder vielleicht sogar besser“, werden Stimmen laut, die Begrenzungen fordern. Mich erinnert das Ganze etwas an die deutsche Autoindustrie und bis man sich umschaut, fahren wir alle nur noch mit chinesischen Motoren herum. Haben wir in Deutschland zu wenig Know-how, oder wird zu viel auf Kosteneffizienz geschaut und zu wenig Geld in die Hand genommen? Oder könnte der Staat vielleicht auch ein paar Förderprogramme auflegen, denn es werden schon über zwei Millionen E-Bikes im Jahr in Deutschland verkauft, Tendenz steigend. Es ist wie in vielen wirtschaftlichen Bereichen, Innovation ist gefragt und es gibt viele schlaue Köpfe in unserem Land. Also bitte nicht Beschränkungen fordern, sondern schnelle Antworten finden, bevor man von der chinesischen Innovationswelle überrollt wird und wir dann alle auf chinesischen Produkten unterwegs sind. Ich wünsche euch eine tolle Bike-Saison und viele Bike-Abenteuer, wir sehen uns vielleicht irgendwo auf dem Trail. Ride on EDITORIAL TOUR DE MONT BLANC FRANKREICH ROMANIAN ROMANCE PART1 Rumänien RIDERPROFILE KIRSTEN VAN HORNE ELIAS SCHWÄRZLER FOTOFOLIO JANIK STEINER BIKETEST SPECIALIZED SHIMANO CRUSSIS SIGNATURE TRAIL SCHMUGGLER TRAIL ISCHGL TRAILS ENDURO NEWS TESTS EVENTS BIKE #135       VERLOSUNG VAL DI FASSA DEUTER / ATTACK 16L ABUS / TARGON HELM MSR / ZELT Herausgeber und V.i.S.d.P Sports Medien, Ralf Jirgens Angerlweber 5 | 83703 Gmund am Tegernsee email: info@sports-medien.de Projektleitung Günter Scholz // guenter@bergstolz.de +49 (8022) 5080-163 Redaktion Sophie Oettl // sophie@bergstolz.de +49 (8022) 5080-162 Anzeigen Sports Medien |Ralf Jirgens // jirgens@sports-medien.de Grafik | Bildredaktion Nagel Werbeagentur Lektorat Johanna Jirgens // johanna@bergstolz.de Autoren Birgit Ertl, Holger Meyer, Günter Scholz, Sophie Oettl, Ralf Jirgens Fotografen Janik Steiner, Maarten de Groot, Yvonne Hörl, Christina Kober, Federico Modica, Patricia Ramirez, Tamara Fritz, Birgit Ertl, Nathan Hughes, Bartek Wolinski, Benjamin Zoeller, Rick A. Walder, Andrea Passerini, Günter Scholz, Stefan Eigner, Markus Greber Druck Athesia Druck GmbH Weinbergweg, 7 | 39100 Bozen | Südtirol | Italien www.athesiadruck.com Web Design Nagel Werbeagentur | Marco Marchese Redaktions-Anschrift Bergstolz Ski & Bike Magazin® c/o Sports Medien | Ralf Jirgens Angerlweber 5 | 83703 Gmund am Tegernsee email: jirgens@sports-medien.de Tel: +49 (8022) 5080-160 Fax: +49 (8022) 5080-169 www.bergstolz.de Bergstolz® ist eingetragener Markenname von Nicolas Nagel. Bergstolz® ist ein geschützter Titel nach §5 Abs.3 MarkenG von Nicolas Nagel (NAGEL Werbeagentur) © 2008-2026 N.N.

Lazer bringt mit dem Impala KinetiCore einen neuen Mountainbike-Helm auf den Markt, der Schutz und Komfort weiterentwickeln soll. Herzstück ist die neue DualCore-Technologie mit einer zweischichtigen EPS-Konstruktion. Eine weichere Innenschicht reduziert Rotationskräfte, während die härtere Außenschicht direkte Stöße absorbiert. Zusätzlich setzt Lazer auf die bewährte KinetiCore-Technologie mit integrierten Deformationszonen, die Aufprallenergie gezielt ableiten. Der Helm bleibt dabei leicht, gut belüftet und kommt mit reduziertem Materialeinsatz. Entwickelt wurde der Impala gemeinsam mit Profi-Rider Jono Jones, der den Helm unter verschiedensten Bedingungen getestet hat. Im Alltag punktet das Modell mit Features wie Magnetverschluss, verstellbarem Visier, sicherem Goggle-Halt und integriertem RECCO-Reflektor. Der Impala KinetiCore ist in drei Größen erhältlich und wiegt rund 370 Gramm. www.lazersport.com LAZER // Impala KinetiCore 4 NEWS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Mit den neuen Kettenwachsen bringt Holmenkol eine Alternative zu klassischen Schmiermitteln auf den Markt. Die Formeln sind für unterschiedliche Bedingungen ausgelegt: Dry für trockene Strecken und Wet für nasse Verhältnisse. Beide Varianten dringen tief in die Kette ein und sorgen für einen ruhigen Lauf sowie eine gleichmäßige Kraftübertragung. Ein Vorteil liegt in der Sauberkeit. Schmutz und Staub haften deutlich weniger, wodurch der Antrieb länger gepflegt wirkt und seltener gereinigt werden muss. Gleichzeitig reduziert sich der Verschleiß, was sich langfristig auch auf die Lebensdauer von Kette und Komponenten auswirkt. Mit Laufleistungen von bis zu 1200 Kilometern pro Anwendung sind die Wachse auf Dauer ausgelegt. Sie eignen sich für verschiedene Einsatzbereiche von Rennrad bis MTB und bieten eine unkomplizierte Lösung für alle, die weniger Wartung und ein leises Fahrgefühl schätzen. www.holmenkol.com Mit dem Cobber StVZO und dem Blinder Link StVZO erweitert Knog sein Portfolio um zwei neue Rücklichter, die speziell auf den Einsatz im Straßenverkehr abgestimmt sind – mit Fokus auf Sichtbarkeit, einfache Handhabung und flexible Montage. Das Cobber StVZO bleibt seinem Markenzeichen treu: Die 330-Grad-Ausleuchtung sorgt für hohe Rundumsichtbarkeit im urbanen Umfeld. Neu sind ein überarbeitetes Befestigungssystem für schnelle Montage sowie USB-C-Ladetechnik. Drei Leuchtmodi mit bis zu 50 Lumen machen das kompakte Licht sowohl tagsüber als auch nachts zuverlässig einsetzbar. Mit dem Blinder Link StVZO setzt Knog auf maximale Flexibilität. Dank magnetischem Clip-System lässt sich das Rücklicht in Sekunden an Sattel, Gepäckträger oder sogar an Kleidung und Rucksäcken befestigen. Besonders: Es ist eines der ersten zugelassenen Modelle, das auch direkt unter dem Sattel montiert werden darf. www.knog.com HOLMENKOL // Waxer KNOG // Cobber und Blinder Link Mit der limitierten SQlab x ION Edition verschmelzen ergonomische Präzision und progressive Trail-DNA zu einem abgestimmten Gesamtsetup. Im Fokus stehen zwei zentrale Kontaktpunkte: der 611 ERGOWAVE® Infinergy® active 2.1 Sattel und die 7OX 2.0 Pro Griffe, beide im markanten ION Design. Wie bei SQlab üblich basiert das Konzept auf individueller Passform. Sattelbreite und Griffgröße werden auf Sitzknochenabstand und Handgröße abgestimmt, um Komfort, Kontrolle und Effizienz zu optimieren. Der Sattel setzt auf die typische ERGOWAVE®-Form für stabilen Halt und effiziente Kraftübertragung, ergänzt durch die active-Technologie, die die natürliche Beckenbewegung unterstützt. Die Infinergy®-Polsterung sorgt dabei für spürbare Dämpfung und Rückstellkraft. Die Griffe bieten mit ergonomischer Form, definierter Ergobar und griffiger Gummimischung präzise Kontrolle auf dem Trail. www.sq-lab.com www.ion-products.com Mit dem neuen Switchblade Ride Factory Build präsentiert Pivot ein Setup, das gezielt auf Performance und Alltagstauglichkeit ausgelegt ist. Im Fokus steht eine ausgewogene Kombination aus hochwertiger Federung und zuverlässigen Komponenten für vielseitige Trail-Einsätze. An der Front arbeitet eine FOX Factory 36 mit GRIP X2 Dämpfung, ergänzt durch einen FOX Float X Dämpfer am Heck. Zusammen sorgt das Fahrwerk für präzise Kontrolle, sowohl bei schnellen Abfahrten als auch auf technischen Uphills. Der mechanische SRAM Eagle 90 Antrieb setzt dabei bewusst auf robuste, wartungsfreundliche Technik. Ein leichter Carbon-Lenker rundet das Setup ab und unterstützt ein direktes, kontrolliertes Fahrgefühl. Mit optionalen Pivot Decal Kits lässt sich das Bike zudem individuell gestalten. www.pivotcycles.com SQlab x ION // 611 ERGOWAVE® Infinergy® active 2.1 Sattel & 7OX 2.0 Pro Griffe PIVOT // Switchblade Ride Factory Foto: maartendegroot.com Vom 29. bis 31. Mai 2026 eröffnen die Green Days offiziell die Bike-Saison der 3-Länder Enduro Trails. Rund um Nauders am Reschenpass erwartet Rider ein vielseitiges Wochenende mit 31 Singletrails, sechs Bergbahnen und etwa 64 Kilometern Trailspaß, von flowigen Lines bis zu technischen Passagen. Im Zentrum steht die Expo Area mit Testbikes und neuen Produkten. Ergänzt wird das Programm durch gemeinsame Rides, After Ride Sessions mit DJs und die große Party am Samstagabend. Ein Highlight ist der Contest „Ride ’em All presented by ABUS“. Ziel ist es, möglichst viele Trails an einem Wochenende zu fahren. Wer 15, 20 oder sogar 25 Trails schafft, kann sich auf Preise und Auszeichnungen freuen. Austragungsort ist die Talstation Bergkastel, die direkt am Trailnetz liegt und kurze Wege garantiert. Die Green Days verbinden Riding, Community und Festivalfeeling zu einem gelungenen Saisonstart. www.3-laenderendurotrails.com GREEN DAYS 2026 // Saisonstart am Reschenpass Fotos: TVB-Tiroler-Oberland-Nauders-Rudi-Whylidal

