bergstolz

Powder & Tapas


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Caja Schöpf, gebürtige Bayerin und Katia, halb-Spanierin halb-Britin. Sie kennen sich von früher und mit früher ist die Zeit gemeint, in der beide noch aktiv im Skifreestyle waren. Auf Weltcups, WMs, Us Open, etc. nahm Caja meist in der Disziplin Slopestyle teil, während Katia die Halfpipe unsicher machte. Der Karrierehöhepunkt der Spanierin waren sicherlich die olympischen Spiele 2014 in Sotschi, bei denen Caja nicht mehr aktiv als Athletin, aber als Sportpsychologin der deutschen Freeski Nationalmannschaft mit vor Ort war. Aufgrund ihrer beider Karrieren als Leistungssportlerinnen haben die 2 jungen Frauen schon viele Länder der Welt bereist, immer auf der Suche nach dem besten Schnee. Inzwischen interessiert sich Caja nicht mehr nur für das weiße Gold, sondern versucht immer wieder Ziele zu entdecken, die mehr als Berge und Schnee bieten, denn das findet sie vor ihrer Haustüre in Ohlstadt, im tiefsten Bayern auch vor. Caja liebt es andere Kulturen zu entdecken, andere Mentalitäten und Menschen kennenzulernen. Sie liebt es, sich von den Spezialitäten und anderen landestypischen Küchen inspirieren zu lassen, neuen Wein zu verkosten und somit auf ihren Skireisen mehr Erinnerungen und bunte Geschichten mit nach Hause zu nehmen als nur Berge und Schnee. So kam es zur Idee von „Powder & Tapas“ – einen Skiroadtrip nach Spanien in die Pyrenäen.

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Spanien – Sonne, Strand, Wellen, Cerveza, Tapas und die ewige Siesta, was will man mehr für einen relaxten Sommerurlaub. Da wundert es einen auch nicht, dass Spanien das am zweithäufigsten besuchte Land der Welt ist. Auch ich habe Spanien schon des Öfteren besucht – zum Surfen natürlich, denn ich liebe diese Kombination aus Aktivurlaub und dem absolutem Layed Back Vibe der Spanier – Siesta all day long. Was ich noch an Spanien liebe sind Tapas - kleine Mahlzeiten, die in Spanien in Tapas-Bars oder in Bodegas üblicherweise zu Wein oder Bier im Stehen serviert werden. Somit ist das Ganze eine sehr gesellige und unkomplizierte Art, etwas essen zu gehen. Mittags, abends vor dem Bar Hopping oder einfach nur mal zwischendrin, um sich nach dem Surfen zu stärken - eine der schönsten Sachen auf Erden. Bei meinem letzten Urlaub in Nordspanien im Sommer, machte ich den ein oder anderen Abstecher in die Picos del Europa zum Trailrunnen und Wandern. Dabei entdeckte ich noch eine ganz andere Seite Spaniens, nicht weit von den Wellen entfernt, dennoch eine ganz andere Welt, rau, wild und sehr unberührt – das kantabrische Gebirge Nordspaniens.

So kam ich auf die Idee, dass es doch ziemlich interessant sein könnte, sich auch nach einem anstrengenden Powder Tag auf ein paar Tapas und Cerveza zu treffen, um den Tag gesellig ausklingen zu lassen. Die Entscheidung stand schnell fest, meine nächste „Skireise“ sollte für mich dieses Mal ein Roadtrip von München nach Spanien sein – in ein Land, bei dem man nicht gleich an Skifahren denkt. Schön auch, dass man hierfür nicht in den Flieger steigen muss, keinen Langstreckenflug braucht, sondern alles gut, mit dem Auto erreichbar ist – mit ein bisschen Zeit und Geduld.

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Da ich natürlich viel lieber in Gesellschaft reise und Skifahren gehe, und noch lieber mit jemandem, der die Sprache des Landes spricht, fiel mir sofort Katia Griffiths ein, die ich von früher kannte, als wir noch gemeinsam Wettkämpfe fuhren. Katia ist halb-Britin, halb-Spanierin, aber in Spanien geboren und somit ist auch Spanisch ihre Muttersprache. Auch Katia ist seit ihrem letzten Wettkampf, den olympischen Spielen in Sotschi, nicht mehr im Wettkampfgeschehen aktiv und somit spontan und motiviert, Skidestinationen abseits des Wettkampfgeschehens kennen zu lernen.

