bergstolz

Bike Safari Dolomiten


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Von Cortina d’Ampezzo bis nach San Martino di Castrozza - in vier Tagen durch die wohl schönsten Berge Europas mit dem MTB. Der Lockdown ist zu Ende und Dolomiti Super Ski, das ist der Verbund von 450 Liften im Winter und 107 Liften im Sommer, hat eingeladen zur Bikesafari, durch die traumhafte Welt der Dolomiten, ohne Gepäck, nur mit dem normalen Bikerucksack.

Das ist Luxus pur: Das Gepäck wird geshuttelt, von Schlafplatz zu Schlafplatz. Der Gepäckshuttleservice ist ein neuer Ansatz von Dolomiti Super Ski, um dem Mountainbiker noch mehr zu bieten. Unsere Gruppe besteht aus acht Journalisten, dem Guide Andrea, Daniela und den beiden Diegos vom Veranstalter der Bikesafari. Erster Tag: Cortina d’Ampezzo, los geht’s! Wir starten im mondänen Wintersportort mit seinen edlen Boutiquen, der ganz offensichtlich auch im Sommer die Touristen und zahlungskräftiges Klientel anzulocken vermag. Treffpunkt ist der Parkplatz der Faloria-Bahn. Jedoch: Die ist gerade wegen Revision geschlossen. Deshalb bekommen wir gleich ein „Upgrade“ und werden inklusive unserer verladenen Bikes zur Gipfelstation geshuttelt. Von hier aus haben wir einen traumhaften Ausblick auf die Giganten rund um Cortina d’Ampezzo.

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Nachdem wir uns wieder gesammelt haben, beginnt die Abfahrt über einen wurzeligen Singletrail hinüber in Richtung Monte Cristallo, mit dem Lift hoch und dann weiter über die Almwiesen auf Erkundungstour auf die Trails nordwestlich von Cortina. Zum Mittagessen geht es mit der Umlaufbahn Colfiere-Col Drusciè hoch zum Rifugio Col Drusciè. Uns werden vorzügliche Pasta serviert, wie man sie nur in den Dolomiten erhält. Nach der Stärkung geht es rauf Richtung Tofana, wir können die Schneise, den berühmten Tofanaschuss, sehen, wo die Damen im Weltcupwinter die Abfahrt hinunter schießen - sehr beeindruckend! Für uns wird es nun auch etwas sportlicher, die Gruppe trennt sich, die versierteren Fahrer nehmen einen steilen Wurzeltrail in Angriff, der unser volles Fahrkönnen fordert. Unten angekommen geht es auf der Staatsstraße 48 ein kurzes Stück wieder hoch, Richtung Falzarego-Pass. Wir kommen zum Sessellift „Cinque Torri“ und nehmen gerne diese Aufstiegshilfe zum Refugio Scoiatolli auf 2.280 Meter Seehöhe in Anspruch.

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Hier erwarten uns die Cinque Torri, die fünf einzigartigen Felsblöcke. Bei diesem gigantischen Anblick verschlägt es nicht nur uns die Sprache. Wann hat man schon die Gelegenheit, dank Corona, dieses Naturmonument fast allein zu genießen? Keine Menschen hier, nur unsere Reisegruppe und ein paar Kletterer in der Wand. Normalerweise drängen sich hier die Leute, um ein Foto zu schießen. Auf der Hütte Scoiatolli beziehen wir unser Quartier, wir drei deutschsprachigen teilen uns ein Zimmer. Es geht zum Abendessen, auch hier wieder feinste Speisung und Diego empfiehlt uns noch einen Kümmelschnaps, die Spezialität der Region, zum Ausklingen eines wundervollen Tages. So gehen wir bald ins Bett, die Nacht jedoch ist sehr kurz – der Kollege macht sich um 5 Uhr auf, um ein paar Fotos vom Sonnenaufgang zu schießen und rollt sich aus dem Stockbett. Wir anderen beiden genießen den Sonnenaufgang vom Bett aus mit direktem Blick auf die Cinque Torri – mehr Luxus geht nicht!