Am 8. Mai fiel in Saalfelden Leogang der Startschuss in die Bike-Saison 2026 und die hat es in sich: Bis Anfang November, wartet ein Mix aus Bikepark-Lines, naturbelassenen Trails und internationalen Top-Events. Mit 15 Lines im Epic Bikepark Leogang und zusätzlichen Singletrails bietet die Region für alle Levels passende Strecken. Neue Lines wie die flowige T-LINE oder der technische „Back to the Roots“-Trail erweitern das Angebot zusätzlich. Sportliche Highlights liefert die WHOOP UCI Mountain Bike World Series im Juni, während im Juli das 25-jährige Jubiläum des Bikeparks gefeiert wird. Neu ist außerdem die „Tour de Champions“, die mehrere bekannte Wettkampfstätten verbindet. bikepark-leogang.com saalfelden-leogang.com SAALFELDEN LEOGANG // Saisonstart 6 NEWS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Ortovox betritt neues Terrain: Mit der ab April 2026 erhältlichen Sequence-Serie präsentiert der Bergsportspezialist erstmals eine eigene Mountainbike-Kollektion. Die Linien Trail und Free richten sich an Biker, die Funktion, Komfort und verantwortungsvolle Produktion verbinden wollen. Typisch Ortovox: Auch im Bike-Bereich spielt Wolle eine zentrale Rolle. In Kombination mit modernen Materialien entsteht Bekleidung, die atmungsaktiv, robust und bewegungsfreundlich ist. Entwickelt wurde die Kollektion gemeinsam mit Partnern wie SQlab und Gore-Tex. Parallel baut Ortovox sein Engagement im Bereich Sicherheit aus. Die Safety Academy wird um Mountainbike-Inhalte erweitert, inklusive Erste-Hilfe-Angeboten und Guidebook. Eine Partnerschaft mit der DIMB stärkt zudem den Bezug zur Szene. Produziert wird nach hohen Umweltstandards, unter anderem mit bluesign®-zertifizierten Materialien, ohne PFAs und mit erhöhtem Recyclinganteil. www.ortovox.com Die Theragun Prime der 6. Generation richtet sich an alle, die bei Recovery keine Kompromisse machen wollen. Mit einer 16 mm Perkussionsmassage sorgt das Gerät für tiefgehende Muskelbehandlung, lindert Schmerzen und unterstützt die Regeneration nach intensiven Belastungen. Das robuste Design mit stoßfester Gummihülle und verstärkten Ecken ist auf den Einsatz im Alltag, beim Training und im Outdoorbereich ausgelegt. Fünf Geschwindigkeitsstufen lassen sich über eine einfache Ein-KnopfBedienung steuern und ermöglichen individuelle Anwendungen. Der patentierte Dreiecksgriff erleichtert das Erreichen verschiedener Muskelgruppen. Zwei Aufsätze decken unterschiedliche Bedürfnisse ab. Über Bluetooth lässt sich das Gerät mit der Therabody App verbinden, die personalisierte RecoveryPläne bereitstellt. Bergstolz Fazit: Bei uns ist das Gerät fast täglich im Einsatz! Nach dem Sport, zur Lockerung verspannter Muskulatur und auch präventiv. Dabei überzeugt die Kombination aus kräftiger Tiefenmassage, einfacher Bedienung und vielen Anwendungsmöglichkeiten jedes Mal wieder. www.therabody.eu ORTOVOX // Erste Mountainbike-Kollektion Seit fast 30 Jahren steht SAAC für Sicherheitsausbildung im alpinen Raum. Was einst mit Lawinencamps begann, wird im Sommer 2026 mit einem erweiterten Angebot im Mountainbike Bereich fortgesetzt. Die kostenlosen Bike Camps vermitteln an zwei Tagen praxisnahes Wissen zu Fahrtechnik, Materialkunde, Tourenplanung und Risikoeinschätzung. Begleitet von staatlich geprüften Guides werden die Inhalte direkt im Gelände angewendet. Ziel ist es, Teilnehmer auf sicheres und eigenverantwortliches Verhalten im alpinen Terrain vorzubereiten. Mit den neuen Alpine Awareness Camps rücken zusätzlich Themen wie Naturverträglichkeit, Besucherlenkung und nachhaltiger Outdoorsport stärker in den Fokus. Neu im Programm sind außerdem Family Camps, bei denen Familien gemeinsam Sicherheit und verantwortungsvolles Verhalten in den Bergen lernen. Ergänzt wird das Angebot durch die digitale SAAC Bike Academy, die Inhalte zur Vor- und Nachbereitung bereitstellt. Auch die Woman Power Camps bleiben fixer Bestandteil des Programms. Besonders erfreulich: Für alle Camps sind aktuell noch freie Plätze verfügbar. alpine-awareness.eu/bike-camps Paganella No. 5 | vom 29. bis 31. Mai 2026 wird Dolomiti Paganella erneut zum Treffpunkt der internationalen Bike Community. Dieses Jahr gibt es einen besonderen Anlass: Das Paganella Bike Opening feiert sein fünfjähriges Jubiläum. Unter dem Motto „Five Years of Madness“ wartet ein Wochenende, das Biken, Musik und Festival Atmosphäre verbindet. Im Zentrum steht die Kombination aus Trail Action und gemeinsamem Erlebnis. Das Streckennetz des Bikepark Paganella bietet für jedes Level passende Lines. In den vergangenen Jahren wurde das Angebot stetig erweitert. Mit Trails wie Matrix, Super Natural, Interstellar und Duel ist bereits viel passiert. 2026 kommt mit dem neuen „Top Gun“ Trail ein weiteres Highlight dazu. Er verbindet die Seletta auf knapp 2.000 Metern mit Meriz und ermöglicht eine durchgehende Abfahrt mit über 1.000 Tiefenmetern auf gebauten Singletrails.Neben dem Biken spielt auch die Musik eine zentrale Rolle. Am Freitagabend eröffnet das Projekt „Graz’ie Mille“ die Bühne im Base Camp in Andalo. Dahinter steckt eine Kombination aus bekannten Acts vergangener Jahre. Von Hip Hop über Beatboxing bis hin zu elektronischen Sounds entsteht eine vielseitige Mischung. Am Samstag geht es weiter mit Orieste y sus Problemas und ihrem Cumbia Sound. Danach sorgen die Bass Monkeys mit Brass Elementen und elektronischen Beats für einen energiegeladenen Abschluss. Auch abseits der Trails wird einiges geboten. In der Funny Olympics Area stehen spaßorientierte Challenges im Fokus. Disziplinen wie Bike Bowling oder Bike Slalom setzen auf Teamgeist und sorgen unabhängig vom Fahrkönnen für Unterhaltung. Dazu kommen Testmöglichkeiten, ein großes Brand Village und Foodtrucks. Zahlreiche Marken sind vor Ort und geben Einblicke in neue Produkte und Entwicklungen. Das Paganella Bike Opening bleibt damit eines der vielseitigsten Events zum Saisonstart. Wer Biken, Musik und Community verbinden will, ist hier genau richtig. www.paganellabikepark.com SAAC // Erweitert Bike-Camps PAGANELLA BIKE OPENING // 29.–31. Mai 2026 Foto: Yvonne Hörl THERAGUN // Prime (6. Generation) Foto: Christina Kober Mit dem Stamp EVO entwickelt Crankbrothers sein bewährtes Pedal konsequent weiter. Die deutlich vergrößerte Standfläche bringt mehr Stabilität, eine bessere Effizienz und soll für weniger Ermüdung sorgen. Für Stabilität und Präzision setzt das Pedal auf einen geschmiedeten Aluminiumkörper, ergänzt durch einen robusten Composite-Bashguard, der bei Felskontakt das Hängenbleiben minimiert. Trotz der robusten Bauweise bleibt das Profil extrem flach, während die konkave Form und 13 verstellbare Pins pro Seite für sicheren Halt sorgen. Hochwertige IGUS-Lager, ein zuverlässiges Dichtungssystem und vollständig austauschbare Komponenten unterstreichen den langlebigen Ansatz. Zwei Größen garantieren zudem eine optimale Passform zwischen Schuh und Pedal – für maximale Effizienz und Kontrolle auf jedem Trail. www.crankbrothers.com CRANKBROTHERS // STAMP EVO