Gemeinsam mit einem Team aus Kameramann Mathias Bergmann, Photograph Daniel Hug und Assistentin Lisa Wild startete der Roadtrip in das Herz Spaniens, die Pyrenäen, eine Bergkette, welche die Iberische Halbinsel vom Rest Europas trennt. Sie erstreckt sich über mehr als 430 km zwischen Spanien und Frankreich und ihre Gipfel erreichen eine Höhe von über 3.400 m. Unser Ziel war der kleine Skiort Baqueira Beret in Katalonien. Das Skigebiet Baqueira Beret liegt im Val d'Aran und der Pallars Sobirà (Valls d’Àneu) in der Provinz Lleida. Als Teil der katalanischen Pyrenäen teilt sich das größte Skigebiet Spaniens den Platz mit dem einzigen Nationalpark in Katalonien, dem Aigüestortes i Estany de Sant Maurici National Park.

So ging es Anfang April um 3:00 Uhr früh von München in meinem Like2Drive Bus los. Dass die Fahrt Richtung Süden lange dauert, war uns allen bewusst, denn wir kannten die Strecke ja gut von unseren Surfurlauben. Aber prepared mit guten Snacks, abwechslungsreicher Musik und diversen Hörspielen vergehen auch 14h Fahrt wie im Flug. Es war stockfinstere Nacht, als wir in dem Örtchen Baqueira Beret ankamen, aber die Silhouetten der Bergketten, die das Tal säumen waren auch in der Nacht deutlich zu erkennen und erfüllten uns mit Vorfreude.

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Wie bestellt erwartete uns die kommenden Tage frischer Schneefall und wir starteten den Trip erstmal mit Downdays. Diese nutzten wir dazu, die typisch spanischen Bergdörfer zu erkundigen. Diese wirkten teils gespenstig leer und nicht so belebt wie man die Skiorte in anderen Ländern kennt. Das Aran-Tal (Val d'Aran) besteht aus insgesamt 33 Dörfern - charakterisiert durch die Häuser aus Natursteinen und Holz und vielen alten romanischen Kirchen - die sich über 9 Gemeinden erstrecken, wobei Viella (Vielha) den Hauptort darstellt. Und da ich es eh kaum erwarten konnte, waren wir an jedem der Downdays mindestens 2 Mal in einer der vielen Tapas Bars. Gerade in Vielha säumen sie die Hauptstraße und Nebengassen. Auch besuchten wir eine „Queseria“ (Käserei), in welcher wir nicht nur eine Führung, sondern auch eine großzügige Käseverkostung machen durften. Auch die Souvenirs für zu Hause wurden in Form von kiloweise Käse besorgt. Gourmets sind in Spanien sowieso gut aufgehoben, denn es wird nicht nur reichlich und deftig gegessen, sondern auch hoch qualitativ – davon haben wir uns die ersten Tage gleich überzeugen lassen.

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Dann war es soweit, der Himmel klarte auf und die Sonne zeigte sich. So zogen wir mit großen Erwartungen los, um die völligst unverspurten Hänge der Pyrenäen zu erkunden. Warum unverspurt? Außer uns fuhren hier nicht viele abseits der Pisten. Somit konnten wir uns ziemlich gemütlich und ohne Eile, dass uns jemand zuvorkommt, am Berg spielen und hatten den ganzen Powder für uns alleine. Allerdings erzählte man uns, dass wohl der spanische König Juan Carlos dieses Skigebiet regelmäßig bereist. Aber auch dieser verspurte uns zu diesem Zeitpunkt keinen Hang. Die Skipisten in einer Höhenlage von 1.500 bis 2.510 m Seehöhe bieten großzügige und offen angelegte Pisten und Abfahrten an, teilweise von Wald gesäumt, was uns sehr entgegen kam. Das Skigebiet Baqueira Beret, das in den 60er Jahren von der lokalen Bevölkerung gegründet wurde, gliedert sich in drei Bereiche: Baqueira, Beret und Bonaigua. Baqueira-Beret mit seiner westlichen Ausrichtung ist vom Atlantik her wetterbegünstigt und bietet meist die besten Schnee- und Pistenverhältnisse mit 1000m Höhendifferenz, weshalb wir auch hier starteten und uns dann bis Bonaigua vorarbeiteten. Von dort starteten wir weiter ins Outback, da wir ja nicht nur „im“ Skigebiet bleiben wollten. Vollbepackt für 2 Tage Skitouren gehen und Hüttenübernachtungen montierten wir die Felle und starteten mit unserem Guide von Kabi Travels Richtung Refugio Saboredo, einer Schutzhütte der Pyrenäen auf 2310 m Höhe auf einem Hügel, der im Sommer die drei Seen Baish (2240 m) und Deth Miei (2280 m) vom höchsten See Saboredos (2330 m) voneinander trennt. Kabi Travels ist ein lokales Reiseveranstalter Unternehmen, gegründet von der „one and only“ Edurne Pasaban, die wir auch einen Nachmittag trafen und die uns sehr beeindruckte – eine tolle Frau!