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Nach dem Frühstück geht es diesmal gleich richtig zur Sache. Der Anstieg hoch zum Rifugio Averau hat es in sich. Die Höhe und der steile, geröllige Weg lassen den Puls gleich mal auf Anschlag hochschnellen. Oben angekommen dauert es eine zeitlang, bis die Gruppe wieder vollständig ist. Die Zeit genießen wir, um in die Ferne zu schauen und sehen uns links an der Marmolata satt, dem höchsten Berg der Dolomiten mit 3.350 Metern. In der Zwischenzeit sind alle angekommen und es geht weiter, nun aber bergab, den Trail Richtung Castello di Andraz, die Strapazen sind schnell vergessen. Der Trail führt zuerst über ein Geröllfeld, weiter unten eröffnen sich traumhafte Almwiesen, hier geht es dann über eine flowigen Trail bis wir an der Staatsstraße zum Falzarego kommen. Diese queren wir, fahren am Castello di Andraz zuerst bergab, dann aber wieder steil hoch Richtung Arabba.

Unsere Gastgeber haben sich eine besondere Einkehr einfallen lassen: Die Verwandten des Guides Andrea haben uns eingeladen, bei Gams und Hirschsalami und besten Käse die umliegende Landschaft zu genießen. So gestärkt geht es steil weiter Richtung Pralongia. Heute werden anständig Höhenmeter geschruppt. Insgesamt sind es über 1.500 Höhenmeter, die Landschaft hier ist gezeichnet vom Sturm, der Ende 2018 gewütet hat. Ganze Waldstriche hat der Orkan einfach weggefegt, es wird noch eine Zeit dauern, bis alle umgefallenen Bäume entfernt sind.

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Wir gewinnen immer mehr an Höhe und sind kurz vor der Pralongia, bevor wir zum Mittagessen auf eine kleine Hütte, der Rifugio Incisa einkehren. Es gibt Pappardelle mit Wildschweinragout, ein Traum! So gestärkt geht es auf den Passo Incisa und von hier aus für die besseren Fahrer einenausgesetzten, steilen Wurzeltrail hinunter. Spätestens hier werden wir alle daran erinnert, dass wir uns nicht auf einer Gourmethüttentour befinden. Volle Konzentration ist gefordert und so kommt wieder wahres Enduro-Trail Feeling auf.

Unten angekommen geht es mit dem Sessellift Pralongia wieder hoch. Wir nehmen den Flow Trail Richtung Jägerweg und diesen weiter zum Campolongopass. Wir steigen in den Campolongo Sesselift und fahren zur Kaiserhütte oder Bec de Roces hoch, wo unsere Tagesetappe endet. Hoch oben über Arabba haben wir einen tollen Blick auf die Marmolata auf der einen Seite und die Sellagruppe auf der anderen. Natürlich gibt es auch hier auf der Kaiserhütte wieder bestes Essen und natürlich zum Abschluss wieder Diegos Kümmelschnaps. So klingt ein anstrengender, aber sehr abwechslungsreicher Tag mit wunderschönen Ausblicken und Traumtrails aus und wir träumen von den schönen Trails, die uns am nächsten Tag rund um Arabba erwarten.