8 VERLOSUNG Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Wir verlosen einen Aufenthalt für 2 Personen im wunderschönen Val di Fassa, welches vor allem durch das UNESCO-Weltkulturerbe den Dolomiten bekannt ist. Im Herzen der Dolomiten, zwischen verzauberten Felswänden, erwacht der Sommer auf den sonnigen Scheunen der Fuciade- Hochebene. Der Sommer erstreckt sich ungehindert auf Almen und Berghütten und erreicht Wasserfälle mit kristallklarem Wasser im Val San Nicolò. Er wandert in den Tannenwäldern und tanzt über die Kämme der Monzoni-Berge, kitzelt die Königin, ihre Majestät, die Marmolata, um dann das Contrintal zu erreichen und sich an den Blumen und dem hypnotischen Duft von Heu auf den Weiden des Val Duron zu berauschen. Er bleibt in Höhenlage, um das Buffaure-Gebiet zu erreichen und so den Zauber des Rosengartens ganz zu genießen. Er taucht weiter aus den alpinen Seen und Quellen der Dolomiten auf. Er macht Purzelbäume auf glänzenden Wiesen und öffnet die Tänze in festlich gekleideten Dörfern, um die Abendlichter willkommen zu heißen. Ein feuriges Alpenglühen kündigt die Stunde der Entspannung an, die jedes Versprechen erneuert: Freiheit, Entdeckung und Wunder. Denn hier ist der Sommer aufrichtig, intensiv. Und wahr. Wenn MTB deine Leidenschaft ist, haben die Dolomiten viel zu bieten. Hunderte von Kilometern auf Strecken, die die Geschichte des Offroad-Bergsports geprägt haben. Neben der Sellaronda MTB Tour gibt es viele Strecken, die nach technischen Schwierigkeiten klassifiziert sind und autonom oder mit unseren erfahrenen Führern absolviert werden können. Diese begleiten Sie an das Ziel, das Ihren Wünschen und Fähigkeiten entspricht. Auch in der Familie sorgen geführte Ausflüge für mehr Vertrauen, Freude und garantierten Spaß. Erleben Sie den Nervenkitzel der Freiheit. Testen Sie Kopf und Herz auf den MTB-Touren des Fassatals! www.fassa.com VAL DI FASSA // Ein Wochenende für 2 Personen & Halbpension (3 Sterne oder 4 Sterne) MSR // Hubba Hubba Bikepacking Zelt DEUTER // Attack ABUS // TARGON Zuhause ist dort, wo dein Bike steht: Wir verlosen das MSR Hubba Hubba Bikepacking Zelt mit Platz für 2 Personen. Entwickelt speziell für Abenteuer auf zwei Rädern. Kompakt, leicht und mit cleveren Features begleitet es dich auf kurzen Overnightern ebenso wie auf langen Touren. Im Inneren bietet das Zelt dank rechteckiger Grundfläche und großzügiger Höhe viel Platz für dich und dein Equipment. Praktische Details wie einhändig bedienbare Reißverschlüsse, Staufächer mit Kabeldurchführungen und integrierte Wäscheleinen sorgen für Komfort unterwegs. Auch außen überzeugt das Hubba Hubba: Wasserdichte Materialien, getapte Nähte und große Apsiden schützen zuverlässig vor Wetter und bieten Stauraum. Die speziell entwickelte Lenkertasche ermöglicht eine einfache Befestigung am Bike. Jetzt mitmachen und dein mobiles Zuhause für das nächste Abenteuer sichern! www.msrgear.com. Seit 20 Jahren steht der deuter Attack für Schutz und Funktion auf anspruchsvollen Trails. Zum Jubiläum präsentiert deuter den beliebten Protektoren-Rucksack mit neuem Design und einem neuen RE ZRO® Rückenprotektor, der exklusiv für deuter entwickelt wurde. Der flexible Protektor passt sich dem Rücken an, schützt bei Stürzen und schränkt die Bewegungsfreiheit auf technischen Abfahrten nicht ein. Gleichzeitig setzt deuter auf Nachhaltigkeit: Der Protektor ist recyclebar und das Material zersetzt sich deutlich schneller als herkömmliche Schutzsysteme. Auch in Sachen Komfort ist der Attack auf lange Tage am Bike ausgelegt. Das Airstripes-Rückensystem sorgt für Belüftung, während Hüftgurt und Schulterträger auch auf ruppigen Trails sicheren Halt bieten. Dazu kommen praktische Features wie TrinksystemKompatibilität, Regenhülle und Befestigungsmöglichkeiten für Helm oder Protektoren. Und jetzt das Beste: Wir verlosen einen deuter Attack! www.deuter.com Mit dem neuen Targon bringt ABUS einen vielseitigen Mountainbike-Helm auf den Markt, der Fullface und Halbschale in einem System vereint. Dank abnehmbarem Kinnbügel lässt sich der Helm mit wenigen Handgriffen anpassen. Perfekt für Trailtouren, Bikepark-Laps oder entspannte Ausfahrten. Besonders praktisch ist das patentierte Speed Latch System, mit dem sich der Kinnbügel schnell entfernen oder wieder montieren lässt. Dazu kommen zahlreiche Features wie ein magnetischer FIDLOCK-Verschluss, 15 Belüftungsöffnungen und ein verstellbares Anpassungssystem für optimalen Sitz. Auch beim Thema Sicherheit setzt ABUS auf hohe Standards. Der Targon erfüllt neben den gängigen Fahrradhelm-Normen zusätzlich die ASTM Downhill-Zertifizierung. In der MIPS-Version sorgt das Air Node Pro System für zusätzlichen Schutz bei Rotationskräften. Der Helm wird erstmals komplett im italienischen ABUS Werk gefertigt. Verlost wird der Targon in der Farbe Schwarz und in Wunschgröße. www.abus.com Wie nimmst du teil? Schicke uns einfach die Lösung zur Gewinnspielfrage (welche du auf unserer Webseite findest) an die verlosung@bergstolz.de! Email schicken, im Lostopf landen und mit etwas Glück gewinnen Foto: Patricia Ramirez Foto: Federico Modica