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Beim Refugio Saboredo kamen wir nach einer wunderschönen, dennoch langen Skitour im Sonnenuntergang an. Die Skitour zum Refugio ist einfach zu gehen und man wird immer abgelenkt durch eine traumhafte Landschaft. Sogleich wurden wir vom Wirt Mark freudig erwartet und sofort kulinarisch und mit viel Vino Tinto verwöhnt. Am nächsten Tag spielte uns das Wetter leider nicht mehr so in die Karten und die weitere geplante Skitour fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. So ging es für uns zügig zurück ins Tal. Unten angekommen, ziemlich nass und kalt, wärmten wir uns erstmal mit Tapas und einem kühlen Cerveza von innen auf. Wir fanden also was wir suchten – Powder und Tapas! Und ich kann es nur jedem empfehlen.

Nach einer wunderbaren Woche ging es per Roadtrip zurück in den Norden, nach München, wo es bereits wärmer war als hier in den Pyrenäen. Wir waren überglücklich mit unseren Eindrücken und Erfahrungen einer Skidestination, wo man mehr erleben kann als nur Berge und Schnee. In einem Land, bei dem ich bisher meist nur an Wellen, Strand und Tapas gedacht habe. Ja, Spanien hat weit mehr zu bieten und gerade Baqueira Beret ist auch im Sommer mit mehr als 200 Seen ("Estanys" genannt) und vielen Mäandern ("Aigüestortes") für eine Gegend außerordentlicher Schönheit in den Pyrenäen bekannt. Vielleicht steht somit bei mir auch der nächste Sommer „Bike“-Roadtrip á la Biken & Tapas schon fest. Wir werden sehen.

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Infobox

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ANREISE:
Mit dem Auto von München ca. 15 Stunden: A96 Richtung Bodensee – A1 Richtung Zürich (Vignette nicht vergessen!) – A1 weiter Richtung Lausanne, dann A9/E62 nach Frankreich – weiter auf A41 bis A32 – dann A48 Richtung Marseille und weiter auf der A49 (teils gebührenpflichtige Straßen) – weiter auf der N532 und A7 – dann auf E15/A9 Richtung Montpellier – weiter auf A61 Richtung Toulouse - ab hier dann am besten mal das Navi einschalten.

SKIGEBIETE:
•Baqueira Beret S.A.
Afores S/N · 25598 Naut Aran, Lleida
www.baqueira.es // viajes@baqueira.es

UNTERKÜNFTE:
•Hotel Montarto
Carretera Bonaigua-Baqueira, 1500
www.montarto.com

•Airbnb Luderna Appartments
LUDERNA rentals
Avenida Garona, 17 (apdo. correos 119)
25530 Vielha, Lleida
reservas@luderna.com // www.luderna.com

VERPFLEGUNG:
•Taberna Eth Bot S.L. – bestes Abendessen mit köstlichen Spezialitäten und Vino
Plaça Major, 1
25598 Salardú, Lleida

•Restaurante Casa Rosa
Carrer Hont, 8
25598 Bagergue, Lleida

•Käserei (gehört zum Restaurant Casa Rosa)
Dera Hont 1
25598 Bagergue (Val d’Aran)
info@quesosdelvalledearan.com

Diverse Tapas Bars an jeder Ecke! Einfach anhalten, reingehen und loslegen!




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