Der dritte Tag unserer Dolomiten Bike-Safari empfängt uns mit vielen Wolken, die steinernen Giganten haben sich ebenfalls verhüllt. Wir lassen uns aber unsere gute Laune nicht vermiesen und fahren gleich mal den schnellen, naturbelassenen Trail Bec de Roses hinunter nach Arabba. Von hier aus geht es mit der großen Portavescovo Seilbahn hoch. Oben stehen wir vor dem eindrucksvollen Marmolata Massiv, leider ist es nur zum Teil zu sehen. Diego, der Chef der Arabbabahnen, erklärt uns, was die Region Arabba für Mountainbiker unternimmt und auf Lager hat – unter anderem dürfen wir uns gleich anschließend von den Qualitäten des neu angelegten Trails Porta Vescovo überzeugen. Bei Anliegern und Sprüngen geht es sehr flott talwärts und sofort wieder rauf. Entlang der der linken Talseite treten wir Richtung Pordoi Pass. Es beginnt zu regnen und wir müssen die ersten Sturzopfer beklagen, aus der italienischen Gruppe trifft es Cristiano gleich zweimal, aber er ist hart im nehmen und beißt die Zähne zusammen. Nach längerem auf und ab geht es einen flowigen Trail hinunter zur neuen Fodom Kabinenbahn. Die besteigen wir und fahren hoch zum Pordoipass.

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Leider wird der Regen noch stärker und so wird der schöne Burztrail zur Rutschpartie. Der lehmige Boden setzt die Reifen mit Schlamm zu und so schlittern wir mehr, als dass wir fahren zur Burzhütte. Hier hat Diego seinen eigenen Traum verwirklicht und eine moderne Hütte mit viel Charme zusammen mit einigen Architekten errichtet. Wer mal in der Gegend ist sollte hier unbedingt mal vorbeischauen - es lohnt sich! Nach einem abermals vorzüglichen Mittagsschmaus geht es bei mittlerweile starkem Regen den etwas steileren Teil des Burztrails hinunter. Es fühlt sich an wie auf der Rodelbahn, aber halt nicht mit dem Schlitten, sondern mit dem Bike. Die Rutschpartie macht aber allen Spaß. Wir lernen einen neuen Begriff der italienischen Sprache kennen, Cacca di mucca (Kuhscheisse). Wir sind mit kiloweise lehmigem Schlamm besudelt und rutschen den Trail hinunter. Da der Trail einigen der Gruppe viel Laune macht, fahren wir mit dem Burzsessellift gleich nochmal hoch und rutschen nochmal den Trail hinunter.

Bedauerlicherweise muss unser zweites Sturzopfer Stefan die Heimreise antreten. Er ist zwanzig Meter über eine feuchte Wiese gerutscht und hat sich die Rippen anständig geprellt. Gottseidank ist nicht mehr passiert. So endet unser dritter Biketag, wir können im Hotel Malita duschen und die Kleidung wechseln, bevor es mit Shuttle weiter nach San Martino di Castrozza geht, zum vierten und letzten Tag unserer Dolomiten Bike Safari.

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Wir sind ziemlich beeindruckt von der Trailvielfalt, die Arabba zu bieten hat: Ob flowige Trails vom Pordoipass hinunter bis hin zum technischen Trail Richtung Fedaia-Stausee und da weiter nach Canazei. Hier schlägt das Bikerherz höher und in den nächsten Jahren wird da noch einiges kommen, verspricht uns Diego.

Nach angenehmer Nacht im Hotel Belvedere in San Martino di Castrozza sind wir bereit für den letzten Tag unserer Bike Safari. Wir fahren mit der Kabinenbahn hoch auf die Alpe Tognola, hier teilen wir uns - die jungen Wilden gehen in den Bikepark, die restlichen machen sich mit Andrea und Fillipo auf zum Valcigolera Trail. Das Wetter ist wieder sonnig und so fahren wir durch einen lichten Lerchenwald einen traumhaften Trail. Fillipo zeigt uns auch ein paar schöne Freeridelines für den Winter. Hier muss es richtig gut sein, denken wir uns. Oben baumfrei, gefolgt von lichtem Lerchenwald. Aber auch mit dem MTB ist es der Wahnsinn, noch dazu wo keine Biker unterwegs sind. Ein Traum. Wir bleiben stehen und schauen zur Pale Gruppe hinüber, ein überwältigender Ausblick und ein Vorgeschmack auf das, was da noch auf uns zukommt.