10 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Janik Steiner Janik Steiner ist Fotograf aus der Szene, was einst mit einer Kamera am Skatepark begann, führte ihn zu Projekten mit Marken, die er schon lange feiert, und bis ins Red Bull Illume Fotobuch. Sein Ansatz ist dabei so simpel wie ehrlich: Fotografieren, was er selbst liebt. Seine Arbeiten leben von Authentizität, Gefühl und einem tiefen Verständnis für den Sport. Statt starrer Planung lässt er sich oft vom Moment treiben und genau dort entstehen seine stärksten Bilder. Im Fokus stehen Spaß, Flow und Style, gepaart mit einer guten Portion Lifestyle. Am liebsten ist er mit kleinen Crews unterwegs, mit Leuten, die ähnlich ticken. Projekte wie der Film „WHY NOT?“ zeigen genau das: Echte Freundschaft, gemeinsame Visionen und die Suche nach dem, was wirklich zählt. @steinerja www.janiksteiner.de Foto: Korbinian Engstler Korbinian Engstler / Namibia

11 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Korbinian Engstler / Madeira

12 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Island

13 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 oben | links // Squamish, BC / Kanada rechts // Kamloops, BC / Kanada

14 ROMANIAN ROMANCE / PART ! Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Letzten August machten wir uns zu viert auf in ein Abenteuer, das irgendwo zwischen alpinem Größenwahn und Balkan-Sommermärchen lag: Heli-Biken in Rumänien. Mit dabei: Tammy und Fabs aus Innsbruck, Stefan aus Salzburg und ich, aus Altenmarkt im Pongau, mit großen Plänen, aber ohne Speicherkarte für meine Kamera. Hier unsere Geschichte: Der Flug von München nach Timișoara dauert gerade einmal 1,5 Stunden. Kaum genug Zeit, um sich mental auf das vorzubereiten, was uns erwartet. Am Flughafen dann die erste Begegnung mit rumänischer Gelassenheit: Unser Mietauto begrüßt uns mit mehreren orange leuchtenden Kontrolllampen. „Kein Problem“, versichert man uns. „Wir haben Teile dazugekauft, das System erkennt sie nur nicht.“ Aha. Manchmal ist Vertrauen die beste Entscheidung. Also rollen wir los. 25 Minuten später erreichen wir Timișoara. Zwei Nächte bleiben wir hier, bevor es in die Berge nach Muntele Mic geht. ROMANIAN ROMANCE PART 1 / Heli-Biken in den Karpaten Text: Birgit Ertl / Fotos: Tamara Fritz und Birgit Ertl

15 ROMANIAN ROMANCE / PART ! Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026

16 ROMANIAN ROMANCE / PART ! Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Timișoara, oft „Klein-Wien“ genannt, überrascht mit einer wunderschönen, barocken Altstadt, die man ideal zu Fuß erkunden kann. Vorausgesetzt, es hat nicht knapp 40 Grad wie bei uns im August. Trotzdem machen wir uns auf den Weg, um einige der Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Das Herz der Stadt schlägt auf der Piața Unirii, ein Platz mit barocken Fassaden, Cafés und der römisch-katholischen Domkirche. Ein paar Schritte weiter beeindruckt die mächtige Timișoara Orthodox Cathedral mit ihren bunten Ziegeln und den typischen byzantinischen Türmen. Zwischen Jugendstilfassaden, schattigen Innenhöfen und der eleganten Piața Victoriei versuchen wir, möglichst langsam zu gehen, jede schnellere Bewegung würde als Hochleistungssport gelten. Damit wir auch wirklich die besten Spots der Stadt entdecken, schicken uns die Jungs von Heliski Romania einen Guide. Angekündigt wird er als „Après-Ski-Sensei“. Wir treffen Răzvan. Er wird seinem Titel mehr als gerecht. Răzvan zeigt uns nicht nur historische Sehenswürdigkeiten, sondern führt uns auch in die hohe Kunst des urbanen Après-Ski mit ein. Bars, Clubs, versteckte Spots – alles dabei. Auch kulinarisch bleiben keine Wünsche offen. Unbedingt empfehlenswert: das Zai Après Café. Es ist ein perfekter Mix aus Lässigkeit und richtig gutem Essen. Abends spazieren wir entlang der Bega. Die Uferpromenade wirkt wie eine kleine Oase: Bäume,Wasser, entspannte Stimmung und plötzlich: Musik. Auf einem am Ufer vertäuten Schiff findet ein Konzert statt. Der rumänische Rapper Macanache liefert eine Show, die uns komplett unerwartet erwischt. Spontan. Laut. Großartig.

