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Vancouver Island DUROLUX38 Tour


In der Sondergepäckhalle des Vancouver International Airports bekommt man den Eindruck, es sei ein konspiratives Mountainbike-Treffen im Gange. Auf dem Förderband kommt ein Bike-Koffer nach dem anderen, die Gepäck-Tags deuten auf unterschiedliche Abflugorte aus der ganzen Welt hin. Zufall?

 

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Nein, British Columbia ist ein Bike Mekka und längst kein Geheimtipp mehr. Whistler ist vermutlich der bekannteste Bikepark der Welt. Auf halbem Wege dorthin liegt noch Squamish, eine Stadt mit irrwitzig vielen Trails. Auf der Strecken-App verschmelzen die Linien zu einem Wollknäuel aus über 400 Trails.

Keine Frage also, wenn man vom Flughafen rollt, wohin es geht. Auch ohne Navi sollte man auf Highway 99 N nach Norden abbiegen. Wer nach Süden abbiegt, hat etwas verpeilt oder hat wirklich einen anderen Plan.

Der Plan könnte lauten, ursprüngliche Freeride Trails aufzusuchen, eingeschworene und anspruchsvolle Trailbuilder zu finden und auf den Homespots der zu früh verstorbenen MTB Legenden Steve Smith und Jordi Lunn zu wandeln.
Auf dem Tour-Plan steht Vancouver Island: Victoria, Langford, Duncan, Mt. Prevost, Comox Valley, Courtenay. Klingt wie eine Kreisligatabelle, aber wer hier aufwächst, dem steht bekanntlich der Weg zum Downhill Weltcup und zur Rampage offen.


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Handgemachter Trail in Langford
Die Trails in Langford nutzen die Eigenschaften des Terrains, umgestürzte Baumstämme, Felsformationen und Schluchten. Handgemachte Trails sind effizient, es wird nur so viel gebaut wie nötig.
Northshores – in Bikeparks gerne als optische Aufwertung von Parcours genutzt - werden zur Überbrückung von tiefen Gräben und dicht bewachsenen Büschen gebaut, wo die Verbindung der Trails sonst nicht möglich wäre.

Hier müssen sich auch die Weltklasse-Pros zusammenreißen. Die Trails sind zu Fuß und ohne Kletterseil zu steil, die Gaps sind groß, die Anläufe kurz und die Trails schmal. Absprung und Landung sind „Sniper“ genannte enge Korridore.

Die Locals mit Heimvorteil fahren vor und zeigen den Pros den optimalen Speed für die Sprünge. Man sieht wie viel Zeit nicht nur der Bau der Strecke in Anspruch genommen hat, sondern auch das Trainieren der unterschiedlichen Sprünge. Hier ist Präzision gefragt, denn wer es top-to-bottom schaffen möchte, darf keine Landung verfehlen.

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Cowichan – Geröllhalde
Zu British Columbia gehört irgendwie auch eine große Gerölllandschaft mit steilen Hängen und ausgespülten Canyons. Wenngleich die Ausmaße hier auf der Insel nicht mit Farwell Canyon im Chilcotin mithalten können, macht es dennoch Spaß, wenn man einfach vom Highway abbiegt und schon mittendrin steht. Eine Gerölllandschaft die an die Terres Noires (schwarze Erde) in Frankreich erinnert.

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Mt Prevost
Der 788m hohe Mount Prevost war einst Steve Smiths Hausberg. Nach seinem Tod ist hier ein Bikepark mit anspruchsvollen Trails und großen Sprüngen entstanden.

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Sharknado
Der Höhepunkt ist der Sprung über einen ca. 4m hohen ausgehöhlten Baumstumpf. Noch schwieriger ist jedoch die Anfahrt, denn die schnellen und weiten Sprünge sind von hüfthohen Farnen zugewachsen. Auch hier empfiehlt es sich, sich von Locals ziehen zu lassen, also einmal hinterher zu fahren.

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Moon Boot
Statt einer Beschreibung dieses Trails lohnt es sich Mark Matthews YouTube Clip vom GoPro of the World Best Line Contest 2020 anzuschauen.
Kurz gesagt: Ein Trail von einer Minute Fahrzeit, der sich wie im Fast Forward Modus fährt.


Zum Abschluss sei noch gesagt, dass diese Story keinesfalls den Tourismus fördern soll. Die Strecken sind privat, geheim oder sehr versteckt. Wer Interesse hat solche Trails zu fahren, muss sich mit den Locals anfreunden. Das bedeutet auch, sich beim Streckenbau und bei der Streckenpflege mit einzubringen. Wer das Prinzip von Geben und Nehmen verstanden hat, dem eröffnen sich noch weitere Secret Spots, weit abseits der großen Destinationen.


Filmprojekt: Titel noch unbekannt. Release Q3 2023.

SR SUNTOUR Team Rider
Mark Matthews, Freeride Legende und ehemaliger Rampage Fahrer.
Kurtis Downs, Freerider und Freestyler bekannt von der Nitro Circus
Dylan Crane, Downhill und Crankworx Athlet.

Die Local Crew besteht aus den Trailbuildern und Nachwuchsfahrern Andrew Giesbrecht, Tor Cameron, Cole Nicol und August Nesbitt.

Text und Fotos: Hoshi Yoshida




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