Was wir bisher in den drei Tagen erlebt haben, war schon gigantisch und man denkt sich, das kann nicht mehr getoppt werden, aber nun geht es mit der Seilbahn hoch auf die Pale Hochebene. Wir sind auf 2.600 Metern am Rifugio Rosetta und vor uns erstreckt sich ein Felsplateau von riesigem Ausmaß, wir sind vollkommen beeindruckt. Wir fahren einen in den Fels geschlagenen Militärkarrenweg über das Plateau. Immer wieder bleiben wir stehen und bewundern die Gipfel um uns rum. Ein Naturmonument sonders gleichen. Auch der Trail nimmt Fahrt auf, es ist eine besondere Art, auf dem felsigen griffigen Untergrund geht es immer weiter über das Plateau. Am Sass Negro fahren wir hinunter in das Gares Tal. Zum Abschluss noch ein sehr sportlicher schneller, steiler Trail der nochmal hohe Konzentration fordert, da das Regenwasser ziemlich tiefe Rinnen geschaffen hat und nur eine schmale befahrbare Spur bleibt. Weiter unten gibt es noch ein paar steile, schnelle Turns, wo man die Bremsen noch mal auslassen kann, ein cooler Downhill zum Ende unserer Reise. Unten an der Campana Cima gibt es ein spätes Mittagessen und so werden wir nochmal von den Köstlichkeiten der Region verwöhnt.

dolomiten 08So endet unsere Dolomiten Bike Safari, ein bleibendes Erlebnis, soviel geballte Bergschönheit gibt es nirgends! Darum sind die Dolomiten nicht umsonst ein Weltkulturerbe. Der Gepäckshuttleservice hat sehr gut funktioniert und wird für die kommende Saison ausgebaut, eine bequeme Art des Bikens und so kommt man auf den Trails voll auf seine Kosten, ohne schweres Gepäck. Durch die Weitläufigkeit der Dolomiten verteilen sich die Mountainbiker sehr gut und man kann Trails und Natur wirklich sehr genießen. Uns wird es immer wieder hierher in die Dolomiten ziehen. Danke für das tolle Erlebnis.

Infobox

BIKE SAFARI DOLOMITEN

ANREISE.

Von München über die Brenner-Autobahn bis Ausfahrt Brixen, Staatsstraße SS49 Richtung Toblach, in Toblach auf die SS1 abbiegen bis nach Cortina d´Ampezzo.

UNTERKUNFT.

Hotel Ambra, Via XXIX Maggio 28, 32043 Cortina
info@hotelambracortina.it // www.hotelambracortina.it

Rifugio Scoiattoli, Cinque Torri
rifugio@scoiattoli@dolomiti.org // www.rifugioscoiattoli.it

Rifugio Bec de Roces – Kaiserhütte, Bec de Roces, 1 Passo Campolongo, 32020 Arabba
info@becderoces.it // www.becderoces.it

Hotel Belvedere, Via Passo Rolle 247, 38058 San Martino di Castrozza
hotel@hbelvedere.it // www.hbelvedere.it

BIKEGUIDE.

MTB Guides Arabba, A.S.D. FODOM Bike, Via Soraru, Livinallongo del Col di Lana,32020 Belluno
Andrea Dorigo //guidearabba@gmail.com

SHUTTLESERVICE.

Momentan gibt es noch kein Shuttlenetz. Bitte direkt bei dem jeweiligen Tourismusbüro anfragen.

ESSEN.

Restaurant Col Druscie 1778
info@freccianelcielo.com // www.freccianelcielo.com

Rifugio Scoiattoli, Cinque Torri
rifugio@scoiattoli@dolomiti.org // www.rifugioscoiattoli.it

Berghütte Incisa, Loc. Passo Incisa, 32020 Passo Incisa
rifugioincisa@hotmail.it

Burz Hütte, Burz 1, 32020 Arabba
info@burz.it // www.burz.it

Capanna Cima Comelle di Deola SNC, de Giare 1, Localita Pian, 32020 Canale d´Agordo
capannacimacomelle@yahoo.it // www.capannacimacomelle.com




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