Manchmal sind es genau diese Zufälle, die eine Reise unvergesslich machen. HITZEFLUCHT & MUSCHI-FILET Am zweiten Tag zwingt uns die Hitze zur Kapitulation. Wir gehen ins Freibad: DJ, Pool, Sommer-Delirium. Wir ergeben uns dem Wetter und der Erkenntnis, dass selbst ambitionierte Heli-Biker Grenzen haben. Bevor es in die Berge geht, steht noch ein strategischer Zwischenstopp im Einkaufszentrum an. Ich brauche dringend Speicherplatz für meine Kamera, denn meine Speicherkarte liegt zuhause. Nebenbei decken wir uns mit Reiseproviant ein. Darunter: „Muschi Filet“, rumänisch für aufgeschnittenen Schinken, wie uns Răzvan erklärt. Unsere Gesichter: unbezahlbar. Mitten im Einkaufszentrum entdecken wir einen Stand mit motorisierten Plüschtieren, auf denen Kinder durch die Mall cruisen können. Die Verkäuferin versichert uns, sie halten bis 80 Kilo aus. Fünf Sekunden später sitzen wir auf vier motorisierten Tieren. Natürlich liefern wir uns ein Rennen. Natürlich geht es um Prestige. Natürlich geht es um den besten Platz im Heli. (Spoiler: Wir werden alle hinten sitzen.) Mit neuer Speicherkarte und blinkendem Armaturenbrett machen wir uns schließlich auf den Weg nach Muntele Mic. 2,5 Stunden Fahrt liegen vor uns, raus aus der flirrenden Hitze der Stadt, hinein in die Berge Rumäniens. Und dort beginnt das eigentliche Abenteuer. ANKUNFT AM SPIELPLATZ DER DUNCAS: Boost Mode, Bärenhunde und ein bisschen „illegal in Austria“ Unser bunt leuchtendes Mietauto kämpft sich Richtung Muntele Mic. Der Berg liegt im Südwesten Rumäniens im Kreis Caraș-Severin und gehört zum Țarcu-Massiv der südlichen Karpaten. Mit knapp 1.800 Metern Höhe ist er vielleicht kein Riese, aber definitiv der perfekte Ausgangspunkt für ein Abenteuer, das man in dieser Form in den Alpen wohl kaum erleben könnte. Oben angekommen checken wir in unserer Unterkunft Montis Hotel & Spa ein. Die Luft ist merklich kühler als in der Stadt, die Vorfreude hoch. Wir ahnen noch nicht, dass wir gerade in das private Wohnzimmer einer rumänischen Heli-Dynastie eingetreten sind. Am Parkplatz vor dem Hotel lernen wir sie kennen: Cristi Dunca, unser Guide für die nächsten Tage, und seinen Vater Romeo Dunca. Romeo ist Gründer von Heliski Romania, einem Familienunternehmen, das ursprünglich Heliskiing in den rumänischen Karpaten etablierte und später auch Heli-Biking-Touren entwickelte. Romeo ist eine Persönlichkeit, die zu beschreiben, ein Buch nicht reichen würde. Abenteuer scheint bei den Duncas ohnehin genetisch veranlagt zu sein. Romeo war der erste Rumäne, der die Paris–Dakar Rallye beendete, er hat sowohl den Nord- als auch den Südpol auf Skiern erreicht und stand sogar auf dem Gipfel des Manaslu (8163 m) im Himalaya. Aktuell fliegt er seinen dritten Helikopter. Zwei hat er bereits „aufgestellt“. „Only one was my fault“, sagt er trocken. „The other time another pilot flew. And nobody was injured…“ Na dann. Und man glaubt es ihm. Nicht, weil es beruhigend klingt. Sondern weil er dabei so selbstverständlich wirkt, als würde er über einen Kratzer im Autolack sprechen. Mit einem Pickup bringt uns Cristi noch weiter den Berg hinauf. ROMEOS BABY: DER AIRBUS H125 Auf halber Höhe stoppen wir an der legendären Sky Lounge, im Winter Après-Ski-Hotspot, im Sommer Heli-Spielplatz. Dahinter steht er: Romeos Baby, der Airbus H125, ein Helikoptermodell, das für Hochgebirgsflüge gebaut wurde und als einziger Helikopter jemals auf dem Gipfel des Mount Everest gelandet ist. Unsere E-Bikes, die wir vor Ort von den Duncas leihen, werden auf einem speziell konstruierten Bike-Ständer montiert, der unter dem Heli an einem Seil hängt. Fabs, selbst Pilot einer Boeing 777, fragt nach den Safety Procedures. Romeo steckt demonstrativ den Finger in den Mund, hält ihn in den Wind: „I must check the wind. It’s good. Let’s go.“ Ein weiterer Satz für die Ewigkeit: „Do you see what we do now? Also illegal in Austria.“ Damit meint Romeo wohl das Startprozedere, das bei uns zuhause wohl nicht so schnell durchgeführt werden dürfte. Aber Romeo und sein Baby sind ein eingespieltes Team. Und genau dafür lieben wir dieses Abenteuer. Wir fühlen uns nie unsicher. Aber alles wirkt … freier, ungefilterter, weniger reglementiert. Die Berge scheinen Romeos und Cristis Spielplatz zu sein und wir dürfen mitspielen. DROP AM ȚARCU PEAK Romeo setzt zuerst die Bikes ab, danach landen wir daneben. Wenige Minuten später fliegt er mit dem leeren Bikeständer wieder zurück Richtung Muntele Mic. Da stehen wir nun: fünf E-Bikes mitten in den Karpaten. Kilometerweit keine Menschenseele. Heli-Biking wurde hier 2018 von der Familie Dunca eingeführt, 17 ROMANIAN ROMANCE / PART ! Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026

18 ROMANIAN ROMANCE / PART ! Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 als Cristi nach seinem Studium begann, das Familienunternehmen weiterzuentwickeln. Die Idee war einfach: Warum nicht das Konzept des Heliskiings auf Mountainbiker übertragen? Die rumänischen Karpaten bieten dafür perfekte Bedingungen: alpine Grate, endlose Wälder und Trails, die scheinbar kein Ende nehmen. Ein typischer Heli-Bike-Trip startet auf rund 2300 Metern Höhe und führt bis auf etwa 300–400 Meter ins Tal hinunter. Je nach Route entstehen so Touren zwischen 15 und 75 Kilometern Länge. Unsere erste Tour führt uns über etwa 45 Kilometer entlang der Bergketten des Țarcu-Massivs. Die Aussicht reicht über mehrere Gipfelketten hinweg, und dank der E-Bikes können wir noch weitere Höhen erreichen. Um das zu schaffen, fahren wir ausschließlich im Boost Mode. Irgendwann wird daraus der Boobs Mode. Und je länger wir unterwegs sind, desto schlechter werden die Wortspiele. Spätestens als zum Ende der Tour das „Muschi Filet“ vom Vortag wieder in unseren Sprachgebrauch zurückkehrt, beschließen wir, weitere Wortspiele aus unserem Urlaub nicht in diesen Artikel einzubauen, um unseren Ruf, aber auch den von Bergstolz zu schützen. Mittagessen gibt es an einem idyllischen Fluss in einem kleinen, traditionellen Restaurant. Bevor wir das Essen bekommen, springen wir zum Abkühlen in den Fluss. Trotz E-Unterstützung kommt man hier ins Schwitzen. Später ein Stopp am Lacul Mărghitaș. Natürlich springen wir auch dort rein. Man muss ja die Wasserqualität testen. Zurück geht es per Pickup und Anhänger nach Muntele Mic. Der Tag endet in einem kitschig tiefroten Sonnenuntergang. THE GREAT HERCULES EMTB EXPERIENCE Am nächsten Morgen wartet bereits das nächste Abenteuer: The Great Hercules EMTB Experience. Ein 75 Kilometer langer Trail, der durch die Cerna-Berge bis nach Băile Herculane führt. Der Helikopterflug zum Startpunkt der Bike-Tour dauert rund zehn Minuten. Kurz nach dem Abheben sagt Romeo: „Everything you see now, you must forget.“ Wir beschließen erneut, nicht nachzufragen. Allerdings haben wir keine Ahnung, was wir vergessen sollten, denn zu keinem Zeitpunkt wirkt irgendetwas riskant. Wir starten wieder in der Nähe des Țarcu Peak, Ziel: Băile Herculane, auf Deutsch oft Herkulesbad genannt. Eine historische Kurstadt aus Zeiten der Habsburger Monarchie, in der einst sogar Kaiserin Sisi verweilte. Heute findet man dort noch immer heiße Schwefelquellen. Wir fühlen uns wieder, als wären wir die Einzigen in den endlos wirkenden Bergen. Hier und da treffen wir Schäfer mit ihren Herden, die den Sommer monatelang mit ihren Hunden und den Schafen in den Bergen verbringen und nur im Winter ins Tal ziehen. Ihre Hunde tragen massive Eisenhalsbänder mit Dornen zum Schutz gegen Bären. Beeindruckend. Und ein kleiner Reminder, dass wir hier wirklich in der Wildnis unterwegs sind. Am Ende warten die heißen Schwefelquellen in Herculane. Vorher springen wir in den kalten Bach. Kaltbaden wird unser tägliches Ritual.

Zai Après Café: de.restaurantguru.com/Zai-Apres-Cafe-Timisoara Alle Angebote und Routen fürs Heli-Biken findet man unter: heliskiromania.com (unter dem Menüpunkt “summer activities”) @heliskiromania Unterkünfte in Muntere Mic: • direkt im Resort: Hotel Muntis www.hotel-montis.ro/ • privates Chalet mit Heli Access: heliskiromania.com/in-tarcu-mountains/private-chalet Mehr Infos zu den Schwefelquellen in Herculane: www.rumaenien-tourismus.de/baile-herculane-herkulesbad I N F O BOX Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 19 ROMANIAN ROMANCE / PART ! METEORITENSCHAUER & ROSAMUNDE-PILCHER-MOMENT Nach dem Bad beziehen wir unser Hotelzimmer in Herculane. Wir treffen uns auf der Terrasse auf einen Drink. Und als hätte das Universum Regie geführt: In genau dieser Nacht zieht ein Meteoritenschauer über uns hinweg. Wir liegen im Liegestuhl, schauen in den Himmel und können nicht glauben, wie kitschig perfekt dieser Tag war. Eigentlich hätte ich den Artikel an Rosamunde Pilcher schicken müssen. RĂZVAN UND DER SCHWARZE TRAIL Răzvan, unser „Après-Ski-Sensei“ aus Timișoara, ist inzwischen fixer Bestandteil unserer Crew geworden. Im Winter arbeitet er als Guide beim Heliskiing, im Sommer hat er allerdings wenig Erfahrung mit Mountainbikes. Deshalb laden wir ihn ein, am letzten Tag mit uns einen Trail von Muntele Mic bis ins Tal zu versuchen. Was wir selbst nicht wissen: Der Trail ist tiefschwarz. Răzvan verflucht uns, aber er kämpft sich tapfer den Berg hinunter. Im Wald essen wir Himbeeren direkt vom Strauch, machen immer wieder kleine Snackstopps und rollen schließlich gemeinsam ins Tal. Wir freuen uns über eine letzte perfekte Abfahrt. Nur Răzvan nicht. Der hasst sie. Dieses Abenteuer hat uns so gut gefallen, dass bereits feststeht: Wir kommen wieder, allerdings schon im Winter mit Ski zum Heliskiing. Also: Stay tuned for Romanian Romance Part 2.

20 RIDERPROFILE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Kirsten Van Horne ist keine, die seit Kindheitstagen im Rennmodus unterwegs war. Zum Mountainbiken ist sie über Freunde gekommen. Die kleinen Abenteuer, die sie täglich mit dem Bike erlebten, haben sie neugierig gemacht. „Ich habe schon immer gerne Dinge erkundet“, sagt sie. Und genau das hat sie gepackt: Die Möglichkeit, einfach loszufahren, spontan, unabhängig. Erst gegen Ende der Schulzeit steigt sie wirklich ein, fährt einmal pro Woche mit dem Mountainbike-Club. Doch schnell wird klar, dass da mehr ist. Während andere Hobbys kommen und gehen, bleibt das Biken. Vor allem, weil es ihr etwas gibt, das sie so vorher nicht kannte: Freiheit. Alleine losziehen, früh am Morgen, ohne auf jemanden angewiesen zu sein, ein großer Unterschied zum Skitourengehen. Genau das beschleunigt ihre Entwicklung. Lange bleibt Biken einfach das, was sie liebt und irgendwie zwischen Arbeit und Alltag unterbringt. Erst 2022, bei der Formation, ändert sich etwas. Umgeben von starken Riderinnen sieht sie plötzlich, was möglich ist. Und merkt: Da geht mehr. Geprägt wird sie dabei stark von ihrer Heimat Nelson in British Columbia. Eine Szene mit Geschichte, alte Features aus Freeride-Filmen, steile, ruppige Trails, die oft anspruchsvoller sind, als ihre Bewertung vermuten lässt. Später kommt Neuseeland dazu. Queenstown, Gorge Road, Dirt Jumps. Genau dort verschiebt sich ihr Riding spürbar. Die steilen Lips, die anfangs Respekt einflößen, werden zum Schlüssel für mehr Style und Kontrolle. „Die Lernkurve ist hart, aber es lohnt sich“, sagt sie. Parallel dazu läuft ihr Alltag alles andere als entspannt. Sie arbeitet im Landschaftsbau, übernimmt Verantwortung für Projekte, ist täglich körperlich gefordert. Acht Stunden draußen, oft in der Hitze. Perfektes Cross-Training, sagt sie heute. Und obwohl die Müdigkeit da ist, bleibt die Motivation fürs Bike. Freeride bedeutet für sie immer auch, ins Unbekannte zu gehen. Angst gehört dazu, genauso wie gute Tage und solche, an denen es schwerfällt. Dann hilft Visualisierung. Sie spricht ihre Ziele laut aus oder schreibt sie auf, um sie greifbar zu machen. Und sie kennt das Gefühl danach, wenn man es nicht versucht hat. Dieses leichte Bedauern. Genau das treibt sie an. Die härteste Phase kam 2023, nach mehreren Verletzungen. Das Vertrauen war weg, die Komfortzone plötzlich sehr klein. Sich wieder herauszuwagen, war ein Prozess. Einer, der Zeit braucht. Heute kommt ihre Motivation vor allem aus Neugier. Aus der Frage, was möglich ist. Nicht nur im Kopf, sondern in der Umsetzung. Für Kirsten reicht es nicht, sich etwas vorzustellen. Sie will es ausprobieren. Für die Zukunft hat sie einiges vor. Neue Tricks, größere Sprünge, schwierigere Lines. Rennen wie ihr erstes Enduro bei Trans Madeira, Events wie Swatch Nines oder vielleicht wieder Rampage. Das Ziel bleibt dabei erstaunlich einfach: Gesund bleiben und Spaß haben. „The feeling of not trying is worse than being scared.” KIRSTEN van HORNE Alter: 24 Homespot: Nelson BC, Kanada Beruf: Pro Freeride-Mountainbiker Sponsoren: Ghost, Evoc, Outdoor Research, ABUS, FOX suspension, Coast Optics, Chromag Ziele: “Indian Air seat grab“ lernen, in South America biken, Flip Dream Track Media: @kirsten.vh Foto: Nathan Hughes Foto: Bartek Wolinski / Red Bull Content Pool

21 RIDERPROFILE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Elias Schwärzlers erste Leidenschaft war das Fußballspielen, er spielte sogar in der Auswahl. Bis er irgendwann Videos aus Whistler entdeckt. Große Lines, Speed, dieser rohe Vibe. „Das hat mich komplett geflasht“, sagt er. Über einen Kollegen, der Cross-Country fährt, kommt er überhaupt erst aufs Bike. Doch schon früh, um genau zu sein 2009, zeigt sich, dass er lieber bergab fährt als hochtritt. Als er 2015 aus der Fußball-Akademie fliegt, verliert er die Lust am Sport, wie er ihn bis dahin kannte. Und genau in diesem Moment übernimmt das Biken. Seitdem geht es bei ihm selten gemütlich zu. Elias ist jemand, der ständig nach Herausforderungen sucht. „Es ist eigentlich ständig hart und genau das feiere ich“, sagt er. Ein extremes Beispiel dafür ist sein Weltrekord-Projekt. 272 km/h auf seinem Scott Gambler, gezogen von einem Motorrad. Was wie ein einmaliger Stunt wirkt, ist in Wahrheit das Ergebnis von monatelanger Detailarbeit. Über 700 Reifentests, unzählige Anpassungen, permanentes Feintuning. Die Idee dahinter wirkt fast simpel. Geschwindigkeit hat ihn schon immer gereizt. Es beginnt mit ersten Versuchen, sich von einem Motorrad ziehen zu lassen. Dann wird es schneller. Und schneller. Und irgendwann steht die Zahl im Raum: 221 km/h. Für viele wäre das das Ende der Geschichte. Für Elias ist es der Anfang. „Da war für mich klar: Jetzt will ich den Weltrekord holen.“ Trotzdem ist er keiner, der blind ins Risiko geht. Im Gegenteil. Elias hat seine eigene Methode entwickelt, um Entscheidungen zu treffen. Er analysiert, bewertet, stellt sich klare Fragen. Angst gehört für ihn dazu, aber sie ist kein Gegner, sondern ein Werkzeug. „Ich bin sicher nicht lebensmüde“, sagt er. Wenn das Risiko zu hoch ist, hört er auf. Im Gym kann er sich komplett zerstören, körperlich ans Limit gehen. Aber sobald es um echte Gefahr geht, entscheidet er bewusst. Erst wenn er weiß, was passieren kann und damit einverstanden ist, gibt er sich selbst das Go. Mit der SENDERS Academy bietet er kein klassisches Coaching an, sondern eine ganzjährige Betreuung, echte Profis als Coaches und strukturierte Trainings. Und vor allem geht es auch um Dinge wie Fokus, Lernen, Persönlichkeitsentwicklung. Für Elias gehört das alles zusammen. Stillstand ist für ihn keine Option. Im Hintergrund arbeitet er bereits am nächsten großen Projekt. Viel sagt er nicht, nur so viel: „Das wird richtig groß.“ Und wenn man ihn fragt, wie ein perfekter Tag auf dem Bike aussieht, dann ist der überraschend einfach. Morgens eine Rennrad-Runde mit seiner Freundin. Danach Downhill mit den Freunden. Vielleicht noch eine entspannte E-Bike-Tour. Abends Pumptrack bei Sonnenuntergang. Und zum Abschluss gemeinsam grillen. ELIAS SCHWÄRZLER Alter: 30 Wohnort: Rankweil Homespot: Green Hill, Galtür & Turracher Höhe Beruf: MTB-Profi Sponsoren: Scott, Shimano, Oakley, Insta360, Continental, F100, Topeak, Öhlins, Enve, VW Nutzfahrzeuge, Clano, SENDERS Academy Ziele: Den Radsport besser und sicherer weiterentwickeln! Media: @ elias_schwaerzler Foto: Rick A. Walder „We ride and we fly!“ Foto: Benjamin Zoeller

22 TOUR DE MONT BLANC Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026

23 TOUR DE MONT BLANC Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Mein Hinterrad gräbt sich tief in den aufgeweichten Boden. Die Stollen sind längst zugesetzt, an Vortrieb ist nicht zu denken. Es ist arschkalt. Und irgendwo zwischen Schneefeldern und Wolken frage ich mich kurz, ob es wirklich eine gute Idee war, Ende Oktober auf 2.500 Metern mit dem Bike unterwegs zu sein. Wir sind zu viert – und doch gibt es diese stillen Momente der Einsamkeit. Zweifel. Konzentration. Das Hinterrad rutscht durch. Ich steige ab, und schiebe die letzten Meter, als ich den Pass erreiche, stehen wir plötzlich wir wieder zusammen, als Team. Die Idee entstand gemeinsam mit meinem Kumpel Massimo, besser bekannt als Tour de Mont Blanc Mit Rückenwind um den weißen Riesen Text: Holger Meyer | Fotos: Andrea Passerini

24 TOUR DE MONT BLANC Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 Bubba: In vier Tagen die Tour du Mont Blanc, einmal rund um den weißen Riesen – im Uhrzeigersinn, auf der Suche nach den schönsten Trails für unsere E-MTBs. Und das bewusst außerhalb der Saison. Dann, wenn die Wanderer verschwunden sind, die Hütten geschlossen und wir selbst Zeit für so eine Unternehmung haben. Bubba ist genauso wie ich im Sommer als Mountainbike-Guide unterwegs, meistens mit Gästen. Aber diesmal gehört der Berg allein uns. Wir starten auf der Schweizer Seite, im Val Ferret. Mit von der Partie: Andrea, unser Fotograf aus Aosta, und Ace, Filmer, Bergführer und Local Ski Coach aus Courmayeur. Bubba und ich kennen uns schon seit über 15 Jahren. Kennengelernt haben wir uns auf einem Biketrip nach Aosta. Seitdem folgten gemeinsame Projekte, meist im Aostartal - Bubbas Heimat und eins meiner absoluten Lieblings-Bikereviere. Aber bei diesem Trip ist unser Radius größer. Grenzüberschreitend. International. Als wir La Fouly am frühen Morgen verlassen, scheint die Sonne bei frostigen acht Grad. Wir haben eine schmales Wetterfenster genutzt – ein Wintereinbruch hatte uns kurz zuvor fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt zählt jeder Tag und das hier ist der erste von vier. Der Anstieg beginnt entspannt auf einer Forststraße. Mit zunehmender Höhe wird der Untergrund anspruchsvoller – und wir können erstmals ein wirkliches Bild davon machen wie viel Schnee in der Höhe noch liegt. Im Vorfeld haben wir immer wieder erfolglos Webcams gecheckt, um rauszufinden ob die Übergänge frei sind, immerhin müssen wir mehrmals über die 2.500-Meter-Grenze hinaus. Der Trail schlängelt sich in Spitzkehren weiter in die Höhe, immer wieder eröffnet sich neues Terrain vor unseren Lenkern, der Schnee um uns herum wird mehr, es ist bitterkalt. Die letzten Meter hinauf zum Grand Col Ferret verlangen volle Konzentration: technisch, verschneit, matschig, steil. Oben angekommen klatschen wir ab und suchen Schutz vor dem Wind. Der höchste Punkt für heute, aber können wir auf der anderen Seite abfahren? Wir beraten, und entscheiden, wo ein Wille, da ist auch ein Weg. Die ersten Meter durch den frischen Schnee auf der Nordseite sind ungewohnt. Der Trail ist unter der Schneedecke kaum zu erkennen. Das Bike schwimmt eher, als dass es fährt. Langsam kommen wir in den Flow, und surfen durch eine weiße Winterlandschaft, obwohl es erst Oktober ist. Weiter unten sind Trails sind größtenteils schneefrei, morgens zwar gefroren, dafür mittags aufgeweicht – ein ständiger Wechsel, auf das richtige Timing kommt es an, das merken wir uns für die nächten Tage. Zu unserer Rechten ragen die Spitzen des Grandes Jorasses auf. Vor uns zieht der Trail wie auf einem Balkon entlang der Bergflanke gegenüber des Mont-Blanc-Massivs, tief hinab ins Val Ferret. Hier sind wir mittendrin, es geht auf und ab wie geschaffen für das Ebike, trotz unseres Trailfokus können wir den Blick nach rechts nicht lassen, zu eindrucksvoll schält sich der Dent du Géant aus den Wolken. Courmayeur heißt unser heutiger Etappenort, Ace ist hier zu Hause. Als wir im Sonnenuntergang in den Ort rollen, zeigt er uns oberhalb der neuen Skyway-Gondelbahn seine liebsten Skiabfahrten. Kaum vorstellbar, dass in diesem exponierten Gelände Skifahren möglich ist, aber nicht umsonst ist er Coach für das Freeride-Nachwuchsteam des Tals und kennt hier jeden Stein. Am nächsten Morgen geht es weiter – hinauf ins Val Veny. Vorbei an dramatischen Felsformationen und Endmoränen, die noch vor gar nicht

allzu langer Zeit unter dickerem Gletschereis verborgen lagen. Der Mont Blanc ist ständig präsent, mit seinen gewaltigen Gletscherabbrüchen. Und er ist ständig in Bewegung, hier auf der italienischen Seite bewegt sich der Gletscher bis zu einem halben Meter pro Tag, weiß Ace zu berichten. Das sind im Jahr gute 200 Meter. Der Klimawandel lässt grüßen. Bis zum Rifugio Elisabetta pedalieren wir entspannt auf der Forststraße, dann biegen wir nach links in einen Trail ab. Ab hier wird es technischer. Das Gelände öffnet sich, ähnelt einer Mondlandschaft, immer noch ist Schnee ein treuer Begleiter, steile Rampen wechseln sich mit verblockten Passagen ab. Der Turbo-Modus hilft – und einmal mehr bin ich froh, dass wir entschieden haben, diese Tour auf dem E-Bike zu machen. Aber heute passt das Timing nicht ganz, die Sonne hat den Frost auf dem Trail schon geschmolzen, schmierig wie Erdnussbutter sind die letzten Höhenmeter zum Col de la Seigne (2.512 m) Hier ist die Grenze nach Frankreich. Wir sind glücklich unseren heutigen großen Übergang geschafft zu haben. Was nun folgt, ist ein Trail-Highway vom Feinsten: Highspeed, einige Jumps, schnelle Kurven, endlose Weite, keine Menschenseele. Nur wir und unsere Bikes. Ein absoluter Traum. Und wenn Andrea und Ace nicht plötzlich dazwischengefunkt hätten, um einen Fotostopp einzuberufen, wären Bubba und ich wohl erst unten im Tal wieder stehen geblieben – mit dem breitesten Grinsen im Gesicht. Egal, auch mit Fotografieren, haben wir jede Menge Spaß auf den Bikes. Nächster Stopp: Cormet de Roselend. Mit Blick auf den idyllischen See tanken wir Energie – nicht nur körperlich, sondern auch elektrisch. Denn die morgige Etappe hat es in sich: Mit dem Col de la Bonhomme und dem Col de Voza stehen zwei alpine Übergänge auf dem Menü, die es in sich haben. Ace macht sich Sorgen, ob sein Akku das mitmacht, er hat nur einen 625er aber dafür den größten Rucksack. Für den blödesten Fall nehmen wir ein Abschleppseil mit. Und tatsächlich, beim zweiten Anstieg ist der Saft leer, wir schleppen ihn abwechselnd die letzten Höhenmeter hinauf zum Col de Voza. Hier wo die historische Zahnradbahn, die Bergsteiger zum Fuße des Mont Blanc bringt ist auch Ausgangspunkt für viele gute Abfahrten. Und wir belohnen uns heute mit den Trails von Les Houches. Hier gibt es einen schönen Bikepark der wirklich viele Trailoptionen bietet. Für jeden ist etwas dabei, Natur, Steeps, Jumps, Flow. Wir wählen die blaue Variante, aber selbst die hat es – typisch französisch – ganz schön in sich: einige Steilkurven gefolgt von ein paar kleinen Jumps, und schon geht es im Wald weiter, enge Kurven wechseln mit Steilstücken und ein paar Wurzelteppichen. Immer wieder warten Überraschungen. Enduro pur. So wie wir es mögen, Massimo grinst, obwohl wir alle schon einige Höhenmeter in den Beinen haben und die Batterien fast leer sind. Also zumindest bei uns. Unten angekommen rollen wir noch ein paar Kilometer auf dem Radweg direkt in die Wiege des modernen Alpinismus. Chamonix pulsiert – voller OutdoorEnthusiasten aus aller Welt. Alle namhaften Outdoor-Hersteller haben hier im Ortszentrum eine Dependance. Wir rollen durch die Fußgängerzone und lassen den Trubel auf uns wirken, nach einer Weile wandert unser Blick aber doch nach oben. Denn dort thront er, der Mont Blanc, diesmal zu sehen von der imposanten Nordseite, zusammen mit der Aiguille du Midi strahlt er im letzten Abendlicht. Auf die letzte Etappe starten wir früh, das Wetter soll nachmittags wieder kippen. Von Chamonix rollen wir erst nach Argentière und dann weiter nach Le Tour. Flowige Waldwege entlang des Flusses Arve versüßen uns die Anreise. Hier angekommen, müssen wir improvisieren, denn im Sommer würde hier die Gondel fahren 25 TOUR DE MONT BLANC

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